Newsletter Dezember 2016

Weihnachtsgrüße

Die Gemeindeverwaltung wünscht Ihnen frohe und erholsame Weihnachtsfeiertage!


Die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt

Die Themen

  • Aktuelles

- Schließtage in den Kindertageseinrichtungen…

- Räum- und Streupflicht

  • Neues aus dem Gemeinderat

- Nächste Gemeinderatssitzung

Sitzung am 12.12.2016

  • Veranstaltungskalender Dezember 2016

Aktuelles

Aktuelles

Schließtage in den Kindertageseinrichtungen…

Die Kindertageseinrichtungen in Wolfschlugen haben im Dezember folgende Schließtage:

Kindertagesstätte „Wichtelhaus“:              23.12.2016 bis 31.12.2016

Kindergarten „Spatzenhaus“:                    23.12.2016 bis 31.12.2016

Kindergarten „Beethovenstraße“:              24.12.2016 bis 31.12.2016

Ev. Kindergarten „Unterm Regenbogen“:   23.12.2016 bis 31.12.2016

Kinderkrippe „Zwergenhaus“:                   27.12.2016 bis 31.12.2016

Die Teams sowie die Träger wünschen allen Kindern und Eltern schöne erholsame Feiertage.


Räum- und Streupflicht

In Wolfschlugen regelt die "Satzung über die Verpflichtung der Straßenanlieger zum Reinigen, Schneeräumen und Bestreuen der Gehwege", auch kurz Streupflicht-Satzung genannt, die Räum- und Streupflicht. Nachstehend finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Bestimmungen.

Straßenanlieger haben innerhalb geschlossener Ortschaften die nachfolgend aufgeführten Flächen bei Schneeanhäufungen zu räumen sowie bei Schnee- und Eisglätte zu bestreuen:

  • Gehwege
  • Flächen am Rand der Fahrbahn in einer Breite von 1,00 Meter, falls auf keiner Straßenseite Gehwege vorhanden sind
  • Gemeinsame Geh- und Radwege
  • Friedhof- Kirch- und Schulwege, Wander- und sonstige Fußwege, sofern es sich um öffentliche Verkehrsflächen handelt 

Straßenanlieger sind die Eigentümer und Besitzer (z.B. Mieter und Pächter) von Grundstücken, die an einer Straßen liegen oder von ihr eine Zufahrt oder einen Zugang haben.
Umfang des Schneeräumens: Die zu räumenden Flächen sind auf eine solche Breite von Schnee- oder auftauendem Eis zu räumen, dass Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleistet und insbesondere ein Begegnungsverkehr möglich ist: es ist in der Regel auf mindestens 1,00 m Breite zu räumen.
Beseitigung von Schnee- und Eisglätte: Bei Schnee- und Eisglätte haben die Straßenanlieger die genannten Flächen sowie die Zugänge zur Fahrbahn rechtzeitig so zu bestreuen, dass sie von Fußgängern bei Beachtung der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt möglichst gefahrlos benützt werden können.
Zum Bestreuen ist abstumpfendes Material wie Sand, Splitt oder Asche zu verwenden. Die Verwendung von auftauenden Streumitteln ist verboten. Sie dürfen ausnahmsweise bei Eisregen verwendet werden, der Einsatz ist so gering wie möglich zu halten. 

Zeiten für das Schneeräumen und das Beseitigen von Schnee- und Eisglätte:

Die Gehwege müssen

  • montags bis freitags bis 7.00 Uhr
  • samstags bis 8.00 Uhr
  • sonn- und feiertags von 9.00 Uhr

geräumt und gestreut werden.

  • Wenn nach diesem Zeitpunkt Schnee fällt oder Schnee- bzw. Eisglätte auftritt, ist unverzüglich, bei Bedarf auch wiederholt, zu räumen und zu streuen.
  • Diese Pflicht endet um 20.00 Uhr.

Sie haben noch Fragen? Wenden Sie sich an Carmen Magagnin (Tel. 07022/5005-14)

Die komplette Streupflichtsatzung finden Sie unter http://wolfschlugen.de/ortsrecht-von-wolfschlugen-01.asp!


 

 


Neues aus dem Gemeinderat

Die nächste Gemeinderatssitzung findet am Montag, den 12.12.2016 um 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Kirchstraße 19, 2. OG, statt.

Rückblick zur Sitzung am 28.11.2016

Bürgschaftsübernahme Sportvereinszentrum

Bürgermeister Ruckh informierte das Gremium, dass die Ausfallbürgschaft der Gemeinde von der Kommunalaufsicht genehmigt wurde. Die Gemeinde hat für den Bau des Sportvereinszentrums des TSV Wolfschlugen eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 500.000,-- € übernommen. Es fließt hier kein Zuschuss der Gemeinde, sondern die Bürgerschaft dient der Sicherung der Fremdfinanzierung des Projekts durch die Banken.

 

29. Änderung des Flächennutzungsplans 2000 der Verwaltungsgemeinschaft Nürtingen – „Winkelwiesen“ in Wolfschlugen                

Der Vorsitzende informierte, dass der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft in seiner letzten Sitzung am 09.11.2016 den Feststellungsbeschluss gefasst hat. Die 29. Änderung muss vom RP Stuttgart noch genehmigt werden. Das wird erfahrungsgemäß ca. 3 Monate dauern.

 

Bebauungsplan „Mozartstraße/Birkenweg“
- Satzungsbeschluss

Bürgermeister Matthias Ruckh begrüßte zunächst Kristina Hinds vom Büro Geoteck und übergab die Sitzungsleitung dann an seinen Stellvertreter Gemeinderat Karl Münzinger. „Es soll heute der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Mozartstraße/Birkenweg gefasst werden“, so Hinds. Es handelt sich hierbei um ein kleines Baugebiet mit lediglich ca. 0,25 ha Fläche. Auf der nördlichen Seite wird das Gebiet durch ein mit einem Wohnhaus bebauten Fläche begrenzt. Der Aufstellungsbeschluss mit einem ersten Vorentwurf wurde bereits in öffentlicher Sitzung am 23.03.2015 gefasst. Seitdem erfolgten die vorgeschriebenen Auslegungen und Beteiligungen bzw. Anhörungen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange nach dem Baugesetzbuch. „Neben einigen Anregungen und Anmerkungen von entsprechenden Behörden sind auch drei private Stellungnahmen eingegangen“, informierte Hinds. Das Büro Geoteck als Erschließungsträger hat alle Anregungen sorgfältig geprüft und ggf. in den Bebauungsplan übernommen. Das Gremium stimmte den Abwägungsvorschlägen von Geoteck bei der Behandlung aller betroffenen privaten und öffentlichen Belange und den Stellungnahmen aus den Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligungen einstimmig zu. Die Verwaltung wurde beauftragt den Bebauungsplan und die Satzung über die örtlichen Bauvorschriften ortsüblich bekannt zu machen. Den Bebauungsplan „Mozartstraße/Birkenweg“ finden sie entsprechend unter den Öffentlichen Bekanntmachungen in dieser Ausgabe des Amtsblattes.

 

Baugebiet „Mozartstraße/Birkenweg“
- Entscheidung über den Straßennahmen

Direkt im Anschluss an den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Mozartstraße/Birkenweg“ war sich das Gremium einig, dass dieses Gebiet ebenfalls den Namen Birkenweg erhalten wird. Stellvertretender Bürgermeister Karl Münzinger erläuterte, dass das Gebiet über eine Verlängerung des Birkenwegs erschlossen wird. „Es ist für mich von daher eigentlich nur sinnvoll diesen Straßennamen fortzuführen.“ Als Alternative stellte der Fraktionsvorsitzende der Freien Bürgerliste noch vor, dass auch noch „Krumme Äcker“ in Frage käme. Unter diesem Namen ist gerade das Bestandsgebäude postalisch zu erreichen. Nachdem aber bezüglich der Nummerierung es hier auch eine Veränderung geben würde, sprach sich das Gremium einstimmig für den Benennung der verlängerten Straße als Birkenweg aus.

 

Verlängerung der Gas- und Wasserleitung – Nächster Bauabschnitt Nürtinger Straße
- Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung

In der vergangenen Sitzung hieß der Vorsitzende Joachim Mack vom Ingenieurbüro Walter aus Neckarhausen herzlich willkommen. Die im Laufe des Jahres 2016 verlegte Gas- und Wasserleitung durch die Beethoven-, Goethestraße, Waldweg und Nürtinger Straße soll im Jahr 2017 in einem 2. Bauabschnitt weiterverlegt werden. „Das Gewerbegebiet soll ebenfalls mit Gas versorgt werden“, so Mack. Ebenso soll auch das geplante Blockheizkraftwerk an der Sporthalle an das Gas angeschlossen werden. Bei den Wasserleitungen soll es ebenfalls eine Erneuerung in die Max-Eyth-Straße sowie bis zur Jahnstraße geben. „Der geplante Leitungsgraben“, informierte Mack, „wird sich im Geh- bzw. Radweg entlang der Nürtinger Straße befinden.“ Dies hat zur Folge, dass dieser komplett erneuert wird. Auf die Frage nach der Bauzeit teilte der Ingenieur mit, dass man mit 3 ½ Monaten Bauzeit rechnen müsse. „Außerdem werde man neben den Arbeiten im Gehweg auch die Landesstraße queren müssen.“ Die notwendige Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde bezüglich einer entsprechenden halbseitigen Sperrung steht noch aus. Da der TSV Wolfschlugen ab Juni 2017 mit Gas versorgt werden soll, ist als Baubeginn von Seiten der Verwaltung der März im nächstes Jahr angedacht. Gemeinderat Jürgen Stoll von der OGL erkundigte sich noch nach dem Stand der Nachfrage nach Gas im Gewerbegebiet. Bürgermeister Ruckh teilte mit, dass die Fairnetz GmbH derzeit eine Umfrage in diesem Gebiet mache. „Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage noch weiter gegeben ist.“ Das Gremium nahm die Planungen des Ingenieurbüros zustimmend zur Kenntnis und erklärte sich einverstanden diesen 2. Bauabschnitt im Januar öffentlich auszuschreiben.

 

Beschaffung von drei Tragkraftspritzen für die Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen im Haushaltsjahr 2016

In der letzten Gemeinderatssitzung stimmte das Gremium mehrheitlich bei einer Gegenstimme für das Beschaffen von drei neuen Tragkraftspritzen für die Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen. Die Anschaffungskosten betragen 43.749,46 €. Der Vorsitzende informierte, dass derzeit die Freiwillige Feuerwehr im Besitz von fünf Tragkraftspritzen ist. Lediglich eine ist vollständig einsatzfähig. „Die drei restlichen Geräte mit den Baujahren 1965, 1986 und 1987 müssten repariert werden“, so der Rathauschef. Aufgrund des Alters stellte sich allerdings sowohl für die Wehr als auch für die Verwaltung die Frage, ob sich eine Reparatur noch lohne bzw. mit welchem Aufwand überhaupt noch eine Reparatur möglich sei. Zudem haben die neuen Pumpen eine deutlich höhere Förderleistung. Feuerwehrkommandant Harald Schramm erläuterte, dass die Tragkraftspritzen sowohl im Brandfall als auch im Falle des Hochwassers entsprechend beim Einsatz benötigt werden. „Die im Industriegebiet geforderte Löschwassermenge kann nur mit einer entsprechenden Anzahl an funktionsfähigen Tragkraftspritzen gewährleistet werden.“ Gemeinderat Jürgen Stoll von der OGL erkundigte sich, ob es im Falle des Hochwassers nicht sinnvoller wäre kleinere Pumpen anzuschaffen. „Die Wehr hat noch drei Elektrotauchpumpen mit 800 Liter für diesen Fall. Wir benötigen die neuen Gerätschaften vor allem für den Brandfall“, informierte Schramm. Für die Zukunft kam aus dem Gremium der Wunsch auf, Anschaffungen in dieser Höhe frühzeitig anzumelden bzw. vorausschauen zu planen, damit entsprechende Mittel in den Haushalt eingestellt werden können.

 

Finanzierung des Eigenbetriebs Abwasserentsorgung Wolfschlugen
1. Gewährung eines Trägerdarlehens an den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung Wolfschlugen

2. Verzinsung der Kassenmittel des Eigenbetriebs Abwasserentsorgung Wolfschlugen

In der Gemeinderatssitzung am 07.11.2016 wurde zum 01.01.2017 der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung gegründet. Nun hatte das Gremium noch die Aufgabe sich zu den Konditionen des Trägerdarlehens sowie der Verzinsung der Kassenmittel Gedanken zu machen. Die Fachbeamtin für das Finanzwesen informierte zunächst darüber, dass dieser Eigenbetrieb komplett fremdfinanziert wird. Neben den Fremddarlehen ist für den verbleibenden Finanzierungsbedarf ein Trägerdarlehen der Gemeinde Wolfschlugen an den Eigenbetrieb in Höhe von rund 3,6 Mio. € notwendig. „Es ist vorgeschrieben“, so Ziegler, „dass die Konditionen hinreichend konkret definiert werden.“ Von Seiten der Verwaltung wurde festgelegt, dass der Kernhaushalt aufgrund der Auslagerung finanziell nicht schlechter gestellt werden soll. Um dies zu gewährleisten beschloss der Gemeinderat einstimmig das Trägerdarlehen an den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung mit 5,61% p.a. zu verzinsen und die Tilgungsleistung auf maximal 76.600 € festzulegen. Kämmerin Brigitte Ziegler informierte weiter, dass die Kassengeschäfte des Eigenbetriebs zusammen mit dem Kernhaushalt in einer Einheitskasse geführt werden. „Die Kassenmittel sind entsprechend zu verzinsen“, so Ziegler. Zur Höhe des Zinssatzes teilte die Amtsleiterin mit, werde es eine Anlehnung an den Basiszinssatz nach § 247 BGB geben. „Das Guthaben wird mit mindestens 0,2% p.a., ein Schuldsaldo auf Seiten des Eigenbetriebs mit mindestens 3,2% p.a. verzinst werden“, so die Fachbeamtin für das Finanzwesen. Das Gremium folgte dem Verwaltungsvorschlag einstimmig.

 

Finanzierung des Eigenbetriebs Energieversorgung Wolfschlugen
1. Gewährung eines Trägerdarlehens an den Eigenbetrieb Energieversorgung Wolfschlugen

2. Verzinsung der Kassenmittel des Eigenbetriebs Energieversorgung Wolfschlugen

Ebenfalls in der Sitzung am 07.11.2016 wurde der Eigenbetrieb Energieversorgung gegründet. Kämmerin Brigitte Ziegler informierte, dass auch hier analog zum Eigenbetrieb Abwasserentsorgung die Konditionen für das Trägerdarlehen sowie die Verzinsung der Kassenmittel definiert werden müssen. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Trägerdarlehen von der Gemeinde in Höhe von rund 600.000 € notwendig ist“, so Ziegler. Da die Finanzierung des Eigenbetriebs Energieversorgung steuerlich anders zu behandeln ist, sind auch die Konditionen nicht übertragbar. Das Trägerdarlehen ist mit jährlich 5% des Ursprungsbetrags zu tilgen und mit 1,5% p.a. zu verzinsen. Der Zinssatz ist zunächst bis zum 31.12.2021 festgeschrieben. Der Gemeinderat stimmte den Ausführungen der Amtsleiterin einstimmig zu. Bei der Verzinsung der Kassenmittel ist die Vorgehensweise identisch zum Eigenbetrieb Abwasserentsorgung, so dass hier die Verzinsung des Guthabens ebenfalls bei 0,2% p.a. und der Schuldzinsen bei 3,2% p.a. liegt. Der Gemeinderat stimmte dem Verwaltungsvorschlag zur Verzinsung der Kassenmittel einstimmig zu.

 

Haushalt 2017 - Generaldebatte zum Haushaltsplan 2017

Die verschiedenen Fraktionen des Gemeinderates brachten in der vergangenen Sitzung ihre Haushaltsreden ein. Im Anschluss an diese wurde noch über die von Seiten der Fraktionen gestellten Anträge wie folgt abgestimmt:

Anträge der Unabhängigen Wählervereinigung:
1) Antrag auf Anpassung Kindergartenbeiträge in 2017 damit ein Deckungsbeiträge in Höhe von mind. 30% gesichert ist.

Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt für die ab 01.09.2017 geltenden Kindergartenbeiträge entsprechend die Gebühren mit einem höheren Kostendeckungsgrad als bislang zu berechnen. Eine Entscheidung über die tatsächliche Höhe und damit verbunden auch den tatsächlichen Kostendeckungsbeitrag erfolgt erst zu diesem Zeitpunkt im Spätfrühjahr 2017.

2) Aufbau von Infrastruktur für die E-Mobilität in Wolfschlugen

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass dem Wunsch auf Bereitstellung von Mitteln Rechnung getragen wird. Es soll damit jederzeit die Möglichkeit bestehen eine Ladestation zu errichten zum Ausbau der E-Mobilität. Dies wird im Bereich der Stellplätze bei der Sporthalle konkret weiterverfolgt.

Die Haushaltsreden der Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat sind nachfolgend abgedruckt:

Für die Freie Bürgerliste sprach Gemeinderat Karl Münzinger:

„Den Entwurf des Haushaltsplanes für das Jahr 2017 haben wir seit einigen Wochen in den Händen. Erstmals wurde er im alten Jahr eingebracht, und wenn alles wie geplant läuft, auch verabschiedet. Dafür möchte ich mich im Namen der Freien Bürgerliste für die Vorlage des Entwurfs bei Ihnen, Herrn Bürgermeister Ruckh, und natürlich bei unserer Kämmerin, Frau Ziegler, und ebenso bei all den Damen und Herren der Verwaltung bedanken, die an der Aufstellung des Planwerks mitgewirkt haben.

Neben der zeitlichen Vorlage ist darüber hinaus erfreulich, dass er erstmals nach der kommunalen Doppik-Form aufgestellt und uns vorgelegt wird. Sicher war der Einstieg zeitraubend und aufwendig für die Verwaltung. Aber irgendwann muss damit begonnen werden, denn spätestens im Jahr 2020 ist die Doppik gesetzlich vorgeschrieben. Und so haben auch wir Gemeinderäte unsere liebe Not, wir wollen oder nicht, uns von alt gewohntem und bekanntem zu trennen und uns mit dem neuen Kommunalrecht vertraut zu machen.

Betrachten wir den vorliegenden Haushaltsplan nach der seitherigen Buchhaltung so könnten wir ihn ohne viel Aufheben durchwinken. Immerhin erwirtschaftet er eine Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt von 515.000 Euro. Das war auch schon anders. Und nach der Doppik stellen wir einen Fehlbetrag von 645.000 Euro fest. Maßgeblich zu diesem Ergebnis hat vor allem die hervorragende Infrastruktur unserer Gemeinde und daraus resultierend die mit der Doppik vorgeschriebene Darstellung der Abschreibungskosten der Gebäude und Einrichtungen beigetragen. Mit der Umstellung wird deutlich, dass wir die Abschreibung unserer Infrastruktur derzeit nicht erwirtschaften können. Noch haben wir Zeit bis zum Jahr 2020 diesen Fehlbetrag auszugleichen. Überlegen wie wir das anstellen, müssen wir uns das aber bereits heute.

Das Jahr 2016 war geprägt von Baumaßnahmen noch nie dagewesenen Ausmaßes. Nahwärmenetz Grötzinger Straße mit Hochwasserschutz und Ausbau der Kreisstraße, Erschließung der Baugebiete Küferstraße und Wolfloch, Sanierung der Kirchstraße, Verlegung der Wasserleitung, der Gasleitung und Glasfaserkabel in der Beethoven- Goethestraße über den Waldweg in die Nürtinger Straße bis zum Jugendhaus. Und das nahezu alles gleichzeitig. Als dann zu guter Letzt auch noch die Straße nach Sielmingen saniert und gesperrt wurde, war für manchen Verkehrsteilnehmer das Maß voll. Mit viel Geduld und manch gutem Willen wurden diese Einschränkungen überwunden. Dafür gebührt unser Dank allen, die diese Situation mehr oder weniger klaglos mitgetragen haben. Als Gewinn können sie demnächst ein schnelles Internet, einen Gasanschluss, einen Anschluss an das Nahwärmenetz oder eine neue Wasserleitung in Betrieb nehmen. Aber damit sind wir mit den Baumaßnahmen noch lange nicht fertig. Es geht im kommenden Jahr geradezu so weiter. Die Gasleitung und die Verlegung der Glasfaserkabel sowie die Erneuerung der Wasserleitung werden fortgesetzt bis ins Gewerbegebiet und möglicherweise auch in der Mozartstraße.

Eine größere Investitionssumme verschlingt die Erneuerung der Heizungsanlage in der Sporthalle. Erfreulicherweise führten die Verhandlungen mit dem TSV zu einer guten Lösung. Mit Hilfe eines Blockheizkraftwerkes werden die Sporthalle und das derzeit im Bau befindliche Sportzentrum sowie die Hexenbanner Stuben gemeinsam beheizt. Die Vorzüge dieser Lösung kommen allen Beteiligten zu Gute.

Mit dem Neubau eines Wohngebäudes für die Anschlussunterbringung der Asylbewerber steht erstmals wieder eine gewaltige Investitionssumme von einer Million für eine Hochbaumaßnahme im Haushalt. Wir kommen nicht umhin, diese Investition zu tätigen, damit wir unseren Beitrag zur Linderung des Flüchtlingsproblems beisteuern. Und noch ist nicht abzusehen, was im Laufe der Zeit noch zusätzlich alles auf uns zukommt. Ich denke, wir alle haben es uns nicht vorstellen können, dass eine solche Flut an Flüchtlingen auf Europa zukommt. Zwar verringert sich die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge drastisch, aber die Probleme mit der Anschlussunterbringung und Integration stehen uns noch bevor. Bei all den damit verbundenen Problemen stelle ich mit Freude und Zuversicht fest, wie überaus groß die Hilfsbereitschaft der Menschen in unserem Land und auch in Wolfschlugen ist, die sich ehrenamtlich engagieren und sich einbringen, um die Not und das Elend der Flüchtlinge etwas erträglicher zu gestalten. Ja und mit großer Freude stellen wir fest, dass die Anwesenheit dieser Menschen in der vergangenen Zeit völlig problemlos verlaufen ist. Das haben wir mit Sicherheit den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und der Verwaltung zu verdanken. Daher gilt unser besonderer Dank all diesen Menschen die sich in hervorragender Weise für die Integration und das Wohl dieser Menschen in unserer Gemeinde einsetzen.

Darüber hinaus möchte ich die Haushaltsrede auch dieses Jahr zum Anlass nehmen uns bei den Vereinen, Gruppierungen, Organisationen und den Kirchen zu bedanken, die sowohl im kulturellen wie sportlichen Bereich zu einer Bereicherung unseres Gemeindelebens im vergangenen  Jahr beigetragen haben.

Unser Dank gilt auch den Damen und Herren des Gemeinderats und der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr. Es war eine Menge Arbeit verbunden mit einem erfreulichen Ergebnis aber der Befürchtung, dass sie im kommenden Jahr nicht weniger wird.

Die Freie Bürgerliste wird dem Haushalt für das Jahr 2017 zustimmen.“

 

Sprecher der Unabhängigen Wählervereinigung Gemeinderat Lothar Hihn:

„Der Haushalt der Gemeinde ist ein schwerer Brocken. Dieser Aktenordner ist die einzige Arbeitsgrundlage des Gemeinderates, welche nicht per Post nachhause kommt, sondern von jedem Gemeinderat selbst nach Hause getragen wird.

Für die Erstellung dieses Zahlenwerk möchte wir uns seitens UW insbesondere bei unserer Kämmerin Frau Ziegler und ihrem Team bedanken. Schon jetzt in ihrem ersten Amtsjahr in Wolfschlugen kommt auf Frau Ziegler sowie auf die gesamte Rathausmannschaft die Doppelbelastung durch die Umstellung unserer Bücher vom langjährigen gewohnten kameralen Finanzsystem auf die Doppik zu. Auch wenn im Allgemeinen über Veränderungen gerne geklagt wird, so bringt diese Rechnungslegung auch eine positive Herausforderung, hat sie uns doch für unsere Beratungen einen neuen Blickwinkel geben. In den letzten Monaten sind die Diskussionen im Gemeinderat mit geänderter Perspektive deutlich spürbar. Nicht der nur Kassenstand, sondern auch die finanziellen Nachwirkungen der Maßnahme werden mehr und mehr zur Entscheidungsgrundlage. Nachhaltiges Handeln hatte bisher einen Hauch von der Pflanzung eines Apfelbaumes. Den Slogan „Früher an später Denken“ kennt man nur aus der privaten Anlagewerbung.

Doch schauen wir jetzt auf unseren Haushalt 2017 mit unserer neuen Brille, dann müssen wir uns leider eingestehen, dass wir aktuell schlichtweg einen Eigenkapitalverzehr in unserem Haushalt haben.

Diese Erkenntnis verpflichtet uns nun umso mehr Anschaffungs- und Renovierungsmaßnahmen künftig penibler und langfristiger vorzuplanen. Jeder Planungsfehler endet letztlich in neuen Schulden oder schmerzlich für den Bürger spürbar mit kurzfristigen Gebührenanpassungen.

Dieses langfristig orientierte Handeln ist umso notwendiger, da unsere Einnahmeseite der Kommune absehbar nicht wachsen wird. Als Steuerungsgröße verbleibt der Gemeinde somit nur die Optimierung der Ausgabenseite.
Leider sind wir in den letzten Jahren mit vielen Projekten engagiert, die darüber hinaus weitere angrenzende Projekte nach sich gezogen haben. Wer hätte vor fünf Jahre gedacht, dass in Wolfschlugen der Energieträger Gas und Fernwärme einzieht. Im Zuge dieser Bautätigkeiten lässt das Schlagwort Synergieeffekte direkt aufdringlich so manche Zusatzausgabe als zwangsläufig naheliegend erscheinen. Jedoch vernebelt die Synergie schnell den prüfenden Blick auf die dafür benötigenden Finanz- wie auch die Verwaltungsressourcen. Besonderer Dank in diese Synergiephase gilt insbesondere dem Ortsbauamt unter Leitung von Herrn Göppinger. Dieses Team hat aktuell die Hauptlast mit der Planung und Steuerung dieser Baustellen zu tragen.
Nachdem nun das ein oder andere Apfelbäumchen in Form von in der Infrastruktur in neuen Gas-, Wasser-, Wärmeleitungen gepflanzt wurde, ist nun wichtig für die kommunale Verwaltung eine Phase zum Durchatmen zu schaffen, um Wolfschlugen ein Leitbild zu geben.
Hierbei ist es notwendig die Balance zu finden, um den Haushalt langfristig innerhalb von zwei Jahren nachhaltig zu konsolidieren. Wir brauchen darüber hinaus ein Leitbild mit einem Blick weit in das nächste Jahrzehnt hinein, die uns die Fragen beantwortet:
Wohin wollen wir die Weiterentwicklung von Wolfschlugen steuern?
Was macht Wolfschlugen langfristig lebenswert?
Und welche Projekte können wir uns davon nachhaltig leisten?
Dabei ist besonders eine langfristige Planung wichtig, die unabhängig von Wahlperioden ist. Beispiele für die Langfristplanung mit dem Finanziellen Fokus könnte unter anderem die Wahl des Beschaffungszeitpunktes für das angedachte neue Feuerwehrhaus sein oder der richtige Zeitpunkt für die Renovierung von Gemeindegebäuden. Hier ist als größtes Objekt sicherlich die optisch schicke Sporthalle mit ihrem Alter von dennoch knapp an die 30 Jahre zu erwähnen.
Mit diesen Infrastrukturgebäuden in den verschiedenen Pflicht- und Kann- Aufgaben der Gemeinde setzten wir den Rahmen für die unterschiedlichsten Entwicklungsrichtungen von Wolfschlugen. In und um diese Gebäude wollen wir uns weiterhin ein attraktives Dorfleben in Vereinen, Kirchen und weitere Institutionen leisten. Deshalb gilt ein besonderer Dank seitens UW für die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter für ihr großes Engagement. Ohne diesen Personenkreis wäre unsere Gemeinde nicht lebensfähig und der Charakter des Ortes, der von aktiven Mitbürgern geprägt wird, und nicht von irgendwelchen schicken Gebäuden, ginge verloren.
Im letzten Jahr haben wir für die Erhaltung der hohen Qualität unserer Kindergärten eine neue, koordinierende Stelle geschaffen. Auch die Neuausrichtung des Jugendhauses nach Schließung der Hauptschule stand auf dem Sitzungsplan. Doch, auch wenn uns die Kinder- und Jugendarbeit für die UW eine Herzenssache ist, so müssen wir leider zwingend reagieren, wenn der Deckungsbeitrag unsere Kindergarten ein Maß erreicht, welchen wir uns langfristig auf dem Niveau nicht mehr leisten können. In den letzten drei Jahren ist dieser Beitrag aus den Gebühren zu den Aufwendungen jährlich gesunken. Um hier gegenzusteuern müssen wir uns der Diskussion zur Findung einer langfristigen Steuerungsgröße stellen. Unsere Fraktion schlägt hierfür einen Gebührendeckungsbeitrag von mindestens 30% vor.
Die Verwaltung und der Gemeinderat müssen künftig jährlich auf alle Aufwendungen schauen, um Gebühren frühzeitig und feinregulierend anzupassen. Rückwirkend kritisch betrachtet, darf es nicht mehr passieren, dass zum Beispiel Wassergebühren sprunghaft angepasst werden müssen, um vergangene Lücke zu schließen. Dies ist für den Bürger unverständlich und ärgerlich. Seitens UW versprechen wir uns durch Neugründung der Eigenbetriebe eine verbesserte verursachergerechte Transparenz und auch eine Erleichterung für die Verwaltung die einzelnen Betriebszweige in Zahlen feinfühliger zu steuern.

Vorsteuerung und intelligente Vernetzung künftiger Projekte ist uns seitens UW ein wichtiges Anliegen. Projekte wie der kurz vor der Fertigstellung stehende Hochwasserschutz in den Riederwiesen müssen in eine Gesamtkonzeption einfließen, wie z.B. weitere Biotope oder das Hochwasserprojekt Richtung Höflach. Wir müssen einen Weg schaffen, der uns vom Einzelprojekt hin zum ganzheitlichen Gestaltung des Lebens- bzw. Freizeitraums rund um den Ort führt. Diese Landschaft ist nicht nur Erholungsgebiet für Wolfschlüger, sondern auch für viele Bewohner der Region, die vom Sauhaugparkplatz aus unsere Gemarkung als Freizeitareal nutzen.

Wir als UW sind optimistisch, dass wir eine Phase zur Konsolidierung und Ausarbeitung eines Leitbildes schaffen können. Wir sind auf den Fildern die einzige Kommune, die von Stuttgart21 und neuen Nahverkehrsprojekte profitieren kann ohne dabei direkt in die Bauaktivtäten hineingezogen zu werden.

Jetzt heißt es weiterhin für unser Wolfschlugen gemeinsam die Ärmel noch weiter hochzukrempeln, um vom Reagieren wieder zum Agieren zu kommen.

Zum Schluss möchten wir den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats

für die konstruktive, faire und sachliche Zusammenarbeit zum Wohle

Wolfschlugens im vergangenen Jahr danken!“

 

Gemeinderätin Ellen Balz stellte für die CDU fest:

„Vor ein paar Wochen wurde von Herrn Bürgermeister Ruckh der erste Haushalt mit der neuen doppischen Haushaltsführung für das Jahr 2017 eingebracht. Dieses Zahlenwerk ist erstmals gewöhnungsbedürftig. Es ist den Berechnungen, wie sie in der Wirtschaft erstellt werden, angeglichen. Vereinfacht, ich kann nur soviel ausgeben, wie ich einnehme. Bei uns weist dieser erste so erstellte Haushalt ein Defizit von rund 645.000 Euro aus. Dieser Fehlbetrag entsteht dadurch, dass in der neuen Haushaltsform alle in Gemeindebesitz befindlichen Gebäude und Fahrzeuge jährlich abgeschrieben werden müssen. Bis 2020 haben wir nun Zeit unseren Haushalt so zu gestalten, dass kein Fehlbetrag mehr entsteht.

Um dies zu erreichen wird es eine zentrale Aufgabe sein, jeden einzelnen Posten im Haushalt zu prüfen.

Da ist zu einem die Einnahmenseite, z.B. Steuern, Gebühren. Die müssen geprüft werden, ob eine Erhöhung möglich wäre. Genauso sind bestimmte Einrichtungen und Vorhaben auf Zuschüsse zu prüfen. Das moderate Wachstum der Gemeinde bringt Einnahmen im Bereich von Grundstücksverkäufen.

Die andere Seite sind die Ausgaben. Wo können Ausgaben reduziert werden? Hierfür müssen strategische Ziele erarbeitet werden. Eine zentrale Frage wird sein: Wo will die Gemeinde langfristig hin?

Im Hinblick darauf muss jeder einzelne Ausgabenposten im Haushalt auf den Prüfstand. Das werden die Hausaufgaben der Verwaltung und des Gemeinderates für die nächsten Jahre sein.

Es gibt aber auch schon ganz konkrete Themen für das Jahr 2017.

Mehrere große Maßnahmen sind schon in vollem Gange und sollen 2017 abgeschlossen oder weitergeführt werden.

Dazu gehört das Nahwärmenetz im Bereich Hardter Straße. Dort können sich die Anwohner im Frühsommer über eine neue Form von Wärme und Glasfaser freuen.

Auf der anderen Seite des Ortes über Gas und Glasfaser. Zu Beginn des Jahres 2017 wird diese Maßnahme in Richtung Industriegebiet weitergeführt.

Am Sportgelände tut sich eine neue Baustelle auf. Das Sportvereinszentrum des TSV nimmt Formen an. Im Zuge dessen baut die Gemeinde für ihre Einrichtungen eine neue Heizanlage in Form eines BHKW. Der TSV kann dann als Kunde die Wärme kaufen. So bringt die Anlage Nutzen für beide, denn die Heizung der Sporthalle wäre auch renovierungsbedürftig.

Für alle Bürger, die nicht in den Genuss der Glasfasertrassen kommen, wird sich im Frühjahr dennoch die Internetversorgung verbessern. Trotzdem muss es unser Ziel sein für alle Haushalte einen Glasfaseranschluss möglich zu machen.

Die Baugebiete Wolfloch und Küferstraße gehen gut voran. Die Gemeindebauplätze werden demnächst ausgeschrieben.

Ein Thema, das uns auch 2017 beschäftigen wird, ist die Anschlussunterbringung für Asylanten. Hier müssen wir die Vorgaben des Landkreises erfüllen. Der gibt vor jährlich 52 Personen in der Anschlussunterbringung aufzunehmen. Fürs Erste haben wir die Gebäude Waldhäuserstraße, Nürtinger Straße und das Gebäude, das in der Rathausstraße erstellt wird.

Weitere Standorte müssen geprüft werden, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein. Hier können auch Angebote aus der Bevölkerung beraten werden. Die Integration kann nur gelingen, wenn wir alle mithelfen. Deshalb gilt unser besonderer Dank allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und dem Arbeitskreis Asyl.

Wie jedes Jahr sind auch unsere Schule und die Kindergärten Thema unserer Beratungen. In diesen Bereichen gibt es immer wieder neue Vorgaben, die umgesetzt werden müssen. Auch versuchen wir auf die Bedürfnisse unserer Kinder und Eltern einzugehen. Auch die Kindergartenbedarfsplanung ist ein immer wiederkehrendes Thema. Die Belegungszahlen bedürfen der Überprüfung. Obwohl Erziehung und Bildung mit oberste Priorität haben, dürfen die Ausgaben nicht aus den Augen verloren werden. Nur wenn die Gruppen gut belegt sind wird der Abmangel nicht noch größer.

Wie schon zu Beginn unserer Rede habe ich auf die Ausgaben- Einnahmen-Situation hingewiesen. Die erforderlichen Maßnahmen sind nur möglich, wenn wir alle, damit meine ich, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ebenso, wie unsere Gewerbetreibende, die Verwaltung und den Gemeinderat, an einem Strang ziehen. Dabei ist es wichtig die guten Strukturen unseres Ortes zu bewahren und Schwachstellen weiterzuentwickeln. Ohne, die für uns alle wichtigen Industriebetriebe, Handwerker und Geschäfte auf der einen Seite und die ganzen Einrichtungen, sportliche und kulturellen Angebote und Vereine, wäre Wolfschlugen nicht das was es ist.

Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen und sonstigen Einrichtungen bedanken. Unser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde. Besonders bedanken möchten wir uns bei Frau Ziegler und ihren Mitarbeitern für das wie immer aufwendige Zahlenwerk, den Haushalt 2017.

Und natürlich bei Herrn Bürgermeister Ruckh und unserer Gemeinderatskollegin und den Kollegen für die gute Zusammenarbeit.

Dann packen wir es an, das Jahr 2017!“

 

Für die Offene Grüne Liste hielt Gemeinderat Jürgen Stoll fest:

„Steuererhöhungen sind kein Tabu! So stand es nach der Haushaltsrede unseres Bürgermeisters in der Nürtinger Zeitung - und wie kam es dazu?

Für 2017 haben wir einen Haushalt, der nicht ausgeglichen ist, die Aufwendungen sind 645.000 € höher als die Erträge.

Mit dem neuen Haushaltsrecht Doppik kommen auch noch die Abschreibungen als Aufwendungen hinzu, die seither beim kameralen Haushaltsrecht nicht berücksichtigt wurden.

Die Gemeinde hat viele Aufgaben, die sie erfüllen muss, ohne Spielraum zu haben, z.B.: die Schule und die Kindergärten müssen betrieben werden, das kostet Geld für Unterhalt, Renovierungen und Personal.

Die großen Ausgaben im Haushalt sind:

ñ  Transferaufwendungen (Finanzausgleichs- und Kreisumlage)

ñ  Personalkosten

ñ  Kleinkindbetreuung

ñ  Nahwärme Hardter Straße, Nahwärme Sporthalle

ñ  Gasleitung

ñ  Glasfaserverlegung für schnelles Internet

ñ  Hochwasserschutz Höfelweg

ñ  Neubau für Anschlussunterbringung der Flüchtlinge

2015 und 2016 waren die Flüchtlinge ein großes Thema - seit diesem Jahr haben wir ca. 100 Flüchtlinge im Ort.

Leider ist in der Welt kein Frieden eingekehrt, somit haben noch viele Menschen Grund zur Flucht in sichere Länder.

Viele der Ängste, die seinerzeit geäußert wurden, haben sich erfreulicherweise als unbegründet herausgestellt.

Um das gute Zusammenleben kümmert sich auch in Wolfschlugen ein sehr gut funktionierender Arbeitskreis Asyl, da gibt es viele Bürger, die helfen. All denen danken wir ganz herzlich für ihren Einsatz.

Trotzdem vergessen wir die Mitbürger nicht, die arm und bedürftig sind, ohne Flüchtlinge zu sein.

Mit der Einführung der Wolfschlugen Card können wir dazu einen ersten kleinen Beitrag leisten. Damit soll allen Bedürftigen die Teilhabe an Sport und Kultur in Wolfschlugen erleichtert werden. Viele Vereine machen da schon mit, wir wünschen uns noch weitere Angebote. Den Aktiven in den Vereinen möchten wir auf diesem Wege für Ihre großartige Arbeit danken.

Durch die Auslagerung von Nahwärme, Wasserversorgung und Abwasser in Eigenbetriebe kann man die Kosten besser den Leistungen zuordnen. Für die Eigenbetriebe müssen Darlehen aufgenommen werden.

Das führt logischerweise zu einem hohen Schuldenstand, der sich aber nach und nach - zumindest teilweise - durch Beiträge und Gebühren sozusagen von selbst abzahlen wird, also langfristig gegenfinanziert ist.

Trotzdem ist unsere Finanzlage schlecht, weil die Einnahmensituation auf Dauer zu schwach ist für die vielen Aufgaben, die wir haben. Und immer kommen neue Aufgaben, aber keine neuen Einnahmen dazu. Das ist ein strukturelles Problem, gegen das wir nicht allzu viel machen können, außer bei den Ausgaben und Investitionen jedes Mal kritisch zu fragen, ob diese wirklich nötig sind.

Zum Beispiel muss bei den Straßen- und Wasserleitungssanierungen nicht jeder vermeintliche Synergieeffekt genutzt werden.

Trotzdem sind wir prinzipiell auf einem guten Weg, in Zeiten niedriger Zinsen in Infrastruktur zu investieren, die wir dann viele Jahre nutzen können und damit langfristig die Ausgaben verringern.

Ein großer Posten im Haushalt sind die Personalkosten. Davon ist der größte Anteil bei der Kinderbetreuung.

Dass dieses Geld gut angelegt ist, kann man daran sehen, dass 95 % aller 3-6-jährigen Kinder im Kindergarten sind.

Das zeugt von der guten Arbeit in unseren Kindergärten, dafür vielen Dank.

Durch die bereits geschilderten Ausgaben steigt die Verschuldung von Januar bis Dezember 2017 von 257 auf 467 € pro Einwohner.

Wo soll das nötige Geld herkommen?

Über Kredite (über 1.3 Mio. Euro), Gebühren oder Steuern oder „moderates“ Wachstum?

Oder etwa Sparen?

Oder:

-       übrige Räume vermieten, z.B. im Rathaus?

-       eine Haushaltsstrukturkommission einrichten?

-       Kompetenzen mit Nachbargemeinden zusammenlegen?

-       Investitionen nachprüfen, vor allem die Energieverbräuche?
(ein Energiemanagement haben wir schon beschlossen,
dies wurde zwar begonnen, aber dann nicht weitergeführt)

Wir von der Offenen Grünen Liste würden durch Sparen und nötige Gebührenerhöhungen versuchen, den Haushalt zu verbessern, und das moderate Wachstum aus Herrn Ruckhs Rede könnte ein neues Baugebiet sein, in dem wir dann auch Wohnraum für Bürger mit schwachen Einkommen schaffen wollen.

Eine wichtige Aussage im neuen Haushalt ist:

Bereitschaft zur Veränderung ist seitens Verwaltung und Gemeinderat (Bürger?) nötig, damit die neuen Steuerungsinstrumente der Doppik ihre Wirkung entfalten können. Dabei sind wir weiterhin gefordert.

Die Aufgaben von außen sind so groß, dass weder Geld, noch Zeit, noch Kraft bleibt, eigene Ideen zu entwickeln. Politische Arbeit ist das nicht – und das muss man bedauern.

Nun schließe ich mit dem Dank an die Verwaltung, alle Mitarbeiter und die Gemeinderäte für die stets gute Zusammenarbeit und wünsche uns, dass wir die anstehenden Aufgaben miteinander gut bewältigen.“

 

Sprecher der SPD Gemeinderat Andreas Broß:

„Zunächst möchten wir uns bei allen bedanken, die an der Beschaffung der notwendigen Zahlen und Daten beteiligt waren und das Zahlenwerk umgesetzt haben. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an unsere Kämmerin Frau Ziegler und ihrem Team, welche in diesem Jahr zusätzlich noch mit der Umstellung auf das neue Kommunale Haushaltsrecht NKHR beschäftigt waren.

1. HAUSHALTSLAGE

Auch in diesem Jahr möchten wir mit der allgemeinen Haushaltslage beginnen ehe wir ein kurzen Rückblick und eine Vorschau auf die anstehenden Projekte machen. 2016 ist die Zuführung an den Vermögenshaushalt deutlich höher als erwartet ausgefallen, statt der geplanten 349.000 € nun 1,3 Millionen €.

Dennoch ist auch 2017 trotz der derzeit sehr guten wirtschaftlichen Lage mit einem Fehlbetrag von rund 645.000 € im Ergebnishaushalt zu rechnen.

Durch die Gründung der Eigenbetriebe werden große Teile der Kredite in diese mit ausgelagert. Die neu gegründeten Eigenbetriebe Abwasser und Fernwärme sind dadurch jedoch mit eheblichen Krediten belastet. Der prognostizierte Schuldenstand des Kernhaushaltes und der Eigenbetriebe wird Anfang 2017 von gut 8 Millionen € auf Ende 2017 rund 12.5 Millionen € nochmals erheblich anwachsen.

Jahr für Jahr weist unser Haushalt erneut eine erhebliche Deckungslücke auf – eine wirkliche nachhaltige Lösung ist auch nach Jahren bis heute nicht gefunden. Daher werden wir im Laufe des kommenden Haushaltsjahres auch den Antrag einbringen die Haushaltsstrukturkommission wieder einzusetzen. Letztendlich bleibt festzustellen, dass wir auch in den vergangen Jahren wieder und wieder in freiwillige Leistungen investiert haben die nicht zu unseren Pflichtaufgaben gehören – und dies trotz des jährlichen Defizits.

2. Rückblick und Vorschau

- Bei Thema Biogasanlage sind wir uns innerhalb der SPD einig, dass dies aus ökologischen Gesichtspunkten sicherlich sehr sinnvoll und wünschenswert ist. Bei der Umsetzung allerdings bleibt mein Gemeinderatskollege Jens Arnold bei seinem Standpunkt, dass dieses Projekt unter Anbetracht unserer Haushaltslage, besser nicht durch die Gemeinde umgesetzt werden hätte sollen.
- Des Weiteren konnten die Überlegungen über den Bau eines BHKW auf dem Sportgelände konkretisiert werden. Der Finanzierungsbedarf im neuen Eigenbetrieb Wärmeversorgung umfasst für 2017 alleine Rund 2,15 Millionen €.

- Durch den Aufbau der Gasversorgung, durch die FairNetz erhält Wolfschlugen die Chance zukünftig auch auf alternative Heizungskonzepte zu setzen. Im Zuge der Verlegung der Gasleitungen wurden auch die Wasserleitungen in der Beethovenstraße, Goethestraße und dem Waldweg saniert bzw. ersetzt. Des Weiteren wurde bei der Baumaßnahme darauf geachtet den Anwohnern der betroffenen Straßen auch die Möglichkeit zu bieten, einen Glasfaseranschluss gleich direkt mit ins Haus verlegen zu lassen. Für 2017 sind weitere 100.00 € eingeplant um Leerrohre innerhalb der Gemeinde bei Baumaßnahmen mit einzulegen.

- Das Hochwasserschutzkonzept wird auch im nächsten Jahr weiter verfolgt werden, dafür sind Investitionen in der Höhe von 320.000 € eingeplant.

Weiterhin beschäftigen wird uns das Thema der Unterbringung von Asylbewerbern. An dieser Stelle möchten wir uns vorab deshalb auch für die wertvolle und wichtige Arbeit unseres AK Asyl in Wolfschlugen ganz herzlich bedanken. Es war richtig und notwendig eine hauptamtliche Koordinierungsstelle zu schaffen um die Arbeit der im AK Asyl engagierten ehrenamtlichen in angemessener Weise zu unterstützen.

Nach wie vor stehen wir, was das Thema der Anschlussunterbringung angeht, vor enormen Herausforderungen. Der Gemeinderat hat mit dem Erwerb und der Anmietung von Wohnungen bereits erste Schritte, welche allerdings noch nicht ausreichen, getan. Der notwendige Bau des Gebäudes in der Rathausstraße 2 ist im kommenden Haushaltsjahr mit einer Million im Haushalt eigeplant. Dennoch wird der Bedarf an Wohnraum für die Anschlussunterbringung mit dem Bau nicht abschließend gedeckt werden können, so dass weitere Maßnahmen folgen werden müssen.

In diesem Zusammenhang möchten wir ausdrücklich auf die Notwendigkeit sich in Zukunft auch verstärkt im Bereich des sozialen Wohnungsbaus zu engagieren hinweisen. Bei den aktuellen Entwicklungen im Wohnungsmarkt im Ballungsraum Stuttgart ist es uns wichtig, dass auch gerade junge Familien, Alleinerziehende und Singles sich eine bezahlbare Wohnung in unserer Kommune leisten können. Uns allen muss bewusst sein, dass sich gerade junge Menschen nicht einfach ein Einfamilienhaus, Doppel- oder Reihenhaus leisten können, und dass bei der Ausweisung neuer Wohngebiete dementsprechend auch die Möglichkeit gegeben sein muss in größeren und dementsprechend günstigeren Wohneinheiten Wohnraum zu schaffen.

Auch möchten wir uns beim gesamten Gremium für die durchweg offene und konstruktive Diskussion bei diesem doch nicht immer einfachen Thema bedanken.

3. DANKEN

Zuletzt möchten wir uns natürlich auch ganz herzlich bei allen ehrenamtlich Tätigen bedanken, die ihren Beitrag leisten unsere demokratische Gesellschaft zu stützen, mitzutragen und so zu gestalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Wolfschlugen zu Hause fühlen.“

 

Abschließend informierte der Vorsitzende das Gremium und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger darüber, dass in der Sitzung am 12. Dezember 2016 der Haushalt für das Jahr 2017 verabschiedet wird.


Veranstaltungskalender Dezember 2016


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