Haushalt 2013 - Generaldebatte zum Haushaltsplan 2013
Die verschiedenen Fraktionen des Gemeinderates brachten in der
vergangenen Sitzung ihre Haushaltsreden ein. Die Finanzsituation
der Gemeinde Wolfschlugen hat sich zumindest im Verwaltungshaushalt
etwas entspannt. Allerdings kann nicht von einer allgemeinen
finanziellen Entlastung gesprochen werden, da mit der Umsetzung der
Kleinkindbetreuung im Jahr 2012 neue Aufgaben auf die
Gemeindeverwaltung zukommen. Damit verbunden sind Investitionen
beim Umbau und der Sanierung der ehemaligen Grundschule zu tätigen.
Darum heißt das Gebot der Stunde auch weiterhin: Sparen.
Die Haushaltsreden der Fraktionen und Gruppierungen im
Gemeinderat sind nachfolgend abgedruckt:
Für die Freie Bürgerliste sprach Gemeinderat Karl
Münzinger:
Seit geraumer Zeit liegt uns der Entwurf des Haushalts für das
Jahr 2013 vor. Erfreulicherweise ist das Zahlenwerk im
Verwaltungshaushalt erneut optisch günstiger als im vergangenen
Jahr. Ehe ich in das Planwerk einsteige, möchte ich mich im Namen
meiner Fraktion für die zeitige Vorlage des Entwurfs bei Ihnen,
Herr Ruckh und natürlich bei unserem Kämmerer, Herrn Haug und
seinem Team bedanken, das an der Aufstellung des Planwerks
mitgewirkt hat.
Die Prognosen für dieses Jahr lassen einen Haushalt erwarten,
der zwar kein Grund für Euphorie, aber auch kein Anlass für
finanzielle Sorgen darstellt. Immerhin erwirtschaftet in diesem
Jahr unser Verwaltungshaushalt eine Zuführungsrate an den
Vermögenshaushalt, wenngleich in bescheidenem Rahmen. Dies ist umso
erfreulicher, zumal dieses Jahr erstmals die Personalkosten für die
Kleinkindbetreuung in Höhe von 352.000 Euro eingestellt sind und
sich dadurch die Personalkosten um über 10% gegenüber dem Vorjahr
erhöhen. Eine Situation, die wir uns in den beiden vorangegangenen
Jahren nicht vorstellen konnten. Hoffen wir, dass diese Situation
auch in den kommenden Jahren in ähnlich erfreulicher Form
anhält.
Ein weiterer erfreulicher Zustand stellt die Entwicklung unserer
Rücklagen dar. Sie sind zum Ende des vergangenen Jahres auf
stattliche 2,5 Millionen Euro angewachsen. Sie stellen ein
finanzielles Polster dar, welches uns davor bewahrt, Kassenkredite
aufzunehmen bei unvorhersehbaren finanziellen Schwankungen des
Haushalts. Sicher werden wir einen Teil davon für die Investitionen
verwenden. Den weitaus größeren Betrag behalten wir als Sicherheit
in der Reserve.
Trotz dieser positiven Entwicklung müssen wir weiterhin unseren
Verwaltungshaushalt nach Einsparmöglichkeiten durchforsten.
Begonnen haben wir in den vergangenen Jahren mit
Personaleinsparungen in den verschiedensten Bereichen und diese
auch umgesetzt. Weitere Möglichkeiten bestanden und bestehen in den
Bereichen der Energieeinsparungen. Mit der energetischen Sanierung
der ehemaligen Grundschule, der ehemaligen Hauptschule, der
Festhalle und der Umstellung großer Teile unserer
Straßenbeleuchtung in den vergangenen Jahren haben wir den Anfang
gemacht. Diesen Weg bestreiten wir weiter mit der bevorstehenden
energetischen Sanierung des Kindergartens Beethovenstraße und
Spatzenhaus sowie dem Einbau einer LED – Beleuchtung in der
Sporthalle. Durch die Gewährung verschiedener Zuschüsse und den
wesentlich geringeren Energiekosten amortisieren sich die
Investitionen in wenigen Jahren und entlasten damit künftig unseren
Haushalt.
Verbleibt als eine der wenigen Einsparmöglichkeiten der Bereich
der Freiwilligkeitsleistungen. Darunter fallen zum Beispiel die
Vereinszuschüsse, Volkshochschule, Bücherei und Musikschule. Sicher
werden wir nicht mit den Vereinszuschüssen beginnen, da hier die
Einsparpotentiale mit am geringsten, der kulturelle Schaden aber am
gravierendsten sind. Weitaus größer gestalten sich die Einsparungen
im Bereich der Musikschule zum Beispiel bei Umstellung der
kommunalen Musikschule auf eine in Vereinsform betriebene
Musikschule. Ein Thema, das der Gemeinderat in absehbarer Zeit zu
diskutieren und zu entscheiden hat.
Die im Vermögenshaushalt enthaltenen Ansätze werden von uns im
Wesentlichen mitgetragen. Damit verbunden ist natürlich nicht
gleichzeitig auch deren uneingeschränkte Anerkennung der
Notwendigkeit. Bezüglich der Wege auf dem Friedhof und der
Erneuerung der Küche im Spatzenhaus schlagen wir vor, im Vorfeld
der Beratung eine Besichtigung durchzuführen um einen Eindruck vor
Ort zu bekommen. Gleichfalls ist mit dem Ansatz von 75.000 Euro für
Bauhoffahrzeuge nicht gleichzeitig die Ausgabe des Betrages
verbunden. Da möchten wir schon vorher wissen, was damit gemeint
ist.
So lobenswert die rechtzeitige Einbringung des Haushalts ist, so
nachteilig wirkt sich auch der Inhalt aus. Wenig hilfreich ist ein
Haushaltsentwurf, der im Wesentlichen nur die Haushaltsansätze des
Vorjahres enthält aber die Spalte Rechnungsabschluss unausgefüllt
ist. Eine Kontrolle der Haushaltsansätze ist damit nicht möglich.
Wir sind überzeugt, dass wir keine finanziellen Überraschungen
erleben werden, aber es wäre uns zweifelsohne lieber, wir könnten
es vergleichen. Also Fazit: lieber vier Wochen später einbringen
und mit dem Rechnungsergebnis des Vorjahres versehen, als
frühzeitig und unvollständig, weil der Rechnungsabschluss noch
nicht vorliegt.
Im Rahmen meiner Haushaltsrede möchte ich auch dieses Jahr allen
Dank sagen, die mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit dazu beigetragen
haben das kulturelle und sportliche Angebot in unserer Gemeinde zu
bereichern.
Gleichfalls danke ich den Damen und Herren des Gemeinderats und
der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden
Jahr.
Die Freie Bürgerliste wird dem Haushalt für das Jahr 2013
zustimmen.
Sprecher der Unabhängigen Wählervereinigung Gemeinderat Bernd
Schäfer:
Beginnen möchten wir mit dem Dank an Herrn Bürgermeister Ruckh
und seiner Verwaltung, und im speziellen an unseren Kämmerer Herrn
Haug, sowie allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die
Aufstellung des Planentwurfes für das diesjährige Haushaltsjahr
2013.
Dass die Zusammenstellung der Planzahlen auch für das vorgelegte
Zahlenwerk nicht einfach war, zeigen die im Nachhinein korrigierten
Zahlen und Änderungen, welche wir seit der Einbringung am 10.
Dezember 2012 erhalten haben.
Beginnen wir mal mit dem Positiven: Der Deckungsfehlbetrag im
Haushalt von 1,3 Millionen Euro aus dem Jahr 2010 konnte durch die
beiden wirtschaftlich etwas besseren vergangenen Jahre, bereits
Ende 2012 beglichen werden und belastet unseren aktuellen Haushalt
nicht mehr. Auch die offenen Kassenkredite von 1 Million Euro
konnten bis Ende 2012 zurückgezahlt werden. Die
Gewerbesteuereinnahmen haben sich 2012 auf die geplanten 2,5
Millionen Euro stabilisiert. Auch bei den Rücklagen haben wir zum
Jahresende des vergangenen Jahres wieder einen Betrag von ca. 2,5
Millionen Euro stehen.
Dieses hört sich alles prima an! Stimmt, aber es steckt auch
harte Arbeit und ein zähes Ringen seitens der Verwaltung und des
Gemeinderates um einzelne Punkte, Themen, Wünsche und Ausgaben
dahinter. Wir haben versucht jeden Ausgabeeuro in Frage zu stellen
und jede Einnahme gezielt einzusetzen. Bestimmte Dinge mussten
angegangen und umgesetzt werden, andere wollten, aber konnten nicht
umgesetzt werden oder wurden verschoben. Dies kam zum Teil in der
Bevölkerung nicht immer gut an, war aber leider wichtig und
notwendig.
Nun zu dem Nicht-so-Positiven: Wir haben das Ende des Tunnels
noch nicht erreicht, sondern sehen nur wieder einen kleinen
Lichtschein. So würde ich unsere momentane Situation beschreiben.
Wir müssen weiter versuchen alle Ausgaben genau zu betrachten,
versuchen die begonnenen Einsparpotenziale weiter einzuhalten und
auszuloten. Einnahmen zu erhalten und gezielt auf geplante
Investitionen und Projekte einzusetzen.
Bei der Ausgabenseite sind wir immer noch dabei, Sparpotenziale
zu finden und umzusetzen. Doch entweder geht es um sehr kleinere
Beträge oder aber um Maßnahmen mit größeren Auswirkungen und
deshalb nicht populär und/oder sofort umsetzbar.
Unsere Haushaltseinnahmen bestehen nun mal aus Anteilen an den
Steuern, den Zuweisungen und den Abgaben. Die Zuweisungen und
Steueranteile vom Bund und Land können wir nicht beeinflussen,
diese hängen von der allgemeinen Wirtschaftslage ab. Bei Steuern
und Abgaben ist es immer ein schmaler Grat, zum einen den Bürger
nicht mit allzu hohen Steuern zu belasten, diese dürfen aber auch
nicht zu gering sein um eventuelle Fördergelder zu erhalten und
sonstige Investitionen anzugehen. Hierzu auch unser Antrag die
Grundsteuer A+B, sowie die Gewerbesteuer moderat zu erhöhen, um
auch weiterhin handlungsfähig zu bleiben.
Trotz der nicht so rosigen Kassenlage - momentane Verschuldung
zum Jahresende 2012 von fast 5 Millionen Euro, das heißt 788,21
Euro pro Einwohner!!! – müssen wir weitere kleinere und
größere Projekte in diesem, wie auch in den kommenden Jahren
angehen. Deshalb heißt es auch weiterhin maßvoll hauszuhalten und
wünschenswertes auch mal zu verschieben.
Hierbei hätten wir die Bitte an Sie, Herr Bürgermeister Ruckh
und an die Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, gemeinsam
eine Liste der Großprojekte zu erstellen und maximal ein
Großprojekt pro Jahr bzw. Zeitraum anzugehen. Sollte uns, durch
unvorhersehbare Einflüsse, etwas dazwischenkommen, dann muss dies
halt verschoben werden. Ebenso ist mit kleineren Projekten und
Maßnahmen vorzugehen. Der Vorteil wäre ein größerer
Planungshorizont und eine transparentere Vorgehensweise, auch
gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Beteiligten.
Wir sehen hier von einer Auflistung von Maßnahmen zu diesem
Zeitpunkt ab, da dies zum einen Wünsche wecken könnte und zum
anderen noch von Faktoren abhängt, welche zum heutigen Tage noch
nicht ausreichend geklärt und besprochen sind. Bürger, Vereine und
Institutionen in unserer Gemeinde, wie auch die Verwaltung und der
Gemeinderat haben viele unterschiedliche Bedürfnisse und Neigungen,
welche sie erledigt und umgesetzt sehen möchten. Wir müssen uns
leider an andere Spielregeln und Faktoren halten, nämlich der
Bezahlbarkeit des Vorhabens, sowie dessen Dringlichkeit!
Bevor wir enden noch ein Wunsch:
Die Verwaltung hatte in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen
großen Mitarbeiterwechsel zu verkraften, wir hoffen und wünschen
Ihnen, Herr Bürgermeister Ruckh, Ihren Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, dass sich wieder ein gemeinsamer Geist entwickelt und
Kontinuität im Rathaus einstellen. Zum Wohle der Bürgerinnen und
Bürger, sowie der gemeinsamen Arbeit in diesem Hause.
Unser Ort hat ein solides Fundament, welches nicht mit Geld zu
bezahlen und zu ersetzen ist, vieles war und wird in Zukunft nur
durch das Engagement aller Beteiligten, vor allem das ehrenamtliche
Mitwirken vieler Bürgerinnen und Bürger möglich sein. Darum möchte
die UW an dieser Stelle bei allen Vereinen, Kirchen und
Institutionen mit ihren hauptamtlich und vor allem den vielen
ehrenamtlich tätigen Personen, sowie bei allen weiteren engagierten
Bürgerinnen und Bürger, die sich für unseren Ort und dessen
Menschen einbringen, einen ganz besonderer Dank aussprechen, denn
ohne die eine Gemeinde, wie die unsere, nicht funktionieren würde
und nicht überlebensfähig wäre.
Ebenfalls möchten wir den Kolleginnen und Kollegen des
Gemeinderats für die konstruktive, faire und sachliche
Zusammenarbeit in diesen nicht immer einfachen Zeiten zum Wohle
Wolfschlugens im vergangenen Jahr danken!
Die UW stimmt dem Haushaltsplanentwurf 2013 zu.
Gemeinderat Dieter Fichtner stellte für die CDU fest:
Die Haushaltssituation für unsere Gemeinde wird auch im Jahr
2013 nicht leicht.
Hohen Investitionen stehen zu geringe Eigenmittel gegenüber. Der
Schuldenstand der Gemeinde wird also weiter auf ca. 4,5 Millionen
bis Ende 2013 anwachsen. Für das Jahr 2013 sind für den Haushalt
17,05 Millionen Euro veranschlagt.
Die Gewerbesteuer bleibt eine wesentliche Stütze für unseren
Haushalt. Die Einnahmen werden wohl 2013 in gleicher Höhe fließen
wie im Jahr 2012. Hierdurch entstehen keine Freiräume für
Investitionen. Eine gute Infrastruktur und gute Bedingungen für
Gewerbetreibende sind Grundlage, um überhaupt Gewerbesteuern
generieren zu können. Unsere Beschlüsse sollten daran ausgerichtet
sein.
Einer moderaten Erhöhung sowohl der Gewerbesteuer als auch der
Grundsteuer werden wir zustimmen, um auch in Zukunft die immer
größer werdenden Verpflichtungen, z.B. die Kleinkindbetreuung,
schultern zu können. Nur so gibt es überhaupt die Möglichkeit die
vielfältigen freiwilligen Angebote der Gemeinde weitgehend aufrecht
zu erhalten, dennoch muss die Finanzierung geprüft werden. Es geht
kein Weg daran vorbei, Ausgaben im Verwaltungshaushalt nachhaltig
zu reduzieren. Hierzu müssen bereits besprochene Maßnahmen zügig
umgesetzt werden. Der Haushaltssanierung muss höchste Priorität
gegeben werden. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch
finanzierbar. Die eingesetzte Haushaltsstrukturkommission, in der
von unserer Seite Ellen Balz vertreten ist, wird hierzu in Bälde
weitere Vorschläge unterbreiten. In Wolfschlugen gibt es viele
engagierte Bürger, die sicherlich auch bereit wären ehrenamtlich
für die Gemeinde tätig zu werden. Hier gäbe es sicher auch
Möglichkeiten für bestimmte Arbeiten Freiwillige einzusetzen.
Das Großprojekt Umbau der Grundschule für die
Kleinkinderbetreuung wird bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein.
Hierfür werden im Jahr 2013 noch ca. 700.000 € fällig werden. Damit
wird der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung der unter Dreijährigen
umgesetzt. Die Personalkosten für die Kinderkrippe werden den
Haushalt nachhaltig belasten. Im Jahr 2013 müssen hierfür 311.000 €
aufgebracht werden.
Erfreulich ist, dass diese Kosten im Jahr 2013 aus dem Haushalt
heraus gedeckt sind, weil wir eine Zuführung zum Vermögenshaushalt
von 390.600 € zu verzeichnen haben.
Trotzt der schwierigen Finanzlage müssen auch Mittel für die
Infrastruktur aufgebracht werden. Im Haushalt sind 90.000 €
eingeplant, um die Wege auf dem Waldfriedhof zu sanieren. Nicht nur
die Friedhofswege müssen saniert werden, sondern auch die Straßen
und Gehwege in ganz Wolfschlugen müssen kontrolliert und
ausgebessert werden. Hier gilt es Gefährdungen für die Bevölkerung
zu vermeiden.
Weitere Mittel sind in diesem Jahr für die Renovierung des
Beethovenkindergartens vorgesehen.
Eine weitere große Investition, nämlich die Modernisierung
unserer Kläranlage, steht für das Jahr 2013 an. Hierfür werden wir
um signifikante Gebührenerhöhungen nicht herum kommen. Das
kommunale Abgabengesetz schreibt vor, dass die Wasser- und
Abwassergebühren die Kosten decken müssen.
Wir von der CDU wünschen uns eine sehr kritische Prüfung bei
Vergaben von Aufträgen für Gutachten. Expertenwissen in der
Gemeinde sollte ausgeschöpft werden, bevor Fremdgutachten erstellt
werden.
Themen, in denen keine vertraulichen Dinge beraten werden,
sollten in öffentlichen Sitzungen besprochen werden. Die Einwohner
von Wolfschlugen haben ein Recht darauf zu erfahren, wie die
Verwaltung und auch die Gemeinderätinnen- und Gemeinderäte zu den
Themen stehen. Ein Höchstmaß an Transparenz ist hier anzustreben.
Die meisten Beschlüsse haben schließlich auch finanzpolitische
Auswirkungen.
Wir werden auch in diesem Jahr alle Anträge von anderen Parteien
und Wählervereinigungen im Gemeinderat unterstützen, die dazu
beitragen den Haushalt nachhaltig zu konsolidieren und dem Wohl
unserer Gemeinde dienen.
An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen Mitbürgerinnen
und Mitbürgern bedanken, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit dazu
beigetragen haben, dass kulturelle, soziale und sportliche Angebote
überhaupt möglich sind und damit unser Gemeinwesen bereichern.
Herzlichen Dank auch an die Verwaltung, besonders auch an Herrn
Haug für den Haushaltsplan.
Den Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates gilt ein
besonderer Dank für die gute kollegiale Zusammenarbeit über alle
Parteigrenzen hinweg, was wirklich nicht als selbstverständlich
vorausgesetzt werden kann.
Sprecher der SPD Gemeinderat Jens Arnold:
Im Namen der SPD danken wir der Verwaltung, dass sie es auch in
diesem Jahr fertig gebracht hat, den Haushaltsplan pünktlich
vorzulegen.
Wir danken allen, die an der Beschaffung der notwendigen Zahlen
und Daten beteiligt waren und das Zahlenwerk umgesetzt haben.
1. RÜCKBLICK / AUSBLICK
Im vergangenen Jahr war die Renovierung und der Ausbau der U3
Betreuung im ehemaligen Grundschulgebäude eines der zentralen
Projekte. Die Renovierungs- und Umbaumaßnahmen konnten letztendlich
ohne allzu große Kostenerhöhungen und Verzögerungen erfolgreich
fertig gestellt werden. Das Karl-Schubert Fachseminar ist bereits
im vergangen Jahr in seine neuen Räume in Wolfschlugen eingezogen.
Auch die U3 Betreuung wird in den neuen Räumen in Kürze
starten.
Ein weiterer sehr arbeitsintensiver Schwerpunkt lag auf der
Vergabe der Stromkonzession der Gemeinde. Etliche
Ausschusssitzungen befassten sich mit diesem komplexen, in der
Öffentlichkeit selten wahrgenommenen, aber jedoch sehr wichtigem
Thema. Mit der Vergabe der Konzession an die FairEnergie in
Reutlingen haben wir nun einen sicherlich kompetenten Partner
gefunden. Allerdings ist das ganze Verfahren und der Ablauf bis hin
zu diesem Entschluss im Nachhinein als kritisch zu bewerten.
Die Umrüstung des ersten Teiles der Straßenbeleuchtung auf die
neue und sparsame LED Technik konnte erfolgreich abgeschlossen
werden.
Auch das Thema Gemeinschaftsschule am gemeinsamen Schulstandort
in Neuhausen beschäftigte uns im vergangenen Jahr und wird uns auch
2013 weiterhin beschäftigen. Den Entschluss der Schulleitung am
Standort in Neuhausen eine Gemeinschaftsschule einführen zu wollen,
halten wir für unterstützenswert. Denn es gibt für uns keine
schlechten Schüler, nur schlecht geförderte. Durch längeres
gemeinsames Lernen soll allen Kindern die Chance auf gute Bildung
gegeben, und künstliche Trennlinien vermieden werden.
Sehr positiv bewerten wir auch die Bereitschaft und Offenheit
der Bürgerinnen und Bürger Wolfschlugens sowie der Verwaltung, die
dringend benötigten Plätze für Asylbewerber zur Verfügung zu
stellen. Es ist leider noch immer nicht selbstverständlich Menschen
ohne Vorurteile, welche in ihren Heimatländern aufgrund
kriegerischen Auseinandersetzungen, Terror, ihrer politischen
Einstellung oder religiöse Orientierung verfolgt werden,
aufzunehmen. Hier gilt unser besonderer Dank all denjenigen die
sich im AK Asyl ehrenamtlich betätigen oder in Zukunft betätigen
wollen.
Die 2011 immer noch angespannte finanzielle Haushaltslage der
Gemeinde hat sich in 2012 nur leicht verbessert. Positiv zu
bewerten ist, dass die Rücklage Ende 2012 2.500.000,- € betrug. Ein
weiterhin großes Problem stellt jedoch die geringe bzw. gar nicht
vorhandene Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt dar. Nicht ohne
Grund weist die Gemeindeprüfungsanstalt auf eine
überdurchschnittliche Verschuldung von 587 Euro pro Einwohner hin.
Der Landesdurchschnitt hingegen beträgt jedoch nur 371 Euro pro
Einwohner. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang, dass die
Verschuldung noch deutlich ansteigen wird. Trotz dessen stehen auch
in den nächsten Jahren größere und kostenintensive Projekte an,
welche umgesetzt werden müssen.
2. THEMENSCHWERPUNKTE
- Die geologischen Voruntersuchungen zum Anschluss der
Kläranlage nach Grötzingen sind ebenfalls erfolgt. Hier ist nun
noch die abschließende Berechnung der Kosten bezüglich des
Regenüberlaufbeckens abzuwarten und auszuwerten. Erst dann kann
eine Entscheidung über den Verbleib, mit einer verbundenen
Modernisierung, oder den Anschluss nach Grötzingen getroffen
werden.
- Weiterhin muss im Zuge der Fortführung der
Eigenkontrollverordnung und der damit einhergehenden Sanierung der
Kanäle auf eventuelle Synergieeffekte bei den Themen
Straßensanierung und Hochwasserschutz geachtet werden.- Auch in der
Zukunft wir bei der Ausweisung kleinerer Neubauflächen darauf zu
achten sein gleichzeitig auch sinnvolle Maßnahmen im Bereich des
Hochwasserschutzes umzusetzen. Auch die örtliche Innenentwicklung
soll weiter vorangetrieben werden.
- In der mittelfristigen Finanzplanung muss zwingend Geld für die
zweite Wasserversorgungsleitung eingestellt werden. Die
Durchführung dieser Baumaßnahmen darf letztendlich nicht auf die
lange Bank geschoben werden.
- Ein letzter sehr wichtiger Punkt wird die Entscheidung über eine
Sanierung oder einen eventuellen Neubau des Feuerwehrhauses in den
kommenden Jahren sein. Auch hierbei gilt es eine möglichst
kostengünstige und zweckmäßige Lösung für die Feuerwehr zu finden.
Die Entscheidung über Sanierung oder Neubau wird das Gutachteten
des beauftragten Architekten liefern.
3. DANKSAGUNG
Zuletzt möchten wir uns auch ganz herzlich bei allen
ehrenamtlich Tätigen bedanken, die ihren Beitrag leisten unsere
demokratische Gesellschaft zu stützen, mitzutragen und so zu
gestalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Wolfschlugen zu
Hause fühlen.
Für die Offene Grüne Liste hielt Gemeinderätin Gabriele
Wiesmann fest:
Beginnen möchte ich heute mit meinem Eindruck der Veranstaltung
zur Aufnahme von Asylbewerbern am vergangenen Donnerstag. Etwa 40
Wolfschlüger waren gekommen und es hat kein einziges Wort der
Ablehnung oder Kritik an der Idee gegeben, Flüchtlinge aufzunehmen.
Im Gegenteil wurden eine Menge praktischer Fragen gestellt und eine
große Hilfsbereitschaft signalisiert. Dies ist nur ein Beispiel
dafür, wie gut unser Gemeinwesen hier im Kleinen funktioniert und
hat es mich stolz gemacht, ein Teil davon zu sein. Ein herzlicher
Dank an alle, die sich ehrenamtlich, ob in Vereinen und
Institutionen oder einfach nur ganz Privat, für andere einsetzen.
Das macht den Charakter unseres Dorfes aus und ist einfach
unverzichtbar.
Ein weiterer Dank an Herrn Haug und sein Team für die
Aufstellung des Haushaltsplanes, was ja immer eine Mischung aus
Sachkenntnis und Hellseherei darstellt.
Was soll man zu diesem Haushalt zu sagen?
Vielleicht ist es besser, dazu ein paar Aussagen von Menschen zu
zitieren, die etwas davon verstehen:
Matthias Berg, 1. Landesbeamter, im März 2012 über unseren
Haushalt:
„Die strukturellen Defizite im Verwaltungshaushalt sind noch
immer unverändert vorhanden“ und „Im Hinblick auf den Anstieg der
Verschuldung ist deshalb bei der Fortschreibung der Finanzplanung
ein sehr kritischer Maßstab unabdingbar“
Prüfbericht der GPA aus dem November 2012:
„Diese Finanzplanung“ (wie Sie von der Verwaltung vorgeschlagen
wird, Anm.) „ist wegen der unzureichenden Eigenfinanzierungskraft
deshalb allenfalls eingeschränkt tragfähig“ und „Vor dem
Hintergrund der eingeschränkten finanziellen Leistungskraft gilt es
(…) die Zunahme der Verschuldung soweit wie möglich zu
begrenzen“
Kämmerer Manfred Haug im Vorbericht zum Haushaltsplan 2013
zur mittelfristigen Finanzplanung:
„Mit der Erholung der angespannten Haushaltslage ist vor allem
wegen der meist zu geringen bzw. nicht vorhandenen Zuführungsrate
an den Vermögenshaushalt nicht zu rechnen. Investitionen sind nur
über Darlehnsfinanzierung möglich“
Das sagt eigentlich alles.
Gleichzeitig hat uns die Verwaltung eine Investitionsliste für
die Jahre 2012- 2015 vorgelegt, die im Bereich Gebäudesanierung und
Tiefbau/Grünflächen eine Investitionssumme von rund 22 Millionen
umfasst. Vieles auf dieser Liste gehört sicher in den Bereich
wünschenswert und anderes ist vielleicht unnötig oder gar keine
Investition, also lassen Sie uns großzügig die Hälfte streichen.
Andererseits fehlt aber durchaus auch manches, z.B. die neue
Hauptwasserleitung. Und in 2012 wurde praktisch nichts davon
wirklich investiert. Angesichts dieser Zahlen erscheint unsere
Rücklage von 3 Millionen eher kläglich, zumal, wie oben erwähnt, da
in Zukunft nicht viel dazukommen wird. Wenn (nach Herrn Haug)
Investitionen nur über Darlehnsfinanzierung möglich sind, heißt das
also, dass wir etwa 8 Millionen zusätzliche Schulden bis 2015
machen müssten, und darin ist die Rücklage auch schon eingerechnet.
Das kann doch wohl niemand wollen. Dann können wir danach
zukünftige Haushalte gleich ohne Investitionen planen, weil allein
der Schuldendienst jede Idee einer Rücklagenbildung zunichte macht.
Schulden haben nun mal die unangenehme Eigenschaft, dass sie
zurückgezahlt werden müssen.
Andererseits sind viele der geplanten Investitionen dringend
nötig zur Substanzerhaltung unserer Gebäude oder sogar Pflicht, wie
die Kanalsanierung.
Da ist guter Rat wirklich teuer. Wir werden vor weiteren
unangenehmen Einschnitten im Ausgaben- und Freiwilligkeitsbereich
nicht herumkommen, wir werden vor Steuern- und Gebührenerhöhungen
nicht herumkommen, wir werden Personal einsparen müssen und wir
werden trotzdem Schulden machen, vielleicht nicht ganz so viele.
Und wir können nur hoffen, dass die Konjunktur sich nicht
abschwächt, sonst sind sogar diese Annahmen noch viel zu rosig.
Und wir brauchen eine Menge gute Ideen, um das eine oder andere
Problem kostengünstig und mit Hilfe unserer Bürger lösen zu
können.
Dazu müssen wir unbedingt alle an einem Strang ziehen und mit
vereinten Kräften zusammenarbeiten. Im Gemeinderat gibt es eine
Menge Sachkenntnis, Engagement und vor allem eine Menge Kenntnisse
über Menschen mit den unterschiedlichsten Talenten, ich kann die
Verwaltung nur nachdrücklich auffordern, sich dieses Netzwerkes
vertrauensvoll zu bedienen.
Schließen möchte ich mit einem Dank für Ihre Geduld und einem
Zitat von Manfred Rommel, der offensichtlich ähnliche
Finanzsituationen wie die unsere schon erlebt hat:
„Sparen heißt, Geld, das man hat, nicht auszugeben. Bei uns geht
es aber darum, Geld, das wir nicht haben, nicht auszugeben, und das
nennt man Realismus.“
In diesem Sinne wünsche ich uns ein realistisches Jahr 2013.
Im Anschluss an die Haushaltsreden beriet man über den Antrag
der Unabhängigen Wählervereinigung Wolfschlugen (UW). Es wurde die
Erhöhung der Gewerbesteuer sowie der Grundsteuer um
10-Prozent-Punkte ab diesem Haushaltsjahr beantragt. Das Gremium
verständigte sich einstimmig darauf, dass die Änderung der
Hebesteuersätze erst zum Jahr 2014 erfolgen soll. Die Verwaltung
wird noch im 1. Halbjahr 2013 die Satzungsänderung vorbereiten, so
dass frühzeitig eine gemeinderätliche Entscheidung getroffen werden
kann.
Kurz und knapp aus dem Gemeinderat:
Bürgermeister Matthias Ruckh gibt bekannt, dass zwischenzeitlich
die Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart zum Wechsel des
Förderschulbezirks eingegangen ist. Die Gemeinde Wolfschlugen
wechselt zum kommenden Schuljahr den Förderschulbezirk. Künftig
besuchen die Förderschüler aus Wolfschlugen die Pestalozzi-Schule
in Filderstadt-Sielmingen. Bislang gab es eine Vereinbarung mit der
Stadt Nürtingen über die Aufnahme der Schüler in der
Theodor-Eisenlohr-Schule in Nürtingen. Diese wurde zum 31.08.2013
gekündigt.