Haushaltsplan 2012 und Wirtschaftsplan 2012 des Eigenbetriebs
Wasserversorgung – Beschlussfassung
In der letzten
Gemeinderatssitzung stand auf der Tagesordnung die Beschlussfassung des
Haushaltsplans 2012 sowie des Wirtschaftsplans 2012 des Eigenbetriebs
Wasserversorgung. Kämmerer Manfred Haug erläuterte in seiner Rede, dass sich der
Haushaltsplan seit der Einbringung im Oktober 2011 nur positiv entwickelt hat.
Im Jahr 2012 kann Wolfschlugen mit einer Schlüsselzuweisung vom Land rechnen, da
die Gemeinde im Jahr 2010 zu den steuerschwächsten Gemeinden im Land gehört hat.
Dieser Einmaleffekt wirkt sich sehr positiv auf den Haushalt aus. Außerdem ist
noch anzumerken, dass dadurch die Höhe der Kreditaufnahme etwas zurückgeht.
Kämmerer Manfred Haug warnt aber davor von einer finanziellen Entspannung in der
Gemeindekasse zu sprechen. „Solange Kreditaufnahmen noch notwendig sind, ist von
keiner Entspannung die Rede, sondern es muss weiterhin gespart werden“, so seine
Worte. Das Gremium fasste einstimmig den Beschluss dem Haushaltsplan 2012
zuzustimmen.
Beim Wirtschaftsplan 2012 gab es seit der Einbringung im Oktober 2011 keine
Änderung mehr. Der Fachbeamte für das Finanzwesen Manfred Haug informiert, dass
die Investitionen der Filderwasserversorgung auch von Seiten der Gemeinde
Wolfschlugen weitergegeben werden. Der Wasserpreis ist im Vergleich zu anderen
Kommunen in Wolfschlugen auf einem sehr niedrigen Niveau. Für das Jahr 2012 ist
aber keine Erhöhung des Wasserpreises geplant. Dem Wirtschaftsplan 2012 des
Eigenbetriebs Wasserversorgung wird vom Gemeinderat ebenfalls einstimmig
zugestimmt.
Kündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über den gemeinsamen
Betrieb einer Förderschule in Nürtingen
Der Gemeinderat hat bereits in seiner Sitzung am 17.10.2011 entschieden, dass
sich die Gemeinde Wolfschlugen bezüglich der Zugehörigkeit zum
Förderschulverband Nürtingen umorientiert. Aufgrund einer nur noch einzigen
Schülerin in Nürtingen wurde entschieden, dass Wolfschlugen künftig eine
Vereinbarung mit der Stadt Filderstadt abschließt und die Vereinbarung mit der
Stadt Nürtingen und den dazugehörigen Umlandgemeinden gekündigt wird. Die
Kündigung erfolgte auch bereits. Wie jetzt allerdings von Seiten des
Regierungspräsidiums feststellt wurde, gibt es noch eine zweite Vereinbarung,
die für den endgültigen Austritt ebenfalls gekündigt werden muss. In der
jetzigen Sitzung wurde einstimmig entschieden, dass auch die zweite Vereinbarung
aus dem Jahr 1982 gekündigt werden soll. Zum 1.8.2013 soll der Wechsel nach
Filderstadt erfolgen.
Rundgang des Gemeinderats am 14.01.2012 - einige Bäume werden im
Herbst ausgetauscht
Am 14.01.2012 fand ein Rundgang des Gemeinderats statt. Anlass war das Thema
der Baumbepflanzung in verschiedenen Straßen im Ort. In der Gemeinderatssitzung
am 16.01.2012 hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, einige der Bäume zu
entfernen und gegen neue, jüngere Bäume zu ersetzen. Diese Aktion wird in der
Beethovenstraße und in der Goethestraße für den Herbst 2012 eingeplant. Bis
dahin soll auch das Konzept der Ersatzpflanzung stehen, mit dem sich der
Gemeinderat noch im Laufe dieses Jahres beschäftigen wird.
Auf dem Spielplatz in der Richard-Wagner-Straße werden zwei Bäume entfernt.
Es erfolgt eine Ersatzpflanzung. Ferner wird der Ahorn aus Sicherheitsgründen
eingekürzt. Die Pflegemaßnahmen werden noch im Februar umgesetzt werden.
In der Grundschule muss die Kastanie gefällt werden. Das Baumgutachten zeigt
auf, dass an verschiedenen Stellen durch die Vorschädigung der Baumscheibe ein
Pilzbefall in Zukunft sehr wahrscheinlich ist. Ferner gibt es erste morsche
Stellen im Kronenbereich, die erheblichen Unterhaltsaufwand bedeuten.
Mehrheitlich hat sich das Gremium dafür ausgesprochen den Kastanienbaum noch im
Februar zu fällen. Einig waren sich Verwaltung und Gemeinderat darin, dass die
Entscheidung allseits schweren Herzens getroffen wurde. Im Zuge der Neuplanung
für die Kinderkrippe soll ein neuer Kastanienbaum im Außenbereich der
Kinderkrippe gepflanzt werden.
Eingehende Diskussion während des Rundgangs fast an jedem Baum.
Grundsätzlich folgte man wo irgend möglich der Beschlusslage, jeden Baum
möglichst zu erhalten. Falls ein Baum fallen sollte, soll er durch einen
neuen ersetzt werden, sofern dieser nicht durch sinnvollen Rückschnitt
erhalten werden kann.
Haushalt 2012 - Generaldebatte zum Haushaltsplan 2012
Die verschiedenen Fraktionen des Gemeinderates brachten in der vergangenen
Sitzung Ihre Haushaltsreden ein. Die Finanzsituation der Gemeinde Wolfschlugen
hat sich zumindest im Verwaltungshaushalt etwas entspannt. Allerdings kann nicht
von einer allgemeinen finanziellen Entlastung gesprochen werden, da mit der
Umsetzung der Kleinkindbetreuung im Jahr 2012 neue Aufgaben auf die
Gemeindeverwaltung zukommen. Damit verbunden sind Investitionen beim Umbau und
der Sanierung der ehemaligen Grundschule zu tätigen. Darum heißt das Gebot der
Stunde auch weiterhin: Sparen.
Die Haushaltsreden der Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat sind
nachfolgend abgedruckt:
Für die Freie Bürgerliste sprach Gemeinderat Karl Münzinger:
Seit geraumer Zeit liegt uns der Entwurf des Haushaltsplanes für das Jahr
2012 vor. Erfreulicherweise ist das Zahlenwerk im Verwaltungshaushalt optisch
freundlicher als im vergangenen Jahr. Grund zur Euphorie besteht dennoch
keinesfalls. Ehe ich jedoch tiefer in das Planwerk einsteige, möchte ich mich im
Namen der Freien Bürgerliste für die zeitige Vorlage des Entwurfs bei Ihnen,
Herr Ruckh, und natürlich bei unserem Kämmerer Herrn Haug und seinem Team
bedanken, das an der Aufstellung des Planwerks mitgewirkt hat. Erwartungsgemäß
hat unser Zugpferd, die Gewerbesteuer die Talsohle im Jahr 2011 durchschritten
und sich wieder im normalen Bereich angesiedelt. Die zu erwartenden
Mehreinnahmen in diesem Jahr tun uns spürbar gut, wenngleich ein Teil davon an
die Gewerbesteuerumlage abzuführen ist. So gesehen ist der Haushaltsansatz für
das Jahr 2012 in Höhe von 2,5 Mill. Euro mehr als realistisch und von dem
auszugehen ist, dass wir diesen Betrag auch erreichen. Ebenso eingetreten ist
unsere Prognose einer besseren Finanzlage für 2012 durch den Erhalt von
Schlüsselzuweisungen des Landes. Haben wir in den vergangenen Jahren mit
erhöhten Abgaben zu kämpfen, kommt uns im nächsten und übernächsten Jahr unsere
wirtschaftliche Talsohle der letzten beiden Jahre zugute und wir erhalten diese
erhöhten Schlüsselzuweisungen. Immerhin erwirtschaftet der Verwaltungshaushalt
eine Zuführungsrate in Höhe von 1,95 Mio. Euro, eine Zahl, von der wir bislang
allenfalls träumen konnten. Dies ist auch bitter nötig, denn damit können und
müssen wir die im vergangenen Jahr aufgenommenen Kassenkredite wieder tilgen.
Grundsätzlich können wir sagen, dass unsere Steuereinnahmen sich in Richtung
Normalität entwickeln. Sie liegen deutlich über den Zahlen der vergangenen
Jahre, gleichfalls aber deutlich unter den Jahren in denen wir Spitzeneinnahmen
hatten. Mit den vorliegenden Zahlen sind die Einnahmemöglichkeiten weitgehend
ausgereizt. Folglich bleibt uns nur die Möglichkeit, auf der Ausgabenseite
unseres Verwaltungshaushaltes nach Einsparungen zu suchen. Dies wird die
vordringliche Aufgabe sein, mit der sich der Haushaltskonsolidierungsausschuss
im kommenden Jahr zu beschäftigen hat. In den vergangenen Jahren haben wir stets
auf eine Reduzierung des Personals bestanden bei jeder sich bietenden
Gelegenheit. Im Bauhofbereich konnte dies umgesetzt werden. Für den
Verwaltungsbereich sollte ein Gutachten Möglichkeiten eröffnen, wie dies am
ehesten erreicht werden kann. Leider hat das Gutachten, das vom Gemeinderat
erhoffte Ergebnis in Bezug auf eine Personalreduzierung nicht gebracht. Wir als
Gemeinderat können nun sagen entweder war die Aufgabenstellung verfehlt oder
sind unsere Forderungen unrealistisch. Ich denke beides ist nicht der Fall.
Einige Ansätze sind sicher geeignet, sich darüber Gedanken zu machen. Was die
Personalreduzierung betrifft, so gibt es zwischenzeitlich durch die
bevorstehenden Personalwechsel um die Jahreswende herum Spielraum, dies zu
erreichen. So gesehen kann sich der Gemeinderat durchaus mit Teilen des
Gutachtens anfreunden, wenngleich er für die Personalreduzierung der
Kernverwaltung kein Gutachten benötigt hätte. Trotz der aufgeführten
Personalreduzierungen wird es zu Kostensteigerungen kommen im Personalbereich
durch die bevorstehende Einführung der Kleinkindbetreuung unserer Kinder unter 3
Jahren. Dazu sind wir, wie alle Kommunen verpflichtet und haben keinerlei
Spielraum. Erfreulich ist die vom Land in den letzten Tagen beschlossene
Erhöhung der Betreuungskosten. Sie mindert die von den Kommunen zu tragenden
Kosten spürbar ab wenngleich wir noch den Löwenanteil zu tragen haben. Für
Wünsche sind in diesem Haushaltsplan kein Spielraum und keine Gelder enthalten.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass vom Gemeinderat keine Anträge zum
Haushaltsplan gestellt wurden. Noch stehen große Investitionen im
Zukunftsinvestitionsprogramm wie etwa die Sanierung der Kanäle, Anschluss oder
Sanierung der Kläranlage und Umsetzung der Hochwasserschutzkonzeption von denen
wir noch nicht wissen, wie deren Finanzierung aussehen wird.
Die Haushaltsrede möchte ich auch in diesem Jahr zum Anlass nehmen, mich im
Namen der Freien Bürgerliste bei den Vereinen, Gruppierungen, Organisationen und
den Kirchen zu bedanken, die sowohl im kulturellen wie sportlichen Bereich zu
einer Bereicherung unseres Gemeindelebens in diesem Jahr beigetragen haben.
Mein Dank gilt darüber hinaus den Damen und Herren des Gemeinderats und der
Verwaltung für die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr.
Die Freie Bürgerliste wird dem Haushaltsplan für das Jahr 2012 zustimmen.
Sprecher der Unabhängigen Wählervereinigung Gemeinderat Bernd
Schäfer:
Zu Beginn möchten wir uns bei der Verwaltung, Herrn Bürgermeister Ruckh,
unserem Kämmerer Herrn Haug, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Verwaltung für die nicht leichte Aufstellung des Planentwurfes für das kommende
Haushaltsjahr 2012 bedanken. Wir hoffen Ihre Zahlen und Ansätze treffen zu und
wir können geplante oder bereits begonnene Projekte und Vorhaben realisieren und
abschließen. Wie schwer dies vorherzusehen, zu planen und umzusetzen ist, zeigen
die vergangenen Jahre in unserer Gemeinde. Vorhersehen ist eigentlich unmöglich,
vielleicht etwas erahnen, dies jedoch nur wage und ungenau. Planen kann man nur
mit genauen Vorgaben und Zielen. Umsetzen und realisieren geht nur dann, wenn
die Vorgaben und Ziele durchdacht, ausgearbeitet, besprochen und beschlossen
sind. Selbstredend, logisch werden Sie sagen. Ja, richtig, aber dies alles
benötigt auch eine gewisse Zeitschiene. Zeit, die wir heutzutage nicht mehr
haben oder nicht mehr bekommen. Die Haushaltsdebatte ist die Möglichkeit für den
Gemeinderat sich nicht nur themenbezogen, sondern auch allgemeinpolitisch und
übergeordnet zu äußern. Und dies möchten wir heute einfach mal wahrnehmen. Wir
könnten an dieser Stelle auf die Zahlen und Auswirkungen des
Haushaltsplanentwurfes 2012 eingehen, möchten wir aber nicht, da wir dies
bereits bei der letzten Haushaltsrede ausführlich getan haben. Zugegeben die
Zahlen haben sich leicht nach oben verändert, jedoch der Hintergrund, die
Maßnahmen und die Auswirkungen sind dieselben geblieben: Geringe Einnahmen, hohe
Verbindlichkeiten, viele Aufgaben und einen hohen Standard in der Gemeinde. So
ein Haushaltsplanentwurf zeigt einem deutlich auf, wie steht unsere Gemeinde da,
was ist machbar und wo muss eingespart werden. Aber wie überall gibt es nicht
nur schwarz oder weiß, richtig oder falsch. Viele Faktoren spielen hier eine
Rolle und haben schwere bis nicht vorhersehbare Auswirkungen. Ein Faktor ist die
Wirtschaftslage, wir planen mit Gewerbesteuereinnahmen von denen wir nicht
wissen ob sie eintreffen oder nicht, da wir keinen Einfluss haben und heutzutage
das Auf und Ab schneller ist als einem lieb ist und Spekulationen oft
wirtschaftlicher angesehen werden als exakte Planungen. Die Bundesregierung
beschließt Gesetze und Maßnahmen deren Umsetzung kurzfristig sind, um bestimmte
Dinge zu lenken und einzuwirken, deren Auswirkungen, sprich Steuern und Abgaben,
wir jedoch zu begleichen haben. Aber deren Vorhersehbarkeit und Planbarkeit fast
unmöglich ist. Unsere Landesregierung hat gewechselt und mit ihr auch zum Teil
die Wünsche, Themen und Vorgaben. Als Beispiel sei hier nur die Bildungspolitik
zu nennen. Diese ändert sich heutzutage schneller als jeder Kleiderwechsel und
verunsichert zum einen die Lehrkräfte, zum anderen die Eltern, vom Schulträger,
den Städten und Gemeinden, ganz zu schweigen. So schnell kann man diese, meist
noch nicht ausgearbeiteten, Vorgaben umsetzen. Von den zu planenden Kosten und
den vorhandenen Mitteln ganz zu schweigen.
Auch die Region und der Landkreis versuchen nicht nur Notwendiges, z.B.
Verkehr und Krankenhäuser, zu bearbeiten, sondern auch Projekte, die unter der
Kategorie „Wünschenswert“ geführt werden, werden beschlossen sowie umgesetzt und
Tragen somit zur erhöhten Abgabenlast der Kommunen bei. Nun sind wir bei uns
selbst angelangt, bei unserer Gemeinde, sowie bei uns als Bürgerinnen und
Bürgern. Wir leben hier und deshalb möchten wir unsere Umgebung gestalten und so
haben wie wir es gerne hätten. Das dies nicht immer einfach und machbar ist, hat
unterschiedliche Faktoren. Der eine sind die Vorgaben, die so genannten
Pflichtaufgaben einer Kommune, der andere sind die Bedürfnisse und Wünsche aller
Bürger, Institutionen, Vereine usw. einer Gemeinde und der Dritte ist das
vorhandene Geld, sprich die Einnahmen, die Finanzierbarkeit und die Machbarkeit.
Wenn man den Haushalt nun von dieser Seite aus betrachtet, dann zeigt es einem,
das sich unser Einfluss nur auf einen Teil beschränkt, auf den letztgenannten,
unsere Gemeinde. Und auch hier muss man noch die so genannten Pflichtausgaben
speziell betrachten, welche uns in unserem Handlungsspielraum weiter
einschränken. Um ein Beispiel zu nennen, sind die Vorgaben im
Kindergartenbereich bzw. die Kleinkindbetreuung und ihrer zeitlichen Umsetzung,
welche wir von Land und Bund vorgeschrieben bekommen, aber selbst bezahlen
müssen. Was eine Auswirkung auf mehr Räumlichkeiten, weitere Angebote und
Betreuungszeiten, mehr Personal, d.h. Mehrausgaben zur Folge haben. Eine
Kostendeckung ist aus vielerlei Gründen einfach nicht machbar und sozial nicht
vertretbar. Somit müssen die fehlenden Gelder aus anderen Bereichen der
Haushaltskonten zur Deckung beitragen. Was aber wieder Auswirkungen auf andere
Vorhaben hat. In den vergangenen 40-50 Jahren ist Wolfschlugen aufgeblüht und es
ist viel entstanden. Die zahlreichen Einrichtungen und Gebäude für alle Bereiche
des gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Lebens, welche entstanden
sind, müssen instand gehalten oder zum Teil saniert werden. Diese Dinge sind
entstanden, weil es die Haushalte dieser vergangenen Jahre zugelassen haben oder
weil sie für notwendig erachtet wurden. Also so genannte
Freiwilligkeitsleistungen. Das Tafelsilber, unsere Bauplätze, sind zum größten
Teil verkauft und die Rücklagen aus den guten Zeiten aufgebraucht. Wenn es uns
heutzutage haushaltstechnisch nicht so gut geht, dann müssen wir darüber
nachdenken, wo kann man einsparen, was kann man streichen und was wird nicht
gemacht. Wir finden, dass dies nicht so einfach ist und nur mit ein paar
Leistungen oder Stellen zu streichen, um ein paar Zahlen zu verschönern, ist es
nicht getan. Wir haben im Gemeinderat beschlossen eine
Haushaltsstrukturkommission im kommenden Jahr einzuberufen, welche sich mit
diesen Dingen auseinandersetzt. Und dies ganzjährig und frühzeitig und nicht
erst wenn der nächste Planentwurf und die Haushaltsdebatte 2013 ansteht. Hierbei
ist dann zu beachten, warum wurde dieses oder jedes damals so gemacht und was
für einen Nutzen bzw. Folgen hat es für uns Bürger und die Gemeinde heute und in
Zukunft. Das dies nicht einfach wird ist jedem verständlich. Hierzu müssen auch
die Betroffenen Institutionen, Vereine und Bürger mit einbezogen werden. Jedoch
muss allen hier am Ort klar sein, dass es ohne Reduzierungen, Streichungen und
Loslassen von Lieb gewonnen und vielleicht Wünschenswertem nicht geht. Es gibt
nicht nur Zahlen und Fakten, es gehören hierzu auch Menschen und das soziale
Miteinander, aber es muss auch wirtschaftlich vertretbar, sowie der Gemeinschaft
und der Zukunft in Wolfschlugen von Nutzen sein. Dies geht nur gemeinsam, wenn
Verwaltung, Gemeinderat, sowie die Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen
und versuchen ein gemeinsames Ziel zu finden. Der Weg dorthin wird für uns alle
hart und steinig sein, aber nur so werden wir in den kommenden Jahren wieder vom
Reagieren zum Agieren kommen. Das dies möglich und machbar ist zeigt die
Vergangenheit, deshalb möchten wir von der UW an dieser Stelle an alle Vereine,
Kirchen und Institutionen mit ihren hauptamtlich und vor allem den vielen
ehrenamtlich tätigen Personen, sowie an alle weiteren engagierten Bürgerinnen
und Bürger, die sich für unseren Ort und dessen Menschen einbringen, einen ganz
besonderer Dank aussprechen, denn ohne die eine Gemeinde, wie die unsere, nicht
funktionieren würde und nicht überlebensfähig wäre. Ebenfalls möchten wir den
Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats für die konstruktive, faire und
sachliche Zusammenarbeit in diesen nicht immer einfachen Zeiten zum Wohle
Wolfschlugens in diesem Jahr danken! Zum Schluss sind uns in der nun anstehenden
Advents- und Weihnachtszeit noch zwei Wünsche gestattet: Wir möchten unsere
Mitbürgerinnen und Mitbürger bitten, sachlich und fair mit uns Gemeinderäten und
unseren Entscheidungen umzugehen. Wir versuchen immer die bestmögliche Lösung
zum Wohle aller zu treffen, das dies nicht immer für jeden Einzelnen und dessen
speziellen Fall sein wird, liegt in der Natur der Sache, denn auch wir dürfen
Vorgaben, Regeln und Mehrheiten, die es nun mal in einer Demokratie gibt, nicht
ignorieren.
Unser zweiter Wunsch richtet sich an Sie, Herr Bürgermeister Ruckh, bitte
nehmen Sie uns Bürger, Gemeinderäte und Ihre Mitarbeiter bei Ihren Vorhaben mit.
Alles gleichzeitig und sofort geht halt nicht immer. Weniger ist manchmal mehr
und zu viele offene „Baustellen“ verhindern den Blick aufs Wesentliche. Die UW
stimmt dem Haushaltsplanentwurf 2012 zu.
Gemeinderätin Ellen Balz konstatierte für die CDU:
Es fällt nicht leicht die finanzielle Situation unserer Gemeinde in einer
Rede darzustellen. Wir werden deshalb einige wichtige Eckpunkte näher
erläutern.
Für das Jahr 2012 beträgt der Haushalt 17,9 Mio. Euro. Nur im
Verwaltungshaushalt sind die Aussichten ganz gut. Die Zuführungsrate in den
Vermögenshaushalt muss dazu genutzt werden, den Fehlbetrag aus 2010 zu decken
und ein etwaiger Überschuss muss unbedingt den allgemeinen Rücklagen zu geführt
werden, um für Engpässe , die bestimmt kommen werden einen kleinen Puffer zu
haben. Die Gewerbesteuer bleibt weiterhin ein unsicherer Faktor, obwohl sie
unsere wichtigste Einnahmequelle ist. Im Moment befindet sich die Wirtschaft im
Aufwind, wenn auch Wolfschlugen diesen Wind nicht so richtig zu spüren bekommt.
Jedoch sprechen die ersten Experten bereits davon, dass sich die Wirtschaft
wieder abschwächen wird. Mittel- und Langfristig werden wir diese Unsicherheit
bei unseren Planungen und Investitionen so gut wie möglich einkalkulieren
müssen. Die schon 2011 beschlossene Erhöhung der Grundsteuer, und der
Friedhofsgebühren sowie die kürzlich kostendeckend beschlossenen
Abwassergebühren sind ein Schritt in die Richtung, um mehr Einnahmen zu
bekommen, die kalkulierbar sind. Trotz der schwierigen Finanzlage kommen wir um
Investitionen nicht herum. Besonders die Betreuung im Kleinkindbereich erfordert
große finanzielle Anstrengungen von Seiten der Kommunen. Per Gesetz wurde
beschlossen, dass ab 2013 auch Kinder unter Drei einen gesetzlichen Anspruch auf
einen Betreuungsplatz haben. Das bedeutet für uns in Wolfschlugen, dass wir eine
Kinderkrippe einrichten müssen. Dies setzen wir um, indem das Grundschulgebäude
saniert wird. Im Erdgeschoss kommt die Kinderkrippe unter, die anderen
Stockwerke werden an die Karl-Schubert-Werkstätten vermietet .Im Seitenteil
bleibt weiterhin die Musikschule. Die Kosten belaufen sich auf knapp 2 Mio., die
durch Kredite finanziert werden müssen. Ein Teil kann durch die Mieteinnahmen
gedeckt werden. Dieses Projekt war gleichzeitig die einzige Möglichkeit das
Grundschulgebäude zu erhalten, denn wer weiß, was unser Schulsystem in den
nächsten Jahren neues bringt. Dieses erweiterte Betreuungsangebot führt
natürlich zu erheblichen Mehrkosten an Personal. Weitere Ausgaben sind im
Bereich der Kanalsanierung zu erwarten. Über die Fortführung der Kläranlage bzw.
Zusammenschluss mit Aichtal müssen wir unserer Meinung nach entscheiden, sobald
die geologischen Gutachten über den Kanal vorliegen, bevor neue Gelder für
irgendwelche Ingenieurleistungen zur Verfügung gestellt werden. Weiter stehen
Ausgaben für den laufenden Unterhalt unserer Gebäude an; über die Erneuerung der
Computer für das Rathaus muss noch entschieden werden. Mittel- und langfristig
werden weitere Investitionen im Bereich Hochwasserschutz auf uns zukommen.
Ebenfalls wird ein Umbau oder eine Sanierung des Feuerwehrhauses notwendig
werden, um die Arbeit unserer Feuerwehr auch in Zukunft zu sichern. Fakt ist,
selbst wenn nur wenige notwendige Investitionen getätigt werden, müssen diese
Ausgaben fremdfinanziert werden. Der Schuldenstand wird bis Ende 2012 auf fast 7
Mio. anwachsen. Die Einnahmemöglichkeiten unserer Gemeinde sind nahezu
ausgereizt. Die Steuern und Gebühren können nicht endlos erhöht werden, auch
wenn ein gewisser Spielraum nach oben sicher noch vorhanden ist. Die
Gewerbesteuer bleibt weiterhin unsicher und große Einnahmen aus
Grundstückserlösen sind auch nicht zu erwarten. Deshalb müssen wir nach
Möglichkeiten suchen, die Ausgaben Verwaltungshaushalt nachhaltig zu
reduzieren. Wir von der CDU würden die Gründung einer
Haushaltsstrukturkommission begrüßen. Darin müssen alle Leistungen der Gemeinde
auf den Prüfstand. In Anlehnung an das Gutachten der GPA müssen die
Personalkosten und die Wirtschaftlichkeit der gemeindlichen Einrichtungen
genauso geprüft werden, wie die freiwilligen Leistungen. Dazu gehören auch die
Ausgaben für Veranstaltungen, die Ausgaben an die Vereine, Musikschule,
Bücherei, Sporthalle usw. So schwer es uns fällt. Dennoch möchten wir davor
warnen uns tot zu sparen. Denn wenn das Kultur- und Vereinsleben stirbt, stirbt
auch die Attraktivität unseres Ortes. Dies wird dazu führen, dass viele jüngere
Mitbürger abwandern in Orte, die mehr zu bieten haben. Auch die Ansiedlung neuer
Industriebetriebe wird darunter leiden. An der Verwaltung, den Bürgern und uns
wird es liegen hier einen Weg zu finden, der langfristig in welcher Form auch
immer finanzierbar bleibt. Vieles wird nur noch mit Hilfe von ehrenamtlich
engagierten Bürgerinnen und Bürgern und durch die Übernahme von Patenschaften
möglich sein. Die CDU verzichtet dieses Jahr auf Anträge. Wir danken allen
Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die auch im vergangenen Jahr durch ihr
ehrenamtliches Engagement unseren Ort bereichert haben. Ebenfalls bedanken
wir uns bei der Verwaltung, besonders bei Herrn Haug für dieses umfangreiche
Zahlenwerk, und bei unseren Gemeinderatskolleginnen und Kollegen für die
gute Zusammenarbeit.
Sprecher der Offenen Grünen Liste Gemeinderat Uwe Secker:
Unsere Haushaltsrede steht unter der Überschrift: „Sparen heißt – nicht
ausgeben“.
Die Haushaltslage für das Jahr 2012 scheint sich zu erholen. Es sind höhere
Einnahmen aus Gewerbesteuer und Umlagen zu erwarten. Vielleicht sind wir mit
einem blauen Auge davongekommen. Aber wer weiß, was in Zukunft auf dem
Finanzmarkt geschieht. Diese Einnahmen sind zwar etwas beruhigend, wir
sollten jedoch dringend damit die laufenden Kosten des Haushalts decken und
gleichzeitig die entstandenen Finanzlöcher der beiden vergangenen Jahre stopfen.
Die Kredite im Umfang von 3,3 Mio. € müssen so schnell wie möglich zurückbezahlt
werden, bevor vermeidbare Neuausgaben getätigt werden. Investitionen und
Bauvorhaben, wie z.B. Kanalsanierung Schulstraße oder Sanierung und Umbau des
Feuerwehrhauses, sollten wir auf Dringlichkeit überprüfen und gegebenenfalls
verschieben oder gar ablehnen. Denn zunächst müssen wir den auferlegten
Verpflichtungen nachkommen, die das Land auf die Kommunen abwälzt. Zwar versucht
die neue Regierung den Schaden zu begrenzen, indem sie die Zuschüsse für die
Kinderbetreuung erhöht, aber derzeit sind auch sogenannte kleine Belastungen für
uns eine große Last. Vor allem entstehen hierdurch zusätzliche Personalkosten in
der U3-Betreuung, die uns dauerhaft im Nacken sitzen. Deshalb werden wir uns
überlegen, wie wir die kommunale Personalstruktur und die damit verbundene
Arbeitsverteilung sinnvoll und kostensparend ändern können. Dass sich unser
Gebührenniveau, im Vergleich zu anderen Kommunen, auf einem sehr humanen Stand
befindet ist wohl den meisten Mitbürgern bekannt. Hier sehen wir in Zukunft noch
etwas Anpassungsspielraum, um die anstehenden Verpflichtungen, wie z.B.
Kanalsanierung und Kläranlagenproblematik finanziell meistern zu können.
Natürlich muss die Bevölkerung darüber im Detail sensibilisiert und informiert
werden. Unsere Freiwilligkeitsleistungen, wie Musikschule, Bücherei,
Vereinsförderung, Kinder- und Jugendhaus, Krämer- und Weihnachtsmarkt wollen wir
unseren Bürgern nicht unbedingt wegnehmen. Wir müssen jedoch dringend
überprüfen, wie wir dabei im Einzelnen Kosten reduzieren können. Bei der
Durchführung des Weihnachtsmarktes haben wir bereits durch Unterstützung von
Jugendlichen versucht Personalkosten einzusparen. Zusätzlich wurde der
Stromobolus für die Anbieter erhöht. Dabei haben wir festgestellt, dass die
Bürgerschaft durchaus mitzieht, die Problematik verständnisvoll mit trägt und zu
Lösungshilfen bereit ist. Das ist ein Zeichen des gut funktionierenden
Zusammenlebens in unserer Gemeinde, was uns sicherlich in Zukunft auch den
Rücken stärken wird. Deshalb noch einmal unser Appell: „Sparen heißt – nicht
ausgeben“ und mit erwirtschafteten Überschüssen zweckgebundene Rücklagen
bilden! In diesem Sinne bedanken wir uns bei allen Mitbürgerinnen und
Mitbürgern, die ehrenamtlich tätig sind, bei den Kirchen und Vereinen für ihre
wertvolle Arbeit und ausdrücklich bei Ihnen, Herr Ruckh, Ihren Amtsleitern und
allen Mitarbeitern der Verwaltung für Ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Die OGL
stimmt dem Haushaltsplan 2012 zu.
Für die SPD hielt Gemeinderat Jens Arnold fest:
Im Namen der SPD danken wir der Verwaltung, dass sie es auch in diesem Jahr
fertig gebracht hat, den Haushaltsplan pünktlich vor Beginn des Rechnungsjahres
vorzulegen. Wir danken allen, die an der Beschaffung der notwendigen Zahlen und
Daten beteiligt waren und das Zahlenwerk umgesetzt haben.
1. RÜCKBLICK / AUSBLICK
Im vergangenen Haushaltsjahr beschäftigte sich der Gemeinderat unter anderem
sehr intensiv mit der Frage wie es mit unserem alten Grundschulgebäude
weitergehen solle. Das Thema alte Grundschule nahm auch einen wesentlichen Teil
der Zeit an der Klausurtagung des Gemeinderates in Anspruch. Schlussendlich
entschied sich eine große Mehrheit der Gemeinderäte für den Erhalt und eine
damit verbundene energieeffiziente aber auch möglichst kostengünstige
Renovierung des Gebäudes. Ein Hauptgrund für die Erhaltung des Gebäudes war die
auf die Gemeinde zukommende gesetzliche Betreuungspflicht für Kinder unter drei
Jahren. Um dieser Pflicht bis 2013 auch ausreichend nachzukommen werden im
Erdgeschoss der ehemaligen Grundschule 3 U3-Gruppen mit je 10 Plätzen
eingerichtet werden. In den 2 weiteren Obergeschossen wird die
Karl-Schubert-Seminar-Fachschuleeine
Berufsfachschule einrichten. Dies stellt neben dem finanziellen Aspekt für die
Gemeinde auch einen nicht zu unterschätzenden sozialen Aspekt dar. Die 2010 sehr
angespannte Finanzielle Haushaltslage der Gemeinde hat sich in 2011 geringfügig
verbessert. Die Einnahmen im Bereich der Gewerbesteuer liegen ca. 900.000 Euro
über dem Planansatz mit 1.8 Millionen Euro. Zur Sicherstellung der Liquidität
der Gemeinde musste im Gegensatz zu den vergangenen Jahren kein weiterer
Kassenkredit aufgenommen werden. Die anstehende Renovierung der Grundschule
schlägt im kommenden Haushaltsjahr mit 2 Millionen Euro zu Buche – nicht
unerwähnt sollte hierbei bleiben, dass dieser Invest komplett aus Fremdmitteln
getätigt werden muss. Des Weiteren sind für die Fortführung der
Eigenkontrollverordnung 300.000 Euro veranschlagt. In diesem Zusammenhang stehen
auch die 100.000 veranschlagten Euro für die Erneuerung der Straßen. Weitere
100.000 sind für die Fortsetzung des Austauschs alter Straßenlampen in die neue
energieeffizientere LED-Technik eingeplant. Der letzte große Posten mit 350.00
Euro betrifft die geologischen Untersuchungen zum Anschluss der Kläranlage nach
Grötzingen. Da für das Haushaltsjahr 2012 über 3 Millionen Euro an Krediten
aufgenommen werden, müssen auch im kommenden Haushaltsjahr alle
Ausgabepositionen auf weitere Einsparmöglichkeiten überprüft werden.
2. THEMENSCHWERPUNKTE
- Ein weiterhin wichtiges Thema wird auch in diesem Haushaltsjahr wie oben
schon angesprochen die Zukunft unserer Kläranlage sein. Es gilt nach Auswertung
der geologischen Untersuchungen festzustellen, bei welchem
Kosten-Nutzen-Verhältnis sich ein Anschluss an Grötzingen lohnen würde.
- Ein sehr großes Augenmerk im kommenden Haushaltsjahr wird die
Kleinkindbetreuung (U3-Betreuung) und der auch damit verbundene Umbau der alten
Grundschule einnehmen. Hierbei gilt es den vorgesehen Kostenrahmen einzuhalten.
- Auch im kommenden Haushaltsjahr soll – sofern energetisch sinnvoll und eine
Förderung erfolgen kann – die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik
fortgesetzt werden.
- Im Zuge der Fortführung der Eigenkontrollverordnung und der damit
einhergehenden Sanierung der Kanäle muss auf eventuelle Synergieeffekte bei den
Themen Straßensanierung und Hochwasserschutz geachtet werden.
- Bei der Ausweisung kleinerer Neubauflächen wie z.B. im Wolfloch wird darauf
zu achten sein gleichzeitig auch sinnvolle Maßnahmen im Bereich des
Hochwasserschutzes umzusetzen. Auch die örtliche Innenentwicklung soll weiter
vorangetrieben werden.
- Nicht vergessen werden darf, dass auch die Sanierung des Fachdaches der
Feuerwehr zu den anstehenden Baumaßnahmen gehört.
3. DANKSAGUNG
Zuletzt möchten wir uns auch ganz herzlich bei allen ehrenamtlich Tätigen
bedanken, die ihren Beitrag leisten unsere demokratische Gesellschaft zu
stützen, mitzutragen und so zu gestalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger
in Wolfschlugen zu Hause fühlen.
Kurz und knapp aus dem Gemeinderat:
Neubesetzung des Gemeinderates
In der letzten Sitzung verabschiedete Bürgermeister Matthias Ruckh
Gemeinderat Dr. Jürgen Deumer. Nach 12 Jahren als Gemeinderat hat Dr. Jürgen
Deumer aus privaten und beruflichen Gründen sein Amt niedergelegt. Während
seiner Amtszeit wurde in Wolfschlugen viel bewegt. Bürgermeister Ruckh dankte
Dr. Jürgen Deumer für sein großes Engagement in dieser Zeit. Er habe ihn als
Mitglied im Gremium mit seiner eigenen Meinung, seinem eigenen Kopf sehr
geschätzt, wenngleich sie sich nicht immer mit der der Verwaltung deckte. Für
die Zukunft wünschte Bürgermeister Ruckh Dr. Deumer und seiner Familie privat
und beruflich alles Gute. Anschließend bedankte sich Dr. Jürgen Deumer für die
gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Ruckh und der Verwaltung. Seinen
Gemeinderatskollegen und insbesondere seinem Nachfolger wünschte er weiterhin
gute Entscheidungen. Im Anschluss an die Verabschiedung wurde Dieter Fichtner
als Nachfolger verpflichtet. Bürgermeister Ruckh wünschte Herrn Fichtner für
seine Arbeit im Gremium viel Erfolg. Von rechts nach links
ausscheidender Gemeinderat Dr. Jürgen Deumer, sowie Bürgermeister Matthias Ruckh
mit Ulrike Fichtner und Dieter Fichtner
Weitere Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Wolfschlugen – Zuschussantrag
kann gestellt werden
Bürgermeister Ruckh begrüßte in der vergangenen Sitzung Herrn Mosel und Herrn
Fischer von der Firma GA aus Neuhausen. Die Firma GA stellte ihr Konzept zur
weiteren Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Wolfschlugen vor. Nachdem bereits
einige Straßenzüge auf die Beleuchtung mit LED umgestellt wurden, sollen nun in
einem zweiten Schritt weitere Straßen folgen. Die HQL-Leuchtmittel können ab dem
Jahr 2015 nicht mehr gekauft werden. In dem zweiten Sanierungsschritt sollen die
BEGA-Leuchten sowie die Vulkan Kugel-Leuchten erneuert werden. Rund 143 Lampen
wären davon betroffen. Das Gremium stimmte zu den Zuschussantrag für eine
Förderung in Höhe von 25% zu stellen. Eine Bemusterung mit den beiden in Frage
kommenden Lampen der Fa. IGuzzini wird noch vor Weihnachten
erfolgen.
Zur letzten Sitzung des Gemeinderats hatte die Verwaltung eine Neufassung der
Streupflichtsatzung vorgelegt. Die Neufassung war erforderlich, nachdem aufgrund
der Rechtssprechung Anpassungen notwendig waren. Sie wird noch entsprechend
öffentlich bekannt gemacht.
Bäume rund um das ehemalige
Grundschulareal sollen erhalten bleiben
In der letzten Sitzung wurde
eingehend über den Erhalt der Bäume im Bereich des Schulareals diskutiert. Die
Verwaltung stellte angesichts der Sanierung des Schulgebäudes und des damit
verbundenen Außenbereichs der Kinderkrippe das Thema Erhalt oder Ersatzpflanzung
der Bäume zur Diskussion. Auch angesichts einer möglichen Photovoltaikanlage auf
dem Dach und der Beschattung durch die großen Bäume sowie wegen des Laub- und
Kastanienfalls im Bereich des künftigen Außenspielbereichs der Kinderkrippe die
Verwaltung vorgeschlagen, zumindest diesen Baum gegen die Neupflanzung einer
Kastanie an anderer Stelle zu beseitigen. Die Wurzeln schädigen zudem das
Gebäude. Den Vorschlag, diesen zwar wunderschönen, das Ortsbild prägenden Baum
zu beseitigen, fand jedoch im Gremium keine Mehrheit. Außerdem wurde
mehrheitlich entschieden, dass auch die übrigen Bäume im ehemaligen Grundschul-
bzw. Musikschulareal erhalten bleiben sollen.
Rundgang mit dem Gemeinderat soll Klarheit über den Umgang mit den Bäumen
und öffentlichen Grünflächen im Bereich der Beethoven- Goethe- und
Richard-Wagner-Straße bringen
Nachdem in der vorletzten
Gemeinderatssitzung einige Anlieger aus dem vorgenannten Straßenbereich
erhebliche Beschwerden über den Laub- und Beerenfall sowie über die Schäden im
Bereich der angrenzenden Straßen und Gehwegflächen eingegangen waren, hatte die
Verwaltung das Thema auf die Tagesordnung genommen. Nach intensiver Diskussion
hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, in einem Rundgang, der
voraussichtlich im Januar 2012 stattfinden wird, die betroffenen Straßenzüge
anzuschauen. Grundsätzlich hat der Gemeinderat entschieden, dass die Bäume zur
Gestaltung des Straßenbildes und aus ökologischen Gründen erhalten werden
sollen. Sollte aufgrund der Größenverhältnisse der Bäume sowie der
Beleuchtungsverhältnisse ein Baum entfernt werden, hat sich der Gemeinderat
einhellig für eine Nachpflanzung ausgesprochen. Über das Ergebnis des Rundgangs
wird wieder berichtet. Gemeinsam mit der Verwaltung wird in einem Rundgang
über die mögliche Änderung diskutiert und entschieden. Verwaltung wie
Gemeinderat sind der Auffassung, dass mit dieser Vorgehensweise auch die anderen
Gemeindegebiete begutachtet werden sollten.
Umrüstung der
Straßenbeleuchtung in Wolfschlugen – zweiter Abschnitt abgesetzt
Der ursprünglich auf der Tagesordnung öffentliche Beratungspunkt über die
Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Wolfschlugen wurde abgesetzt, nachdem sich
die Konzeption noch in Bearbeitung findet.
Vorhabenbezogener Bebauungsplan DINA Elektronik wird nochmals
ausgelegt
In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde der am 17. Oktober gefasste
Beschluss über die Satzung aufgehoben, nachdem festgestellt wurde, dass der
vorhabenbezogene Bebauungsplan formal zu kurz ausgelegt war. Der Gemeinderat hat
den Planbeschluss nochmals mit der geänderten Begründung und Umweltbericht neu
gefasst. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan wird erneut öffentlich ausgelegt und
die Träger der öffentlichen Belange entsprechend beteiligt.
Der Gemeinderat hatte über die Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange,
die im Zuge der Beteiligung eingegangen sind, beraten. Dem vorgeschlagenen
Abwägungsvorschlag sowie den Inhalten des Umweltberichts und der Begründung
wurde zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, die Beteiligung der
Öffentlichkeit und sonstiger Träger öffentlicher Belange nach dem Baugesetzbuch
durchzuführen.
Der
Gemeinderat beschloss einstimmig auch für das Baugebiet „Wolfloch“ den
Flächennutzungsplan 2000 zu ändern und wog die während der frühzeitigen
öffentlichen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange die Stellungnahmen
entsprechend ab. Der vorliegende Hummelbericht sowie die Begründung für die
Änderung des Flächennutzungsplans wurde zugestimmt und ebenfalls die Verwaltung
beauftragt, die Beteiligung der Öffentlichkeit und sonstiger Träger öffentlicher
Belange nach dem Baugesetzbuch durchzuführen.
Neue Abwassersatzung mit
der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr beschlossen
Der
Gemeinderat beschloss die neue Abwassersatzung, die rückwirkend zum 01.01.2011
gelten wird. Hauptänderung ist die Umsetzung des Urteils vom VGH Mannheim,
wonach die Kommunen die gesplittete Abwassergebühr einführen müssen. Somit
ändern sich die Gebührenmaßstäbe. Künftig gibt es einen für Niederschlagswasser
und einen für Abwasser wie bisher. Für Niederschlagswasser müssen nach der neuen
gesplitteten Abwassergebühr künftig pro Quadratmeter versiegelter Fläche im Jahr
47 Cent bezahlt werden. Als weiterer Maßstab ist der Verbrauch des Frischwassers
als Abwassergebühr zu bezahlen. Der Satz liegt künftig bei 2,37 Euro pro
Kubikmeter bezogenem Frischwasser. Die Absetzungsmöglichkeiten für Gewerbe und
Landwirtschaft bei entsprechenden Nachweisen sind auch in der neuen Satzung mit
aufgenommen. Für die Anlieferung von Abwasser (Regelung ist für die
Aussiedlerhöfe von Bedeutung) werden nach der neuen Satzung 1,33 Euro pro
Kubikmeter erhoben. Dies entspricht auch der anteiligen Klärgebühr. Die
Auswirkungen der gesplitteten Abwassergebühr werden unterschiedlich sein.
Eigentümer von großen versiegelten Flächen und Einfamilienhäuser werden
tendenziell eine höhere Gebühr bezahlen gegenüber Mehrpersonenhaushalten bzw.
Mehrfamilienhäuser mit anteilig weniger versiegelten Flächen. Gemeindekämmerer
Manfred Haug erläuterte in der Sitzung, dass der neuen gesplitteten
Abwassergebühr eine neue Kalkulation zugrunde liegt, die den enormen geplanten
Investitionsaufwand im Tiefbaubereich sowie die in der Vergangenheit teils
entstandene Unterdeckung mitberücksichtigt. Somit ist eine Erhöhung der
Abwassergebühr im Zuge der Umstellung notwendig geworden. Nach dem alten
bisherigen System hätte die Abwassergebühr von bislang 2,70 Euro pro Kubikmeter
auf 3,16 Euro je m³ erhöht werden müssen. Die Überprüfung der Gebührensätze wird
weiterhin jährlich erfolgen. Dabei werden Veränderungen beim Bestand der
versiegelten Flächen mit berücksichtigt. Dies kann durch die Ausweisung neuer
Baugebiete, aber auch durch Änderung des Versiegelungsgrades im Bestand
jederzeit der Gemeinde entsprechend angezeigt werden.
Neuer Kooperationsvertrag mit dem Tierschutzverein Esslingen
zugestimmt
Die Verwaltung legte einen neuen Fundtiervertrag mit dem
Tierschutzverein Esslingen dem Gemeinderat zur Beratung vor. Nachdem der
Tierschutzverein Esslingen in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, wurde in
einem gemeinsam mit mehreren Gemeinden kreisweit abgestimmten Papier die
Finanzierung des Tierschutzvereins auf andere Beine gestellt. Bislang wurden 6%
des Hundesteueraufkommens dem Tierschutzverein überwiesen. Hintergrund der
bisherigen Vereinbarung ist der Fundtiervertrag, indem der Tierschutzverein
sicherstellt, dass Fundtiere artgerecht aufgenommen werden. Die Aufnahme von
Fundtieren ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss
einstimmig, dem Tierschutzverein Esslingen 31 Cent pro Einwohner ab dem
kommenden Jahr zur Deckung seiner Finanzen und Wahrnehmungen seiner
Fundtieraufnahme zu überweisen. Abweichend von der Dynamik der Erhöhung jedes
Jahr um zwei Cent pro Einwohner hat der Gemeinderat beschlossen für 2013 und
2014 jeweils die zwei Cent Erhöhung einzuplanen und dann den Betrag
festzuschreiben bzw. mit dem Tierschutzverein gegebenenfalls neu zu verhandeln.
Neue Hundesteuersatzung erlassen – Erhöhung der Steuersätze
beschlossen
Hauptdiskussionsthema in der letzten Gemeinderatssitzung
war die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Hundesteuersätze. Die
Verwaltung hatte vorgeschlagen, 120 Euro für den ersten Hund und den doppelten
Satz für jeden weiteren Hund zu beschließen. Seit dem Jahr 2004 beträgt die
Hundesteuer in Wolfschlugen 88,20 Euro.
Die Neufassung der Satzung war notwendig, nachdem bislang keine Regelung über
das Halten von gefährlichen Hunden bzw. Kampfhunden enthalten war. Nach der
Erhebung des Landratsamts Esslingen aus dem Jahr 2010 werden in den Gemeinden
des Landkreises für den ersten Hund zwischen 72 und 120 Euro erhoben. Den
Vorschlag der Verwaltung, ebenfalls auf die 120 Euro zu gehen, lehnte das
Gremium mehrheitlich ab und beschloss stattdessen für den ersten Hund ab
01.01.2012 100 Euro und für jeden weiteren Hund 200 Euro pro Hund zu
erheben. Darüber hinaus beschloss das Gremium abweichend vom Vorschlag der
Verwaltung in Höhe von 600 Euro für den ersten Kampfhund bzw. gefährlichen Hund
800 Euro und für jeden weiteren gefährlichen Hund bzw. Kampfhund 1.200 Euro im
Jahr zu verlangen. Im Falle der Vorlage einer Verhaltensprüfung, wonach der
Kampfhund bzw. gefährliche Hund diese Prüfung besteht, wird eine
Steuerermäßigung in Form des hälftigen Steuersatzes gewährt. Die Gebühr für
Zwingerhaltung beträgt zukünftig 200 Euro bis fünf Hunden und bei mehr als fünf
Hunden je weitere fünf Hunde nochmals 200 Euro.
Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2012 eingebracht
Bürgermeister Matthias Ruckh und Kämmerer Manfred Haug erläuterten die
Eckwerte des Haushaltplanentwurfs für das kommende Jahr. Die
Haushaltsplanentwicklung im Laufenden sowie im nächsten Jahr wird verhalten
positiv eingeschätzt. Die Gewerbesteuereinnahmen werden voraussichtlich bei
zirka 2,6 Millionen Euro im Jahre 2011 gegenüber dem Planansatz von 2011 mit 1,8
Millionen Euro liegen. Die Talsohle der Wirtschaftskrise ist wohl
durchschritten. Im kommenden Jahr geht man von einer Gewerbesteuereinnahme von
2,5 Millionen Euro Planansatz aus. Nach dem Entwurf des Haushaltsplans für das
kommende Jahr kann ein ausgeglichener Haushaltsplan vorgelegt werden. Sowohl der
2010 entstandene Fehlbetrag über 1,3 Millionen Euro als auch die Kassenkredite
in Höhe von 2 Millionen Euro können zurück bezahlt werden. Der
Verwaltungshaushalt erwirtschaftet mit 1,94 Millionen Euro voraussichtlich einen
Überschuss, der neben der Fehlbetragsabdeckung eine Zuführung zur allgemeinen
Rücklage in Höhe von 367.850 Euro im Jahre 2012 ermöglicht. Die deutliche
Verbesserung ist teilweise strukturell durch den Finanzausgleich bedingt. Da das
Jahr 2010 als Bezugsjahr genommen wird, reduzieren sich die Umlagen an den
Landkreis und die Gewerbesteuerumlage, während gleichzeitig die Zuweisung aus
mangelnder Steuerkraft auf der Einnahmenseite positiv zu Buche schlagen wird.
Hauptmaßnahmen im kommenden Jahr werden die Sanierung des ehemaligen
Grundschulgebäudes mit Umbau für die dreigruppige Kinderkrippe mit zusammen rund
2 Millionen Euro, sowie Kanalsanierungen nach der Eigenkontrollverordnung mit
300.000 Euro sein. Für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik
sind weitere 100.000 Euro vorgesehen, sofern eine Förderung vom Bund erfolgen
kann. Durch die Investitionsmaßnahmen erhöht sich die Verschuldung auf 6,85
Millionen Euro, die Kreditaufnahme allein für das Jahr 2012 beträgt 3,05 Euro.
Weitere anstehende Maßnahmen und Investitionen müssen aufgrund der
Haushaltssituation zeitlich gestreckt werden. So wird im kommenden Jahr die
ursprünglich geplante Sanierung der Schulstraße um mindestens ein Jahr
geschoben. Die Fraktionen und Gruppierungen aus dem Gemeinderat werden den
Haushaltsentwurf eingehend beraten und Anträge bis zum 21. November an die
Verwaltung stellen. In der Sitzung am 5. Dezember 2011 soll dann über die
Anträge entschieden werden. In der ersten Sitzung des neuen Jahres,
voraussichtlich am 16. Januar 2012, wird der Haushaltsplan mit Satzung
verabschiedet werden.
Baubeschluss zur Sanierung des ehemaligen Grundschulgebäudes mit
Musikschule gefasst
Der Gemeinderat fasste in der letzen Sitzung den Baubeschluss zur Sanierung
der ehemaligen Grundschule mit Musikschulräumen. Architekt Hans Hermann
erläuterte die Planung, die im Erdgeschoss der ehemaligen Grundschule den Umbau
der U-3-Kleinkindbetreuung vorsieht. Bis zu 30 Kinder in drei Gruppen sollen
dort bis zum Jahr 2013 betreut werden können. Die darüberliegenden beiden
Stockwerke werden an die Karl-Schubert-Gemeinschaft vermietet. Ebenfalls von der
energetischen Sanierung umfasst sind die Räumlichkeiten der Musikschule. Die
Kosten hat Architekt Hermann auf rund 2,05 Millionen Euro ermittelt. Von der
Investition gehen Kostenanteile noch an die Karl-Schubert-Gemeinschaft im
Bereich der Anpassung der Räumlichkeiten für Büros, Lehrer und Rektorenzimmer
ab. Des Weiteren wird ein Zuschuss für die Kinderkrippeneinrichtung beantragt,
der voraussichtlich bei Vollbelegung 210.000 Euro für alle drei Gruppen
insgesamt betragen wird. Die Sanierung ermöglicht die Nutzung von KfW-Darlehen
für die energetische Sanierung. Dem, bei einer Gegenstimme gefassten Beschluss,
ging eine lange Diskussion, auch in der Klausurtagung Anfang Oktober sowie
verschiedene nicht öffentliche Sitzungen voraus. Mit der Sanierung soll
voraussichtlich im März 2012 begonnen werden. Die Karl-Schubert-Berufsfachschule
soll zum neuen Schuljahr im September 2012 einziehen. Übergangsgruppe
im Kindergarten Beethovenstraße für die Kleinkindbetreuung kommt nicht In der
letzten Sitzung beschloss der Gemeinderat, von dem im Frühjahr diesen Jahres
gefassten Ansinnen, im Kindergarten Beethovenstraße eine
Kleinkindbetreuungsgruppe als Übergangslösung einzurichten, Abstand zu nehmen.
Grund ist der nicht unerhebliche Umbauaufwand von rund 30.000 Euro sowie die
Personalkosten in Höhe von etwa 80.000 Euro. Aufgrund des klaren Zeitplans der
Einrichtung der Kleinkindbetreuung in der ehemaligen Grundschule und der
insgesamt knappen Finanzen wurde von der angedachten Übergangslösung abgesehen.
Künftig werden die Förderschüler die Pestalozzischule in
Filderstadt-Sielmingen besuchen – Abschluss einer Vereinbarung und Beitritt zum
Schulverband Filderstadt – geplant. In der letzten Sitzung wurde die
überarbeitete, öffentlich-rechtliche Vereinbarung des Förderschulverbands
Nürtingen vorgelegt. Aus rechtlichen und redaktionellen Gründen war eine
Überarbeitung und Neufassung dieser Vereinbarung erforderlich. Wolfschlugen hat
sich bislang einwohnerbezogen an den laufenden Kosten der Förderschule
(Theodor-Eisenlohr-Schule) beteiligt. Nachdem zwischenzeitlich lediglich ein
Schüler diese Schule besucht, und die übrigen Schüler auf die Pestalozzischule
in Filderstadt-Sielmingen gehen, hat der Gemeinderat beschlossen, die
öffentlich-rechtliche Vereinbarung zum Ablauf des Schuljahres 2011/2012 zu
kündigen. Zum neuen Schuljahr, ab September 2012, wird eine
öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Stadt Filderstadt abgeschlossen und
ein entsprechender Schulbezirk für die Förderschule gegründet. Bürgermeister
Ruckh machte in der Sitzung deutlich, dass der Wechsel nicht an der Qualität der
Förderschule in Nürtingen liegt. Letztlich folgen die Fördergelder den Schülern,
die mittlerweile alle nach Filderstadt-Sielmingen (derzeit vier Schüler) auf die
Pestalozzi-Förderschule gehen.
Mensa Ausbau an der
Geschwister-Scholl-Realschule in Nürtingen – keine finanzielle Beteiligung
Wolfschlugens
Die Stadt Nürtingen hat den Antrag gestellt, im Zuge
der Realschulerweiterung auch die Mensa für den Ganztagesschulbetrieb
auszubauen. Für diesen Ausbau erhält die Stadt Nürtingen entsprechende Zuschüsse
vom Land. Die Stadt hatte neben einem hohen Eigenanteil eine Kostenbeteiligung
der übrigen Gemeinden Frickenhausen, Großbettlingen und Aichtal sowie
Wolfschlugen gefordert. Als Verteilerschlüssel wurde die Zahl der Schüler auf
beiden Schulen angenommen. Der Gemeinderat lehnte eine finanzielle
Beteiligung am Mensaausbau für den Ganztagesschulbetrieb in Nürtingen ab, weil
die Zahl der Schüler in Nürtingen stark rückläufig ist. Die meisten Schüler
gehen nach Neuhausen auf die Friedrich-Schiller-Schule. Es ging um einen Betrag
von rund 5.000 Euro.
Wettbewerb zur Bebauung des
ehemaligenalten Bauhofareals mit einem Pflegeheim bzw. Betreutes Wohnen
wird ausgesetzt
Nachdem sich bis zum 30. September die Bewerber,
Baufirmenplaner bzw. Pflegedienstleister, bewerben konnten, hat der Gemeinderat
entschieden, nachdem lediglich ein Bauträger sich beworben hat, den Wettbewerb
nicht weiter fortzuführen. Insbesondere erläuterte Bürgermeister Ruckh, dass in
den Gesprächen mit der Samariterstiftung einem ursprünglich ebenfalls
interessierten Pflegedienstleister und mit dem Pflegeheim Schroth als
bestehendes, gutes Pflegeheim am Ort die Weiterentwicklung am Standort „Alter
Bauhof“ nicht unproblematisch ist. Nachdem ein Wettbewerb zum jetzigen Zeitpunkt
mit einem einzigen Bewerber nicht sinnvoll erscheint, folgte der Gemeinderat
einstimmig der Empfehlung der Verwaltung, den Wettbewerb auszusetzen und das
Thema gegebenenfalls in drei bis fünf Jahren nach Beobachtung des Marktes wieder
aufzugreifen. Die Folge ist, dass kein Pflegeheim und die Erweiterung des
Betreuten Wohnens an diesem Standort bis auf Weiteres nicht entstehen wird.
Das Gewerbegebiet „Großer Forst“ soll im Bebauungsplanverfahren
fortgeführt werden
Der Gemeinderat beriet über den Wirtschaftsraum
Nürtingen als interkommunales Gewerbegebiet. Er entschied sich mehrheitlich
dafür, dass die Gemeinde Wolfschlugen bei der Verbandsversammlung für die
Fortführung des Bebauungsplanverfahrens „Großer Forst“ stimmen soll. Der
Gemeinderat legte aber in der Sitzung Wert darauf, dass die wirtschaftliche
Vermarktung im Falle der Bebauung des Großen Forsts unbedingt im Auge
behalten werden müsse. Eine Kreditfinanzierung, wie in der Bachhalde,
darf es im Großen Forst nicht geben.
Internetversorgung soll in der Fläche verbessert werden – Auftrag zur
Konzeptentwicklung an die TKT aus Backnang vergeben
In der letzten Gemeinderatssitzung gab das Gremium den Auftrag an die TKT
Teleconsult aus Backnang zur Entwicklung eines Gesamtkonzepts für das
Gemeindegebiet zur Verbesserung der Internetversorgung. Neben der Planung eines
Leerrohrkonzepts für ein Glasfasernetz bis in jeden Haushalt, geht es auch
darum, die Internetversorgung insbesondere in unterversorgten Gebieten v.a. im
nördlichen Gemeindegebiet kurz- bis mittelfristig zu verbessern. Ein erster
möglicher Schritt kann dabei die Anbindung der Telekomverteiler mit
Glasfaserleitung sein. Das Ingenieurbüro TKT aus Backnang wird neben der
Ist-Analyse das Leerrohrkonzept entwickeln und die Gemeinde begleiten, um mit
dem richtigen Anbieter die unbefriedigende Situation deutlich zu verbessern. Der
Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung, die Leistungen an die TKT aus
Backnang zum Angebotspreis von 30.000 Euro zzgl. Mehrwertsteuer zu vergeben zu.
Pläne zur Sanierung des ehemaligen Grundschulgebäudes vorgestellt
Architekt Hans Hermann aus Aichtal stellte in der letzten Sitzung die ersten
Planentwürfe der Sanierung des ehemaligen Grundschulgebäudes vor. Das Konzept
sieht vor, dass im Erdgeschoss die bisherigen Klassenzimmer umgebaut werden für
eine 3-gruppige Kinderkrippe. Dabei nannte Architekt Hermann die Kosten für die
Sanierung, die bei rund 2,449 Millionen Euro brutto liegen. Der Betrag löste
lebhafte Diskussionen aus. Das Gremium verwies das Thema an den gegründeten
Bauausschuss, bestehend aus Gemeinderäten von jeder Fraktion/Gruppierung und der
Verwaltung. In diesem Gremium, das tags darauf tagte, konnten erste
Einsparpotenziale ausgemacht werden. In seiner Klausurtagung am vergangenen
Wochenende beschäftigte sich das Gremium ebenfalls eingehend mit dem
Bauvorhaben. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 17. Oktober wird eine
richtungsweisende Entscheidung getroffen werden.
Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED Bereits im Februar
dieses Jahres fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Straßenbeleuchtung auf
einen energieeffizienten Zustand zu bringen und auf LED-Leuchten umzustellen.
Hierfür wurde seitens des Landes ein Förderprogramm neu aufgelegt und der
Gemeinde zwischenzeitlich ein Zuschuss in Höhe von rund 93.000 Euro bewilligt.
In der letzten Sitzung hatte der Gemeinderat über die Vergabe der Liefer- und
Bauleistungen zu beschließen. Von sieben angeschriebenen Firmen, die zur
Angebotsabgabe aufgefordert wurden, hatte die Verwaltung drei Angebote erhalten.
Die Firma GA Energieanlagenbau Süd GmbH hat hierbei das günstigste
Angebot abgegeben und erhielt den Zuschlag zur Umrüstung der
Straßenbeleuchtung. Die Kosten für die Umstellung von rund 402 Lampen, bei etwa
800 Lampen insgesamt, auf die LED-Technik belaufen sich auf 234.118,13 Euro.
Angesichts einer Energieeinsparung gegenüber den bisherigen mit
Quecksilberlampen bestückten Leuchten (HQL-Leuchtmitteln) von über 60 Prozent
werden nach Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich im Oktober diesen Jahres
jährlich rund 35.000Euro Stromkosten eingespart. Die Gemeinde Wolfschlugen ist
die erste Gemeinde Süddeutschland, die den Umstieg so flächendeckend vornimmt.
Die Ausgaben werden somit in rund fünf Jahren sich selbst refinanziert haben.
Aufgrund des Pilotprojektes wurde auf die Lampe und die LED-Technik eine
10-jährige Garantie von der Firma GA gegeben. Viele der über 25 Jahre alten
Kofferleuchten, häufig bestückt mit 2x50 Watt HQL-Leuchtmitteln haben im Herbst
dieses Jahres ausgedient im Gemeindegebiet. Die LED-Technik ist
gewöhnungsbedürftig, bringt aber mehr Licht auf Straßen und Gehwege, trotz
reduziertem Energieverbrauch.
Klärschlammverwertung in der
Landwirtschaft wird zum Jahresende eingestellt
Erneut befasste sich der Gemeinderat mit dem Thema Klärschlammverwertung,
das zuletzt im Jahr 2008 diskutiert wurde, ohne jedoch eine Entscheidung über
das weitere Vorgehen zu treffen. Aktuelle politische Diskussionen über
„mögliche Arzneimittelrückstände im Klärschlamm“ oder aber der EHEC-Epidemie
haben letztlich zum Ergebnis geführt, die landwirtschaftliche Verwertung des
Klärschlamms Ende diesen Jahres einzustellen. Die Verwaltung bedauert, dass der
örtlichen Landwirtschaft die finanzielle Zuwendung für die
Klärschlammausbringung entfällt und Mehrkosten künftig anfallen. Aber angesichts
des latenten Risikos und der Unsicherheit für die Zukunft wurde der Vorschlag
einstimmig angenommen. Wolfschlugen ist damit die letzte Gemeinde im Landkreis
Esslingen, die die Klärschlammausbringung bis Ende des Jahres einstellen wird.
Auf den Gemeindehaushalt wirkt sich die Einstellung dahingehend aus, dass durch
die vollständige thermische Verwertung Mehrkosten in Höhe von rund 15.000 Euro
pro Jahr anfallen werden.
Sanierung und Umbau Grundschule – Ingenieurleistungen vergeben
Der Beschluss des Gemeinderats, in der ehemaligen Grundschule im
Erdgeschoss eine 3-gruppige Kinderkrippe unterzubringen, sowie die Vermietung
der Räume im ersten und zweiten Obergeschoss an die
Karl-Schubert-Seminar-Fachschule, macht eine Sanierung des ehemaligen
Grundschulgebäudes im kommenden Jahr erforderlich. In seiner Sitzung
hatte der Gemeinderat über Vergabe der Ingenieurleistungen zu entscheiden. Den
Zuschlag erhielt das Architekturbüro Hans Hermann. Architekt Hans Hermann war
bereits für die Sanierung der ehemaligen Hauptschule, sowie der Turn- und
Festhalle verantwortlich. Die technischen Gewerke wurden an die Ingenieurbüros
SK Krüger aus Großbettlingen (Gewerke Heizung, Sanitär, Lüftung und Herrn Hafner
(Elektroplanung) aus Ditzingen vergeben. Vorgesehen ist, die Außenanlagen in
„Eigenregie“ zu planen und zu entwickeln, um Planungskosten einzusparen.
Plangebiete Wilhelm-/Küferstraße, Wolfloch
Bei der Entwicklung neuer Baugebiete sowie für die Innenentwicklung hat
der Gemeinderat im Frühjahr beschlossen, diese Vorhaben durch die Fa. Geoteck
anzugehen. Für die weiteren Gespräche mit den Eigentümern ist jedoch auch eine
Tiefbauplanung mit Kostenermittlung erforderlich, um in den Gebieten
verlässliche Zahlen zu erhalten. Die Firma Geoteck verfügt auch über
Tiefbauingenieure, so dass die hausinterne Synergien genutzt werden können. Dies
kommt sowohl der Gemeinde als auch den Grundstückseigentümern zugute. Aktuell
betrifft dies die Plangebiete Wolfloch und Wilhelm-/Küferstraße.
Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, die Ingenieurleistungen
für das Plangebiet Wilhelm- /Küferstraße und Tiefbau Plangebiet Wolfloch an die
Firma Geoteck zu vergeben.
Kleintierzüchterverein erhält Förderung für den Umbau der Fußwege in der
Vereinsanlage
Der Kleintierzüchterverein beabsichtigt seine Schotterwege zu erneuern und
wasserdurchlässige Pflastersteine einzubauen. Ziel der Maßnahme ist eine bessere
Nutzung der Vereinsanlage, insbesondere auch für die älteren Einwohner, die auf
Gehhilfen angewiesen sind. Der Verein bringt sich mit Eigenleistungen sehr ein.
Der Gemeinderat bewilligte den beantragten Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro. Die
Auszahlung erfolgt allerdings erst im Jahr 2012, da im diesjährigen
Haushaltsplan hierfür keine Mittel veranschlagt sind.
Finanzzwischenbericht
Gemeindekämmerer Manfred Haug informierte Gemeinderat und
Öffentlichkeit in der letzten Sitzung über die Entwicklung des Haushaltsjahres
2011 und erläuterte die wesentlichen Abweichungen von den Planansätzen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass durch die allgemeine
wirtschaftliche Erholung die Steuereinnahmen auch in Wolfschlugen wieder
deutlich höher als im Jahr 2010 liegen werden. Hauptgrund hierfür ist das
aktuelle Gewerbesteuerniveau, das sich nun endlich wieder deutlich über
2.000.000 Euro bewegt. Die erwarteten Grundstückserlöse von rund 935.000 Euro
konnten bisher aber noch nicht erreicht werden. Nach derzeitigem Stand
werden die Ausgabeansätze bei allen wesentlichen Positionen unterschritten.
Größere Investitionen wurden im ersten Halbjahr 2011 noch nicht getätigt. Diese
werden nun vor allem im Bereich der Kanalsanierungen in diesen Tagen
beginnen. Die im Haushaltsplan vorgesehene Kreditaufnahme über 1.300.000 Euro
wurde noch nicht benötigt. Zumindest ein Teilbetrag muss aber zur Finanzierung
der vorgesehenen Investitionen noch aufgenommen werden. Die Verschuldung der
Gemeinde beträgt aktuell rund 3.600.000 Euro. Der Stand der Kassenkredite zur
kurzfristigen Liquiditätssicherung beträgt 2.000.000 Euro. Auch wenn sich
die Einnahmesituation der Gemeinde weiter verbessern sollte bleibt kein
finanzieller Spielraum übrig. Zum einen muss zuerst der in 2010 entstandene
Fehlbetrag gedeckt werden, zum anderen stehen mit der Grundschulsanierung, der
Kleinkindbetreuung, Kanalarbeiten in der Schulstraße und Arbeiten an der
Kläranlage in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen an, die wenn
überhaupt nur zu einem kleinen Teil mit eigenen Mitteln finanziert werden
können.
Zusätzliche Grundschulförderklasse kommt an die Grundschule in
Wolfschlugen
Zum neuen Schuljahr wird eine zusätzliche Grundschulförderklasse
eingerichtet. Nachdem das Staatliche Schulamt erreichen konnte zusätzliche
Lehrerstunden zu erhalten, freute sich Bürgermeister Ruckh zu berichten, dass
durch die Initiative von Verwaltung und Schulamt alle 5 Wolfschlüger Kinder in
die neue zusätzliche Grundschulförderklasse aufgenommen werden konnten. Die
Grundschulförderklasse nimmt zudem 9 Kinder aus Nürtingen auf. Die Klasse wird
sich nach den Ferien im Erdgeschoss der Grundschule (bisheriges Klassenzimmer
der Klasse 1c) treffen.
Hauptamtsleiter Achim Schröter im Gremium
verabschiedet Achim Schröter verlässt die Gemeinde nach sechs
Jahren in Richtung Böblingen.
Bürgermeister Matthias Ruckh stellte in seinen Abschiedsworten heraus, dass
dieser Tagesordnungspunkt für ihn und viele andere nicht unemotional sei. Trotz
der relativ kurzen Zeit, genauer gesagt 419 Tagen, die er und der scheidende
Hauptamtsleiter gemeinsam wirken konnten, habe er ihn kennen und sehr schätzen
gelernt. Auf seine Aussagen habe man sich 100-prozentig verlassen können, so
Bürgermeister Ruckh. Er hob hervor, dass Achim Schröter als Amtsleiter von
seinen Kollegen und Kolleginnen sehr geschätzt und anerkannt wurde. Als Beispiel
möchte er die Arbeit im Kindergartenbereich erwähnen. Kein leichtes Unterfangen,
trotz der vielen gesetzlichen und gemeinderätlichen Vorgaben und Vorstellungen
der Eltern und Erzieherinnenteams so viel Anerkennung und Lob zu ernten.
Den Wunsch nach einer Umorientierung könne er menschlich nachvollziehen,
zumal der neue Arbeitsplatz auch entfernungsmäßig näher am Wohnort liege.
Persönlich jedoch bedaure er es sehr. Die vielen anstehenden Aufgaben hätte er
gerne mit ihm weitergeführt. Als Abschiedsgeschenk überreichte der Rathauschef
als Erinnerung symbolisch eine Uhr mit „Wolfschlüger Zeit“, für den Fall, dass
die Uhren in Böblingen anders ticken, verbunden mit vielen guten Wünschen für
die Zukunft auch im Namen des Teams, der Verwaltung und seiner Einrichtungen und
im Namen des Gemeinderats. Als Dank für die vielen zusätzlichen Termine und doch
oft so langen Sitzungen, erhielt auch seine Frau Susanne einen Blumenstrauß.
Achim Schröter bedankte sich nochmals beim Gemeinderat: „Ich habe in
Wolfschlugen sechs gute Jahre genossen, nicht nur beruflich sondern auch
persönlich.“ uc
BU:
Bürgermeister Matthias Ruckh (li.) verabschiedet Hauptamtsleiter Achim
Schröter und wünscht ihm und seiner Frau alles Gute für die Zukunft
Verkehrssituation in der
Siedlung Aufstellungsbeschluss „4. Änderung des
Bebauungsplanes Siedlung“ gefasst
Erneut stand dieses Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats.
Bürgermeister Matthias Ruckh berichtete, dass die zwischenzeitlich durchgeführte
Umfrage der Anwohner zum Ergebnis geführt habe, dass die Mehrheit aller
Befragten insgesamt keine Änderung der bisher „gwohnten“ Nutzung von Fahrbahn-
und Pflasterflächen wünsche. Der rechtskräftige Bebauungsplan unterscheidet hier
jedoch in einigen Straßen zwischen Gehwegsflächen und Straßenflächen. Dies ist
Anlass der Forderung des Regierungspräsidiums die Gehwegsfläche deutlicher
abzutrennen und somit in die bisherige Parknutzung (nicht immer konform mit der
Straßenverkehrsordnung) einzugreifen. Um die Differenz zwischen Bebauungsplan
und Ausbauzustand zu beseitigen, müsse der Bebauungsplan „Siedlung“ geändert
werden. In der heutigen Sitzung sei daher der Aufstellungsbeschluss zu fassen.
Aus der anschließenden Diskussion war ersichtlich, dass dem Gemeinderat daran
gelegen war, sich mit dem heutigen Beschluss nicht die Definition der einzelnen
Verkehrsflächen zu verbauen. Auch sollten die Anwohner die Möglichkeit haben,
ihre bei der Umfrage abgegebene Variante nochmals korrigieren zu können.
Ortsbaumeister Kerner erklärte, dass man heute lediglich den
Aufstellungsbeschluss fasse. Wie die Verkehrsflächen letztlich definiert werden,
stehe heute nicht zur Diskussion. Aufgrund eines Schreibens einiger Anlieger
werde die Verwaltung nochmals aufarbeiten in welchen Straßen welche Varianten
favorisiert werden. Bei der straßenbezogenen Auswertung ergeben sich durchaus
unterschiedliche Varianten als Favourit en. Am Ende stimmte der Gemeinderat dem
Aufstellungsbeschluss „4. Änderung des Bebauungsplanes Siedlung“ einstimmig
zu.
Gemeinderat fasst Aufstellungsbeschluss für einen vorhabensbezogenen
Bebauungsplan
In der Sitzung des Technischen Ausschusses vom 14.03.2011 wurde für das
Bauvorhaben der Firma DINA Elektronik GmbH das gemeindliche Einvernehmen
erteilt. Die Prüfung des Bauvorhabens seitens der Baurechtsrechtsbehörde des
Landratsamts ergab, dass eine Genehmigung nicht ohne Weiteres möglich ist. Das
Baugesetzbuch sieht die Möglichkeit vor einen Aufstellungsbeschluss für einen
vorhabensbezogenen Bebauungsplan zu fassen. d. h. der Aufstellungsbeschluss hat
nur dieses eine Bauvorhaben zum Inhalt. Grundlage für diese Satzung ist auch ein
sogenannter Durchführungsvertrag, in dem auch die Nutzung klar definiert ist.
Herr Holder von der Firma Geoteck erläuterte das Verfahren. Eine weitere
Unterscheidung gegenüber dem regulären Bebauungsplanverfahren besteht darin,
dass das Bauvorhaben innerhalb von 6 Monaten nach Genehmigung begonnen und
innerhalb von 18 Monaten fertig gestellt sein muss, wird dem Gremium von Herrn
Holder, von der Firma Geoteck erläutert. Nachdem es auch bzgl. der
Immissionswerte keine Bedenken gibt, beschließt das Gremium die Aufstellung des
vorhabensbezogenen Bebauungsplanes „DINA Elektronik GmbH“ und stimmt dem
Durchführungsvertrag zu und verzichtet auf die frühzeitige Bürgerbeteilung nach
§ 3 Abs. 1 BauGB. Der Entwurf wird gem. § 3 Abs. 2 BauGB öffentlich
ausgelegt.
Gemeinderat beschließt Kriterienkatalog zur Angebotseinholdung wegen
des auslaufenden Stromkonzessionsvertrages
Der Gemeinderat befasste sich in der Sitzung auch mit den zum 31.12.2012
auslaufenden Stromkonzessionsverträgen. Bürgermeister Matthias Ruckh berichtet,
dass während der Ausschreibungsfrist vier Unternehmen Interesse bekundet haben.
Mit 12 verschiedenen Gemeinden im Umland von Nürtingen und aus dem Landkreis
Reutlingen habe man sich im Vorfeld zusammengesetzt und einen Zeitplan sowie
einen Fragekatalog gemeinsam entworfen. Die Kriterien des Fragenkatalogs sollen
als Grundlage dienen um aussagefähige und vergleichbare Angebote zu erhalten, so
Bürgermeister Matthias Ruckh. Der Fragenkatalog enthält neben allgemein gültigen
Kriterien, auch Kriterien zum Abschluss eines reinen Stromkonzessionsvertrages,
sowie Kriterien für die Gründung einer Stromnetzgesellschaft, nachdem einige
Bewerber neben einem reinen Konzessionsvertrag auch Beteilungsmöglichkeiten
(Gründung einer Stromgesellschaft) in Aussicht gestellt haben. Der Gemeinderat
erklärte sich mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Vorgehensweise
einverstanden. In Wolfschlugen haben neben der ENBW Regional AG aus Kirchheim
unter Teck (bisheriger Konzessionärinhaber) auch die Stadtwerke Filderstadt, die
Stadtwerke Nürtingen und die Fair Energie aus Reutlingen ihr Interesse am
Stromnetz Wolfschlugens bekundet.
Bericht der Friederich-Schiller Schule aus Neuhausen - Resümee nach
einem Jahr gemeinsamer Werkrealschule
Zu Beginn des letzten Schuljahres 2010/2011 stand den SchülerIinen der
Wolfschlüger Hauptschule eine große Veränderung bevor. Durch die damalige
Vorgabe der Regierung nur zweizügige Werkrealschulen weiter zu betreiben, sah
sich die Gemeinde Wolfschlugen gezwungen für ihre Schüler nach einer neuen
Lösung zu suchen. So wurde zu Beginn des Jahres 2010 der Kooperationsvertrag
zwischen den Gemeinden Wolfschlugen und Neuhausen unterschrieben.
Bürgermeister Matthias Ruckh freute sich, dass Frau Rektorin
Tiefenbrunner-Brandt der Einladung gerne nachkam, um einen Bericht über die
Entwicklung der Werkrealschule aber auch der Realschule abzugeben.
In ihrem Situationsbericht berichtete Frau Tiefenbrunnen-Brandt durchweg nur
Positives. Zwar werde es im neuen Schuljahr in der Werkrealschule nur eine
Klasse mit 22 SchülerInnen geben, davon 4 SchülerInnen aus Wolfschlugen, d. h.
die Werkrealschule werde auch dort zum ersten Mal einzügig sein. Probleme wegen
der Einzügigkeit sieht Frau Tiefenbrunner-Brandt nicht, da zwischenzeitlich
geregelt sei, dass auch einzügige Werkrealschulen bestehen bleiben.
Weitergehende Auswirkungen sieht sie hingegen im geplanten neuen zweigliedrigen
Schulsystem.
Weiter berichtete Frau Tiefenbrunner-Brandt, dass in der dreizügigen
Realschule im kommenden Schuljahr von insgesamt 62 SchülerInnen 36 aus
Wolfschlugen stammen. Ab dem kommenden Schuljahr werde es auch eine
Durchmischung der Klassen geben. Auch die Zahlen der Schulabgänger dieses
Schuljahres können sich sehen lassen. Von insgesamt 35 SchülerInnen (13 aus
Wolfschlugen) haben 4 einen Ausbildungsplatz. 7 SchülerInnen haben sich für den
Besuch einer weiterführenden Schule und 2 SchülerInnen für das
Berufseinstiegsjahr entschieden. Positiv ist ebenfalls zu vermerken, dass alle
55 SchülerInnen der Realschul-Abschlussklasse einen Ausbildungs- oder Schulplatz
vorweisen können. Im Werkrealschulbereich gebe es ein breit angelegtes Konzept
mit verschiedenen Bausteinen. So konnte als Besonderheit bereits zum zweiten Mal
eine „Benimm-Trainerin“ gewonnen werden. Viel Lob spricht Frau
Tiefenbrunner-Brandt auch den verschiedenen Kooperationen aus. Beispielhaft
führt sie hier das Jugendhaus Wolfschlugen und den Schwäbischen Albverein
Wolfschlugen an. Jugendhausleiter Peter Fricker und seine Mitarbeiterin Gabi
Henzler seien stets für alle Vorschläge offen. Frau Tiefenbrunnen-Brandt stellt
rückblickend fest, dass es gelungen sei beide Schulen zusammenzuführen. Als
besonderes Ereignis verweist sie noch auf die Durchführung eines Projekts, in
dem SchülerInnen der Realschule einen Kalender gestaltet haben. In diesem sind
jeweils 6 Motive aus Wolfschlugen und 6 Motive aus Neuhausen zu finden. Der
Kalender kann über die Friedrich-Schiller-Schule käuflich erworben werden. Der
Gemeinderat spricht Frau Tiefenbrunner-Brandt seinen Dank für die Informationen
und die gute Aufnahme der SchülerInnen aus, verbunden mit der Hoffnung, dass die
Zusammenarbeit auch in Zukunft weiterhin so gut funktioniere. Bürgermeister
Matthias Ruckh ist sich sicher, dass der gute offene und konstruktive Kontakt
zur Friedrich-Schiller-Schule weiter fortgesetzt werden wird.
Wiederbesetzung der Schulleiterstelle an der
Grundschule - beide Bewerberinnen haben sich im Gemeinderat
vorgestellt -
Die Schulleiterstelle soll endlich wiederbesetzt werden. Bei regem
öffentlichen Interesse fand in der letzten Gemeinderatssitzung die Vorstellung
der beiden Bewerberinnen Frau Eleonore Dolde aus Oberensingen und Frau Regine
Scheffel aus Pliezhausen, die derzeit die kommissarische Schulleitung an der
Grundschule in Wolfschlugen inne hat, statt. Im Anschluss an die persönliche
Vorstellung standen die Bewerberinnen auch noch für verschiedene Fragen aus dem
Gremium zur Verfügung. Im nichtöffentlichen Teil wurde in geheimer Wahl dann
eine Entscheidung getroffen, die dem staatlichen Schulamt Nürtingen
zwischenzeitlich übermittelt wurde. Die Entscheidung in diesem Verfahren wird
letztlich das staatliche Schulamt Nürtingen zusammen mit dem Regierungspräsidium
Stuttgart und dem Kultusministerium treffen. Wir hoffen, dass zum neuen
Schuljahr die Stelle der Rektorin wieder besetzt sein wird.
Beide Bewerberinnen um die Rektorenstelle an der Grundschule, Frau Regine
Scheffel und Frau Eleonore Dolde (von links nach rechts) gaben eine starke
Vorstellung. Nun liegt es an den staatlichen Behörden die Personalentscheidung
zu treffen.
Ehemaliges Grundschulgebäude wird Heimat von 3 Kinderkrippen-Gruppen
sowie der Karl-Schubert-Seminar-Fachschule.
Herr Gunsch, Leiter der Karl-Schubert-Seminar-Fachschule stellte in der
letzten Sitzung das Konzept der Berufsfachschule vor. Die Fachschule ist derzeit
in eigenen Räumen in Aichtal-Neuenhaus untergebracht. Aufgrund der stetig
steigenden Schülerzahlen und der Planung eines weiteren Berufsausbildungszweigs
sind die Kapazitäten in Aichtal-Neuenhaus erschöpft. Aufgrund der leerstehenden
Räumlichkeiten, die für die Fachschule bestens geeignet sind, kam die Fachschule
auf die Gemeindeverwaltung Wolfschlugen zu. Seit einem starken halben Jahr
führten Verwaltung, Gemeinderat und die Fachschule intensive Gespräche.
Die Karl-Schubert-Seminar-Fachschule ist staatlich anerkannte Fachschule zur
Ausbildung als Heilerziehungspfleger. Am künftigen Standort in Wolfschlugen ist
auch an die Neugründung des Ausbildungsgangs zum Arbeitserzieher und im
Weiterbildungsbereich an die Abteilung Pflege gedacht. Der notwendige Raumbedarf
von ca. 1.000 m² mit 7 Klassenzimmern, Büros und Nebenräumen wäre in
Wolfschlugen optimal gegeben. Die Schülerzahlen erläuterte Herr Gunsch weiter,
seien seit der Gründung auf 167 Schüler im laufenden Schuljahr angestiegen. Der
Unterricht findet in 6 Fachschulklassen mit max. 24 Schülern und 4 schulfremden
Kursen statt.
Der Gemeinderat stimmte der Vermietung der Räumlichkeiten der ehemaligen
Grundschule im 1. und 2. Obergeschoss einstimmig zu. Ebenfalls Zustimmung fand
der Vorschlag der Verwaltung den Umbau der Klassenräume im Erdgeschoss für die
Unterbringung einer 3-gruppigen Kinderkrippe einzuplanen. Bevor die Kinderkrippe
und die Fachschule einziehen können, ist die Sanierung des ehemaligen
Grundschulgebäudes einschließlich der Musikschule ebenfalls vom Grundsatz her
beschlossen worden. Der Umzug der Karl-Schubert-Seminar-Fachschule zum Schuljahr
2012/2013 im September wäre ideal. Die Verwaltung geht allerdings davon aus,
dass die Sanierung bis zum 31.12.2012 umgesetzt sein wird.
Investorenwettbewerb im Planbereich „Alter Bauhof“ soll
ausgeschrieben werden - Betreutes Wohnen mit Pflegeheim und Kurzzeit-
bzw. Tagespflege an diesem Standort mehrheitlich befürwortet
Bereits im Jahr 2008 wurden erste Konzeptionen und Überlegungen am Standort
des ehemaligen Bauhofs für den Bau eines Pflegeheims mit betreutem Wohnen in
Kombination angestellt. In der Folgezeit wurden neben diesem Standort auch an
verschiedenen Orten Untersuchungen angestellt das Projekt eines
Mehrgenerationenhauses „Wohnen in allen Lebensphasen“ zu realisieren.
Nachdem der Gemeinderat im Herbst letzten Jahres über das „Wohnen in allen
Lebensphasen“ Projekt informiert wurde, wurde die Verwaltung beauftragt die
damalige Konzeption des Modells betreutes Wohnen mit Pflegeheim überarbeiten zu
lassen und dem Gremium nochmals in Form einer Machbarkeitsstudie darzulegen.
In der letzten nichtöffentlichen Sitzung wurde eine Machbarkeitsstudie
vorgelegt, welche grundsätzlich an diesem Standort des „alten Bauhofs“ die
Umsetzung eines Pflegeheims mit betreutem Wohnen für machbar ansieht. Zudem
wurde bei einer Informationsfahrt des Gemeinderats diese umgesetzte Konzeption
in der Praxis angeschaut. Der Standort am „Alten Bauhof“ ist von zentraler
Ortslage und auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung der bereits bestehenden
betreuten Wohnanlage in der Rathausstraße prädestiniert. Die Verwaltung machte
deutlich, dass aufgrund der Kanalsituation und des Zuschnitts des Grundstücks
sicher keine optimalen Bedingungen vorhanden sind, die städtebaulich einige
Herausforderungen darstellen. Teile des Gremiums sprachen sich für die
Untersuchung an Alternativstandorten aus. Auch gaben einige Gemeinderäte
der Umsetzung des Projekts „Wohnen in allen Lebensphasen“ den Vorrang.
Nach eingehender Diskussion beschloss der Gemeinderat mehrheitlich den
Standort am „Alten Bauhof“ eine Bebauung mit einem Pflegeheim mit Kurzeit- und
Tagespflege in Kombination mit betreutem Wohnen auszuschreiben. Die
Ausschreibung wird aufgrund der Investitionssumme europaweit erfolgen müssen.
Die Verwaltung wurde beauftragt die entsprechende Ausschreibung vorzubereiten
und durchzuführen. Auch wurde der Vorschlag aus dem Gremium mit aufgenommen,
dass der Gemeinderat auch das Projekt nicht weiter verfolgen kann, sofern keine
überzeugende Konzeption für den Wettbewerb eingereicht werden sollte.
Von ansteigenden Kinderzahlen konnte Hauptamtsleiter Achim Schröter dem
Gemeinderat berichten. Einerseits ist dies eine erfreuliche Entwicklung entgegen
dem Landesdurchschnitt. Andererseits sieht sich die Gemeinde veranlasst, beim
Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren Gas zu geben. Die
Bedarfsplanung hat nämlich ergeben, dass das Platzangebot in den Kindergärten
knapp werden könnte. Kindern über 3 Jahren muss bei der Platzvergabe nach wie
vor der Vorrang eingeräumt werden, wegen des geltenden Rechtsanspruchs auf einen
Kindergartenplatz. „Dadurch können wir nur wenige Plätze an Kinder unter 3
Jahren in den Kindergärten vergeben“ so Schröter. Schlimmstenfalls könne gar der
Fall eintreten, dass in manchen Einrichtungen gar keine Plätze mehr an die
unter-3-Jährigen vergeben werden können. Es liegt auf der Hand, dass dies keine
befriedigende Situation für berufstätige Eltern und Alleinerziehende darstellt.
Außerdem muss die Gemeinde bis spätestens August 2013 ein bedarfsgerechtes
Angebot für Kinder ab einem Jahr bereithalten, denn dann wird der Rechtsanspruch
auf diese Kleinkinder ausgeweitet.
Aus dem Gemeinderat kam der Vorschlag, durch eine stärkere Unterstützung der
Tagesmütter die Situation zu entschärfen. Andere Gemeinden hätten bereits
weitergehende Förderungen der Tagespflege umgesetzt. Bürgermeister Matthias
Ruckh konnte dies bestätigen, setzt aber auf ein einheitliches Fördermodell im
Landkreis. „Der Landkreis ist mit seinen Planungen schon weit“ informierte er
das Gremium.
Dass die Gemeinde dennoch in eigenen Einrichtungen Plätze für Kinder ab einem
Jahr schaffen muss ist dem Gemeinderat bewusst. Folgt man der Landesvorgabe für
den geschätzten Bedarf an Kleinkindbetreuungsplätzen so müssten in Wolfschlugen
32 Plätze für die Kleinen zur Verfügung gestellt werden. Das sind 16 Plätze mehr
als bisher, „wobei der tatsächliche Bedarf durchaus noch höher liegen kann“ so
Achim Schröter. Außerdem gibt es bisher noch gar kein Betreuungsangebot
für Kinder ab einem Jahr. An der Einrichtung von reinen Kleinkindgruppen führt
deshalb nach Ansicht des Hauptamtsleiters kein Weg vorbei.
Der Gemeinderat sah dies ebenso und gab deshalb grünes Licht für die Planung
von 3 Kleinkindgruppen für Kinder ab einem Jahr. Das Ziel ist es, im Laufe des
Jahres 2012 diese Einrichtung in Betrieb zu nehmen. Damit den Eltern schon
vorher ein Platzangebot zur Verfügung gestellt werden kann soll zudem
übergangsweise eine Krippengruppe bereits zu Beginn des nächsten Jahres,
spätestens Frühjahr 2012, eingerichtet werden. Das Gemeindeparlament stimmte der
Planung der Verwaltung einstimmig zu, diese Übergangsgruppe im Gymnastikraum des
Kindergartens Beethovenstraße zu installieren.
Erweiterungsmöglichkeit für die Kernzeitbetreuung
Die Kernzeitbetreuung erfreut sich zunehmender Beliebtheit, was sich in
steigenden Kinderzahlen bemerkbar macht. Im kommenden Schuljahr rechnen die
Verantwortlichen des Kernzeitvereins mit 56 Kindern, 6 mehr als in den
vorhandenen Räumlichkeiten sinnvoll betreut werden können. Um alle angemeldeten
Kinder aufnehmen zu können werden deshalb zusätzliche Räumlichkeiten benötigt.
Nach dem Vorschlag des Vereins könnte der aktuell als Rektorenzimmer der
Grundschule genutzte Raum als weiterer Gruppenraum verwendet werden. Der Raum
war ursprünglich als Mehrzweckraum konzipiert und wäre deshalb nach Ansicht der
Verwaltung durchaus geeignet für den Bedarf der Kernzeitbetreuung. Allerdings
müsse darauf geachtet werden, dass keine lärmintensiven Aktivitäten dort
stattfinden, damit die Schulverwaltung nicht beeinträchtigt wird, so
Bürgermeister Matthias Ruckh. Der Raum sollte deshalb auch nur bei tatsächlichem
Bedarf, zu Stoßzeiten genutzt werden.
Angesichts der Finanzlage der Gemeinde soll die vorgesehene Abtrennung des
Flures und der Einbau zusätzlicher Türen bis auf Weiteres nicht umgesetzt
werden. Man will zunächst ohne diese baulichen Anpassungen ausprobieren, wie die
Nutzung de Raumes durch die Kernzeit in der Praxis funktioniert. Damit erklärte
sich auch die Grundschulleitung einverstanden.
Am Ende votierte der Gemeinderat einstimmig dafür, das Rektorenzimmer der
Kernzeitbetreuung zur Verfügung zu stellen.
Zum Jahresbeginn ist die Grundschule ins ehemalige Hauptschulgebäude
umgezogen. So einfach geht es mit dem Umziehen beim Schulhof leider nicht. Der
Schulhof der Hauptschule soll deshalb einem Face-Lifting unterzogen werden,
damit dieser grundschulgerechter wird. „Ein Team aus Grundschullehrern,
Jugendhausmitarbeitern, Förderverein Schule und Gemeindeverwaltung hat sich
Gedanken darüber gemacht, wie der künftige Pausenhof interessanter gestaltet
werden kann“, so Bürgermeister Matthias Ruckh, der in der Sitzung über den Stand
der Planungen informierte. Neben Hüpf- und Geschicklichkeitsspielen, die
lediglich aufgemalt werden, ist auch ein Balanciergerät sowie Reckstangen
vorgesehen, um dem Bewegungsdrang der Kinder Rechnung zu tragen. In der
Überlegung ist außerdem, zwei kleine Fußballtore anzuschaffen, die in den Pausen
kurzerhand aufgestellt werden können. Da sich die Gemeinde derzeit keine
großen finanziellen Sprünge erlauben kann kommt eine Ausschreibung für
Spielgeräte des Radiosenders Radio Ton zu rechten Zeit. Für die Umsetzung von
Spielideen ist ein Siegerpreis von 10.000,-- EUR ausgesetzt, dabei kommt es
darauf an, wessen Konzept im Internet die meisten Mausklicks für sich verbuchen
kann. Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhauses haben sich bereit erklärt,
ein entsprechendes Konzept für die Bewerbung zu
erstellen.
Kindergartengebühren werden zum 1. September
angepasst
Einstimmig beschlossen hat der Gemeinderat eine moderate Erhöhung der
Kindergartengebühren zum 1. September diesen Jahres. Die Anpassung orientiert
sich an den Empfehlungen des Landesrichtsatzes, der in regelmäßigen Abständen
von den kommunalen Spitzenverbänden und den Kirchen gemeinsam herausgegeben
werden. Hauptamtsleiter Achim Schröter betonte, dass mit der Erhöhung der
Kostendeckungsgrad bestenfalls gleich bleibe. Grund für die Anpassung seien im
Wesentlichen gestiegene Personalkosten. Die Gebühren für den Regelkindergarten
erhöhen sich damit für ein Kind von 95 Euro auf 97 Euro, bei zwei Kindern sind
künftig 74 Euro statt bisher 72 Euro zu bezahlen. Bei drei Kindern erhöht sich
der Betrag von 48 Euro auf 49 Euro, wohingegen bei Familien mit 4 Kindern keine
Erhöhung vorgesehen ist. In der nächsten Ausgabe des Mitteilungsblattes werden
dann alle neuen Gebührensätze detailliert abgedruckt.
Das Quartier „Wilhelmstraße/Küferstraße“ soll geordnet und nachverdichtet
werden
Bürgerbeteiligung mit Unterstützung eines
Erschließungsträgers
Der Innenentwicklung wird in Zukunft mehr
Gewicht beizumessen sein. Dafür sorgen schon die Vorgaben, die es Kommunen
in der Region Stuttgart zunehmend erschweren, neue Wohnbauflächen in Außen- und
Randbereichen auszuweisen. Eine systematische Untersuchung des gesamten
Gemeindegebietes ging dem Gemeinderat zu weit. Für den Bereich
„Wilhelmstraße/Küferstraße“ will die Gemeinde aber einen ersten Schritt
unternehmen und das Gespräch mit den Grundstückseigentümern
suchen. Dipl.-Ing. Jürgen Holder von der Ingenieurgesellschaft Geoteck
stellte dem Gemeinderat zunächst vor, welche Schritte für die Erstellung eines
erweiterten Baulückenkatasters für die Gesamtgemeinde unternommen werden
müssten. Als Ergebnis hätte die Gemeinde ein komplettes
Innenentwicklungskonzept, das als Grundlage für künftige Planungen dienen
könnte, so der Verwaltungsvorschlag. Auf Nachfrage aus dem Gremium musste der
Planer allerdings einräumen, dass aus seiner Erfahrung heraus am Ende oftmals
nur wenige private Eigentümer bereit seien, bei der Umsetzung eines
Innenentwicklungskonzepts mit zu machen. Die Gemeinderäte waren sich
letztlich darin einig, dass für eine umfassende Untersuchung kein Bedarf gegeben
sei. Vielmehr würden sich viele Baulücken gewissermaßen von alleine verdichten,
ohne Zutun der Gemeinde. Dabei wollte es das Gremium auch in Zukunft belassen.
Da half auch der Einwurf von Bürgermeister Mathias Ruckh nichts, dass ein
solches Konzept langfristig zu sehen sei und die entstehenden Kosten zur Hälfte
vom Land übernommen werden. Zudem machte er deutlich, dass bei einer derartigen
Gesamtbetrachtung auch quartiersbezogene Fehlentwicklungen und Bedürfnisse
dokumentiert und langfristig mit berücksichtigt werden könnten. Anschließend
konnten sich die Räte dagegen dem konkreten Verwaltungsvorschlag, eine mögliche
Nachverdichtung des Quartiers „Wilhelmstraße/Küferstraße“ näher zu untersuchen
und zunächst die Mitwirkungsbereitschaft der betroffenen Grundstückseigentümer
abzuklären, anschließen. Das Gebiet hat sich im Laufe der Zeit ohne eine
städtebauliche Ordnung entwickelt. Die für Wolfschlugen nicht untypischen
Fußwegverbindungen, „Gängle“ genannt, „sind grundbuch- und eigentumsmäßig nicht
dokumentiert“, erläuterte Jürgen Holder. Darüber hinaus seien Überfahrts- und
Leitungsrechte teilweise nicht klar definiert. „Am 19. April ist eine
Informationsveranstaltung für die betroffenen Grundstückseigentümer vorgesehen,
bei der auch unser Partner Geoteck vorgestellt wird“ so Bürgermeister Ruckh.
Anschließend will die Verwaltung per Umfrage den Bedarf abfragen und danach in
Einzelgesprächen sondieren, wie die tatsächliche Interessenslage bei den
betroffenen Bürgern ist.
Verkehrs- und Parksituation in der Siedlung
Der Gemeinderat hatte das Thema der Verkehrssituation in der Siedlung in den
vergangenen Wochen schon mehrfach beraten. Bürgermeister Ruckh berichtete dem
Gemeinderat vom jüngst durchgeführten Bürgergespräch mit den Anwohnern. Rund 50
Interessierte haben die Gelegenheit genutzt, sich über die Überlegungen der
Gemeinde zu informieren. Dabei wurden insbesondere die möglichen
verkehrsrechtlichen Varianten zur Klärung der Verkehrsproblematik diskutiert.
„Zwischenzeitlich gab es weitere Gespräche mit Anliegern bzgl. weiterer
„Varianten“ aus der Bürgerschaft“ so der Schultes. Ein Vorschlag habe gelautet,
einen lediglich 80 cm bis 1,00 m breiten Gehweg aufzumarkieren, damit noch
genügend Straßenfläche für das Parken übrig bleibe. Außerdem wolle die
Verwaltung mit der Ausweisung einer gemischt genutzten Verkehrsfläche eine
weitere Variante hinzufügen. Mit der hierfür notwendigen Anpassung des aktuellen
Bebauungsplans würde die rechtliche Situation mit der bereits tatsächlich
bestehenden in Übereinstimmung gebracht. Der Gemeinderat beauftragte die
Verwaltung bei der Verkehrsbehörde zu klären, ob die Ausweisung eines schmäleren
Gehwegs möglich ist. Davon abhängig soll diese Variante sowie die der gemischt
genutzten Verkehrsfläche zusätzlich in die geplante Anwohner-Umfrage mit
aufgenommen werden. Am Ende stimmte der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag
einstimmig zu. Je nach Ergebnis der Anwohnerumfrage wird die Änderung des
Bebauungsplanes auf den Weg bringen und ein Parkierungskonzept erstellen, das
dann gemeinsam mit den betroffenen Anliegern erörtert wird. Zwischenzeitlich
wurde im Nachgang zur Gemeinderatssitzung von der Verwaltung geprüft, ob die
Markierung eines schmäleren Gehwegs verkehrsrechtlich möglich ist. Dies wurde
von der zuständigen Verkehrsbehörde beim Landratsamt Esslingen jedoch verneint.
Damit scheidet diese Variante aus rechtlichen Gründen als Lösungsmöglichkeit
aus. Im Laufe dieser Woche werden nun alle Anlieger in der Siedlung einen
Umfragebogen erhalten. Der Umfragebogen sollte bis zum 2.
Mai im Rathaus wieder abgegeben werden.
Investitionen rechnen sich durch deutliche
Energieeinsparung
Nicht nur vor dem Hintergrund steigender
Stromkosten macht es generell Sinn, über Möglichkeiten der Energieeinsparung
nachzudenken. Trotz knapper Kassenlage hat der Gemeinderat nun entschieden, bei
der Sanierung der Straßenbeleuchtung den nächsten Schritt zu gehen. Wird der
Zuschuss des Bundes in Höhe von 40% der Investitionskosten tatsächlich gewährt
soll die Firma GA Energieanlagen aus Neuhausen eine entsprechende Ausschreibung
zur Umrüstung auf energiesparende LED-Leuchten vorbereiten. Viele der im
Gemeindegebiet eingesetzten Straßenlampen sind nicht mehr auf dem aktuellen
technischen Stand. Manches Lampenmodell wird bereits gar nicht mehr hergestellt
oder aber die Herstellung läuft in wenigen Jahren aus. Das macht die künftige
Beschaffung von Ersatzteilen zunehmend schwieriger und kostspieliger. Hinzu
kommt, dass der Austausch der in vielen Leuchten verbauten HQL-Leuchtmittel von
der EU aus ab 2015 verboten wird. Vor diesem Hintergrund war sich der
Gemeinderat schon im Vorfeld der Gemeinderatssitzung darüber einig, dass bei der
Straßenbeleuchtung über kurz oder lang Handlungsbedarf besteht. Vor der Sitzung
in der vergangenen Woche hatten sich die Räte deshalb die Zeit genommen, einige
Musterleuchten zu besichtigen, die vor Ort installiert wurden. Zur Auswahl boten
sich Natriumdampflampen (NAV-Lampen) oder die neueste Technik mit LED-Lampen
an. Diese beiden Varianten kamen dann auch in der Sitzung zur Sprache, als
Andreas Mosel von der Firma GA das erstellte Grobkonzept für das gesamte
Beleuchtungsnetz der Gemeinde vorstellte. Er machte dabei deutlich, dass die
Gemeinde bei einer Sanierung der Straßenbeleuchtung in jedem Fall Energiekosten
einspare. Beim Umstieg auf LED-Lampen jedoch etwa 4.000,-- EUR mehr pro Jahr als
im Falle der NAV-Lampen. Nach der Umrüstung auf LED würde die Gemeinde rund
26.000,-- EUR pro Jahr weniger ausgeben müssen. Hinzu kommt die Tatsache,
dass bei Ausrüstung mit LED-Lampen Bundes-Fördermittel in Höhe von 40% der
Investitionskosten zu erwarten sind. Dadurch relativieren sich die gegenüber den
NAV-Lampen höheren Investitionskosten. Nach den Ermittlungen der Firma GA sind
die Fördervoraussetzungen gegeben, da die Energieeinsparung gegenüber den
jetzigen Leuchten in der Gemeinde über 60% beträgt. Bei einem
Investitionsvolumen von 232.000,-- EUR müsste die Gemeinde, den Zuschuss
abgezogen, letztlich mit einem Betrag von rund 139.000,-- EUR in Vorleistung
gehen. Diese Rechnung bereitete manchem Gemeinderat Unbehagen, zumal der
Gemeindehaushalt keine zusätzlichen Investitionen zulässt. Bürgermeister Mathias
Ruckh stellte klar, dass die Finanzierung nur über Darlehen zu machen sei. „Dies
ist dennoch eine wirtschaftlich nachhaltige Sache. Der Strompreis wird
insbesondere nach Auslaufen des Konzessionsvertrages Ende 2012 deutlich teurer
und bis in 12 Jahren würde sich die Investition amortisieren“ so der Schultes.
Es geht bei der Investition nur um einen Teil der rund 781 Straßenlampen im
Gemeindegebiet nämlich um die größten „Energiefresser“ und um zudem alte
„Lampenköpfe“. Das überzeugte am Ende auch die große Mehrheit des
Gemeinderats, der bei einer Gegenstimme schließlich dem Verwaltungsvorschlag
zustimmte. Als nächster Schritt wird nun zuerst der Zuschussantrag gestellt und
erst nach einer Bewilligung der Fördermittel wird eine Entscheidung getroffen.
Bereits im letzten Jahr hatte der Technische Ausschuss über die Ausweisung
eines verkehrsberuhigten Bereichs in der Siedlung debattiert, mit dem Ergebnis,
diesen nicht auszuweisen. Vorausgegangen war eine Forderung des
Regierungspräsidiums nach einer klaren Trennung von Gehweg und Straßenfläche. Um
jedoch Fußgänger zu schützen und eine Parkierung zu ermöglichen, stand die
Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs zur Diskussion.
In seiner letzten Sitzung stimmte der Gemeinderat nun dem Vorschlag
der Verwaltung zu, die Bürger der Siedlung zu einem Gespräch einzuladen und ihre
Meinung zu dem Sachverhalt anzuhören. Die Problematik besteht vor allem
darin, dass im Bebauungsplan aus dem Jahre 1972 unter anderem in der Jahnstraße
„richtige“ Gehwege ausgewiesen wurden, jedoch bei der Sanierung der Siedlung
lediglich ein niveaugleicher Ausbau von Pflasterbereichen als Gehwege entstanden
sind. Diese Flächen müssten nach Auffassung des Regierungspräsidiums deutlicher
von der übrigen Fahrbahn getrennt werden, um den Fußgänger zu schützen und das
Parken darauf zu verhindern. Durch die reguläre Ausweisung von Gehwegen wäre
jedoch generell das Parken auf der verbleibenden öffentlichen Straße verboten.
Nach der Straßenverkehrsordnung gilt nämlich ein eingeschränktes Halteverbot,
sobald die Restfahrbahnbreite von drei Metern unterschritten wird. Der
Gemeinderat könnte sich auch vorstellen, sofern die Bürgerschaft an der
bisherigen Nutzungspraxis des Parkens der Straßen- und Pflasterflächen
festhalte, den Bebauungsplan „Siedlung“ dahingehend zu ändern, um so eine
rechtlich einwandfreie Regelung zu erhalten. Um die
rechtliche Situation und die denkbaren Verkehrsregelungen allen Anwohnern der
Siedlung genauer zu schildern, lädt dieGemeinde alle Anwohner der
Siedlung zu einem Bürgergespräch am 16. März, 19.30 Uhr in die Turn- und
Festhalle ein. Nach diesem Bürgergespräch ist geplant, per Umfrage allen
Anwohnern der Siedlung Gelegenheit zu geben, über die Nutzung der Straßen selbst
zu entscheiden.
Haushalt 2011 – Nochmals ein schweres Jahr für die
Gemeinde
Erholung der Wirtschaft ist noch nicht in der
Gemeindekasse angekommen
Angesichts des schlechtesten Haushalts seit Jahrzehnten tat sich mancher
Gemeinderat schwer, die passenden Worte bei der Generalaussprache über das
Zahlenwerk zu finden. Die weiter schwächelnde Gewerbesteuer und die ansteigende
Verschuldung machen unmissverständlich klar, dass die Gemeinde auch im laufenden
Jahr so gut wie keinen finanziellen Handlungsspielraum hat. Darum heißt das
Gebot der Stunde auch weiterhin: Sparen. Die Haushaltsreden der
Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat können Sie hier
nachlesen. Rathausmitarbeiterin Amela Valjevac für
Stammzellenspende geehrt
Bürgermeister Matthias
Ruckh nutzte den Beginn der letzten Gemeinderatssitzung zur Würdigung eines
nicht alltäglichen sozialen Engagements. Die Rathausmitarbeiterin Amela Valjevac
hat eine Knochenmarkspende abgegeben und dadurch einem 23-jährigen Mann eine
Chance zum Weiterleben gegeben. Der Schultes bedankte sich bei seiner
Mitarbeiterin mit einem Blumenstrauß für ihren selbstlosen Einsatz für andere.
„Die Gemeinde hat sozusagen die Arbeitszeit von Frau Valjevac gespendet“ betonte
Matthias Ruckh die Unterstützung der Gemeinde. Gleichzeitig appellierte er an
die ortsansässigen Firmen ihren Beschäftigten die gleiche Unterstützung zu teil
werden zu lassen, wenn diese bereit seien, sich bei der Deutschen
Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren zu lassen. Adelheid Heilemann
(DKMS) bedankte sich im Namen der DKMS ebenfalls für die Spendenbereitschaft von
Amela Valjevac und überreichte ihr eine Urkunde . „Einen passenden
Stammzellenspender zu finden ist wie ein Sechser im Lotto“ freut sie sich, „der
junge Mann hätte ohne Stammzellen keine Chance gehabt.“
Höhere Bestattungsgebühren
Eine von vielen Maßnahmen zur Verbesserung der Einnahmesituation hat der
Gemeinderat einstimmig auf den Weg gebracht. Ab dem 1. März verlangt die
Gemeinde zum Teil erheblich höhere Bestattungsgebühren. Kämmerer Manfred Haug
hatte eine Gebühren-kalkulation durchgeführt und festgestellt, dass man im
Gemeindevergleich einen deutlich zu niedrigen Kostendeckungsgrad habe. Mit der
Anhebung der Gebühren wird künftig eine Kostendeckung von etwa 70% erreicht. Am
stärksten steigen die Gebühren für die Urnenbestattungen an. Hierdurch wird dem
Umstand Rechnung getragen, dass der Trend zur Urnenbestattung weiterhin anhält
und bisher zu niedrige Gebühren verlangt wurden. Trotz Gebührenerhöhung
verbleibt beim Friedhof noch ein Zuschussbedarf von jährlich rund 40.000
EUR.
Haushaltsplan 2011 eingebracht Verschuldung könnte auf 4,8 Mio
EUR ansteigen
Auch wenn die Einnahmen aus der Gewerbesteuer voraussichtlich ansteigen
wird es im kommenden Jahr nochmals finanziell „eng“. Die Talsohle scheint
allerdings durchschritten.
Originalwortlaut der Haushaltsrede von Bürgermeister Matthias Ruckh zur
Einbringung des Haushaltsentwurfs 2011:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,sehr geehrte Damen und Herren des
Gemeinderates,
in meiner ersten Haushaltsrede hätte ich mir ehrlich gesagt bessere Zahlen
gewünscht als diese, die wir Ihnen heute vorlegen dürfen. Ich werde im Folgenden
auch nicht die Verantwortung auf Landkreis, Region, Land oder Bund schieben, um
die eigene Verantwortung klein zu reden, sondern lediglich feststellen, dass
jede dieser politischen Ebenen einschließlich der Kommunalen nach wie vor
Schulden aufhäuft und über ihre und somit unsere Verhältnisse lebt. Unser Staat
mit seinen Ebenen lässt der nachfolgenden Generation keinen Spielraum. Eine
Änderung wird es m.E. nicht geben, solange der Grundsatz nicht gilt, wonach
derjenige die Maßnahmen bezahlen muss, der sie gesetzlich verankert. Als
Beispiel nenne ich hier nur die Kleinkindbetreuung.
Bevor ich auf unseren Haushalt für das Jahr 2011 komme, möchte ich noch einen
Rückblick auf das laufende Jahr werfen. Waren im Jahr 2008 noch 5.299.110 Euro
an Gewerbesteuereinnahmen geflossen, die postwendend ausgegeben wurden u.a. für
die Mehrkosten unserer Turn- und Festhallensanierung, sind die Einnahmen im
laufenden Jahr 2010 in einem Maße weggebrochen, wie wir uns dies nicht für
möglich erachtet haben. 3,0 Mio. € Gewerbesteuereinnahmen waren im Haushalt
enthalten. Das „Ist“-Aufkommen beläuft sich annähernd auf 1,2 Mio. €. Doch
schwarzmalen möchte ich die Situation keinesfalls. In den letzten Tagen zeigt
sich auch in Wolfschlugen ein leichter positiver Trend, der die Annahme zulässt,
dass wir die Talsohle durchschritten haben.
Dennoch bietet unsere Rücklage keine Reserve. Um den laufenden Betrieb
aufrecht zu erhalten war die Aufnahme von Kassenkrediten im laufenden Jahr in
Höhe von 3.0 Mio. € erforderlich (476 €/Einwohner). Die Darlehen insgesamt
belaufen sich auf 3.726.214 € zum Ende des Jahres 2010. Die
Pro-Kopf-Verschuldung beträgt ausgehend von 6.300 Einwohnern rund 591
€/Einwohner. Hinzu kommt beim Eigenbetrieb Wasser eine Darlehensverpflichtung in
Höhe von 578.237,93 € (Stand 31.12.2010) - somit weitere 91,78 €/Einwohner. Aus
dem Gewerbezweckverband Wirtschaftsraum Nürtingen reicht nach derzeitigem Stand
die Vermögensrücklage aus, um für die Bachhalde außer den laufenden
Zinszahlungen für die Fremdfinanzierung keine weiteren Verpflichtungen
einzugehen. Die finanziellen Auswirkungen für das Baugebiet „Großer Forst“ kann
derzeit finanziell noch nicht abgeschätzt werden.
Die vorgenannten Kassenkredite müssen im Juni 2011 zurück gezahlt werden. Wie
dies geschehen soll, können wir heute noch nicht sagen. Wolfschlugen ist
entgegen mancher landläufigen Meinung keine sorgenfreie sprich schuldenfreie
Gemeinde. Spielräume sind angesichts dieser Zahlen keine vorhanden. Wolfschlugen
hat eine sehr gute Infrastruktur mit modernen Sport- und Kulturräumen.
Sicherlich werden in den kommenden Jahren wir Gemeinderat und Verwaltung sich
eingehend damit auseinandersetzen, an welcher Stelle wir unsere Ausgaben
reduzieren können und müssen.
Ohne Einschnitte oder aber Erhöhung der Einnahmensituation wird dies leider
nicht möglich sein. Ich möchte Ihnen bewusst in meiner ersten Haushaltsrede
unsere Eröffnungsbilanz aufzeigen. Den Ist-Zustand sozusagen nennen. Ich werde
im Unterschied zur Politik Ihnen immer die klaren Fakten nennen, um die künftige
Handlungsweise aufzuzeigen und grundlegende Entscheidungen auf Basis der
Realitäten vorzubereiten und zu treffen. Wir müssen langfristig handlungsfähig
bleiben und dies können wir nur mit einer überschaubaren Verschuldung. Im
Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen man sich im Hochbaubereich einiges
geleistet hat, das wir heute sehr schätzen und nicht missen möchten, werden wir
in Zukunft noch genauer hinsehen müssen, was wir uns dauerhaft leisten können.
Das kommende Jahr überschreibe ich mit dem Motto: „Planen für die Zukunft -
umsetzen wenn es finanziell machbar ist“.
Kommen wir nun zu den aus meiner Sicht sehr wichtigen einzelnen Maßnahmen für
das kommende Haushaltsjahr.
In unserer bevorstehenden Diskussion wird der Personalkostenblock im Haushalt
besonderer Bedeutung zukommen. Nachdem der Gemeinderat im Herbst dieses Jahres
die Stellenwiederbesetzung im Bauhof abgelehnt hat, versuchen wir durch
Effizienzsteigerung und ohne Kostenverlagerung sprich Mehrbeauftragung an
Drittunternehmen diese Personalreduzierung zu kompensieren. Ohne
Leistungseinbußen wird es aller Voraussicht nach nicht gehen.
Verwaltungsintern schreiben wir den aus dem Jahre 2005 stammenden
Organisationsplan fort, um den aktuellen Status Quo zu haben. Allerdings enthält
der Plan keine Zeitanteile für die jeweiligen Aufgabenblöcke, weshalb wir
vorschlagen im kommenden Jahr eine externe Organisationsuntersuchung
durchzuführen mit dem Ziel der Effizienzsteigerung im Ablaufprozess aber auch
der Darlegung von Aufgaben, über deren künftigen Grad der Wahrnehmung sich
Verwaltung und Gemeinderat Gedanken machen soll. Angesichts der gesetzlichen und
teilweise zusätzlichen Aufgaben wie beispielsweise der U3-Kleinkindbetreuung,
die wir bis 2013 umgesetzt haben müssen, dem Rückstand bei der Sanierung des
Kanalnetzes nach der Eigenkontrollverordnung, dem Hochwasserschutzkonzept, der
Einführung der gesplitteten Abwassergebühr, der Umstellung des Rechnungswesens
auf die Doppik muss es unser Ziel sein, die Personalkosten so gering als möglich
in der Gesamtsumme zu steigern und Schwerpunkte zu setzen. Mit dem Zuschlag zum
Bildungshaus haben wir den richtigen Schwerpunkt auf unsere Bildungseinrichtung
Grundschule und Kindergärten legen können. Der Start zu einer noch engeren
Vernetzung der Bildungseinrichtungen wird im kommenden Jahr erfolgen.
Aus unserer Sicht steht eine Entscheidung über das bisherige
Grundschulgebäude noch aus. Dieses Thema müssen wir nach dem Umzug der
Grundschule ins ehemalige Hauptschulgebäude wieder aufgreifen und eingehend
diskutieren. Die Planung für die U3-Kleinkinderbetreuung wird im kommenden Jahr
angegangen. Hier ist vor 2012 - so bedauerlich dies ist für die betroffenen
Familien - keine bauliche Entwicklung und Umsetzung außerhalb des bestehenden
Angebots möglich. Die Sanierung des Feuerwehrmagazins auf Grund des undichten
Flachdachs soll ebenfalls untersucht und zusammen mit den Wünschen der Feuerwehr
im kommenden Jahr eine Planung erstellt werden.
Den Schwerpunkt wird in den nächsten Jahren der Tiefbaubereich bilden.
Nachdem in den letzten Jahrzehnten in den Hochbau investiert wurde, ist ein
erheblicher Nachholbedarf im Tiefbaubereich in Anbetracht des Zustandes unseres
Kanal- und Frischwasserleitungsnetzes gegeben. Auch die Überlegungen, ob die
Aufgabe der eigenen Kläranlage und der Zusammenschluss mit dem
Abwasserzweckverband Unteres Aichtal wirtschaftlich ist, sollen im kommenden
Jahr angegangen werden. Sicher ist, dass die Wasser- und Abwassergebühren
steigen werden angesichts des geplanten Investitionspakets. Nach den Ergebnissen
aus der Eigenkontrollverordnung sind wir gesetzlich zum Handeln gezwungen und
können die Arbeiten nicht aufschieben.
Nicht nur für das kommende Haushaltsjahr sondern langfristig betrachtet
müssen wir verstärkt über Kooperationen mit den Nachbarkommunen, Abwägung der
Aufgabenwahrnehmung als solche und Nutzung unseres lokalen Netzwerkes vertieft
nachdenken.
Die Handlungsfähigkeit bei den Finanzen müssen wir uns unbedingt langfristig
erhalten. Dies bedarf unser aller gemeinsamer Anstrengungen und angesichts der
sehr guten gewachsenen Struktur in Wolfschlugen mit einer guten Mischung aus
Gewerbe, Handel und Handwerk aber auch den aktiven Kirchen, Vereinen und
Initiativen mit Ihnen liebe Mitbürgerinnen und Mitbürgern werden wir gemeinsam
die nächsten schwierigen Jahre bestehen.
Das ist nicht nur mein Wunsch in Anbetracht der nahenden Weihnachtszeit,
sondern ein Anliegen, das wir über die nächsten Jahre in stetigen Gesprächen und
Diskussionen gemeinsam weiterentwickeln sollten.
Mit einem Zitat von unserem Altbundeskanzler Helmut Schmidt möchte ich die
Einbringung des Haushaltsentwurfs 2011abschließen: „In der Krise beweist sich
der Charakter.“ - und sehr gute Charaktere haben wir in Wolfschlugen. Lasst uns
die Herausforderungen und anstehenden Aufgaben gemeinsam
anpacken!“
Kämmerer Manfred Haug ergänzte die Ausführungen des Schultes
noch um einige Zahlen. Abhängig davon, ob die Gewerbesteuer in der geplanten
Höhe eingehen wird und ob die Gemeinde aus dem Verkauf von Grundstücken über
900.000,-- EUR einnehmen kann wird die Verschuldung um weitere 1,3 Mio EUR auf
dann insgesamt 4,8 Mio EUR ansteigen. Haug geht aber davon aus, dass der
Verwaltungshaushalt im Jahr 2012 deutlich besser dastehen wird.
Die
Generaldebatte zum Haushalt 2011 ist in der Sitzung am 31. Januar vorgesehen.
Die Verabschiedung des Zahlenwerks soll dann am 21. Februar erfolgen.
Flächennutzungsplan soll geändert werden - das Engagement eines
Erschließungsträgers soll geprüft werden
Nach Ausgiebiger Diskussion hat der Gemeinderat mehrheitlich entschieden, für
die Entwicklungsflächen „Wolfloch“, „Wielandstraße“, und
„Mozartstraße/Birkenweg“ das Änderungsverfahren für den bestehenden
Flächennutzungsplan zu beantragen. Der Gemeinderat ist damit einer Empfehlung
des Technischen Ausschusses gefolgt.
Ferner wurde die Verwaltung beauftragt Gespräche mit Erschließungsträger zu
führen und Angebote einzuholen. Die Verwaltung wird mit drei Unternehmen
Gespräche führen und Angebote einholen. In einer der folgenden Sitzungen werden
sich zwei Büros dem Gremium vorstellen und dann wird entschieden, ob man den
bisherigen Weg oder den mit Einschaltung eines Erschließungsträgers künftig
gehen wird.
Personalabrechnung der Gemeindeverwaltung wird
ausgelagert
Durch die bevorstehende Umstellung auf ein neues
EDV-Programm wäre künftig mehr Personal notwendig, um weiterhin eine
ordnungsgemäße Personalabrechnung zu gewährleisten. Der Gemeinderat ist deshalb
dem Verwaltungsvorschlag gefolgt, die Personalabrechnung an einen externen
Dienstleiter, die Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart, auszulagern.
Wolfschlugen erhält das Bildungshaus - Beginn mit Spatzenhaus und
Grundschule im Februar/März 2011 geplant
Bürgermeister Matthias Ruckh
freute sich bekannt geben zu können, dass der Antrag auf Einrichtung des
Bildungshauses für 3 bis 10 jährige Kinder positiv entschieden wurde. Die
Grundschule wird im Februar/März kommenden Jahres zunächst mit dem Kindergarten
Spatzenhaus und nach dem vorliegenden Konzept Zug um Zug mit den übrigen
Kindertageseinrichtungen das Bildungshaus aufbauen. Ferner wurde nach der
Sitzung zwischenzeitlich bekannt, dass die Kindertagesstätte Wichtelhaus als
auch der Kindergarten Spatzenhaus beim Musikschulprojekt Singen-Bewegen-Sprechen
(SBS) ebenfalls noch als Nachrücker zum Zuge kommen wird. Weitere Informationen
werden folgen. Der Schwerpunkt Wolfschlugens auf die Bildung und auf unsere
Kinder wurde mit der positiven Entscheidung aus Stuttgart zur Freude aller klar
festgelegt. Das langfristige Ziel mit dem Bildungshaus den Übergang zwischen
Kindertagesstätte und Grundschule nahtlos zu gestalten bedarf eines langen
intensiven Prozesses. Umfassende Informationen der Eltern und aller Beteiligten
ist dabei sehr wichtig. Weitere den Prozess begleitende Veranstaltungen werden
wie seinerzeit im September bei der Infoveranstaltung in der Festhalle über das
bestehende Bildungshaus in Echterdingen an der Goldwiesenschule werden folgen.
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Änderung der Zuständigkeit beim Mitteilungsblatt – Wichtiger Hinweis mehr...